Neben viel Regen auch mal Schnee – keine Vorfahrt für die Pollen.
Das noch junge Jahr 2026 liegt im Temperaturranking aktuell ziemlich weit hinten und damit eher auf der kalten als auf der warmen Seite. Dies gilt vor allem für die große Nord- und Nordosthälfte, die bisher mit länger andauernden Frostperioden zu kämpfen hatte. Es gab aber auch Ausnahmen, auf die wir insbesondere in unserem 3. Pollenflug-Update am 4. Februar 2026 hingewiesen haben. Gerade das westliche und zentrale Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland bis hinunter zum Oberrhein bekamen vom Winterwetter nicht viel mit und bildeten innerhalb des Landes eine meist frostfreie „Sonderwetterzone“, mit teils sogar deutlichen Plusgraden. In diesen Gegenden machte die Natur zwar bescheidene, aber dennoch stetige Fortschritte. Hier stehen die Haseln mittlerweile weit verbreitet in Vollblüte, sodass an trockenen und milden Tagen der Haselpollenflug sprunghaft ansteigen konnte. Stellenweise stellten sich zuletzt erste saisonale Pollenbelastungsspitzen ein, wie unsere Pollenstationen in den betroffenen Regionen meldeten. Auch der Erlenpollenflug lebte im äußersten Westen, Südwesten und am Alpenrand bereits zeitweise kräftiger auf, zog teils mit der Hasel gleich. Daneben machten sich hier lokal erste Eibenpollen und Pollen der Zypressengewächse zaghaft zu schaffen. Ganz anders liest sich die Situation der zurückliegenden Wochen im restlichen Deutschland. Neben einzelnen Pollenkörnern und gelegentlich auftretenden geringen Belastungen durch Hasel oder Erle reihten sich hier viele Tage gänzlich ohne Pollenflug. Für die Allergiebetroffenen im Norden und Osten hätte es diesen Winter nicht besser laufen können, auch wenn Schnee und Eis ihre ganz eigenen Unannehmlichkeiten verursacht haben.
In den kommenden Tagen pendelt das Wetter zwischen vorfrühlingshaft milden und winterlich kalten Bedingungen. Dabei fällt insbesondere in den pollenfluggefährdeten Regionen im Westen und Süden reichlich Regen und zwischenzeitlich Schnee. So könnten im Verlauf zwar einige Bäche und Flüsse ausufern, nicht jedoch der Pollenflug.
Die Haseln(Corylus) blühen in den kommenden Tagen in einer allmählich größer werdenden Südwesthälfte weiter vor sich hin, während der Norden und Nordosten bei Blüte und Pollenflug mehrheitlich „außen vor“ bleiben. Sofern es die zahllosen Regengebiete zulassen, gelingen den Haseln im Westen, von Nordrhein-Westfalen bis nach Baden-Württemberg, kurzzeitig spürbare Belastungen bis auf mittleres oder örtlich hohes Belastungsniveau. An den vielen überwiegend regnerischen Tagen bleibt die Luft dann hier (im Südwesten) wie dort (im Nordosten) Hasel-pollenarm bis -pollenfrei.
Der Erlenpollenflug (Alnus) durch unsere heimischen Grau- und Schwarzerlen (Alnus incana und A. glutinosa) steht selbst im Westen und Süden noch ganz am Anfang seiner Saison. Von der Landesmitte weiter bis in den Norden vergehen aufgrund des ausgeprägten phänologischen Rückstands bis zu einem Saisonbeginn noch mindestens ein paar Tage bis möglicherweise sogar Wochen. So beschränken sich Erlenpollen in dieser Vorhersagewoche meist auf die Gebiete in Rheinnähe und entlang des Alpenrands. Aufgrund der nassen Witterungsverhältnisse ist der Pollenflug allerdings stark limitiert und hohe Belastungen sind auch in den „phänologisch fortschrittlichsten“ Gegenden die Ausnahme. Am wenigsten tut sich, wie gehabt, im Norden und Nordosten. Bei nur einzelnen Pollenkörnern in der Luft, die teils sogar noch von letzten blühenden Exemplaren der Purpurerle (Alnus × spaethii) stammen können, ist das Belastungsrisiko hier bis auf Weiteres äußerst gering.
Die milden Temperaturen im Westen aktivieren hier mitunter erste Eiben (Taxus), Ulmen (Ulmus), z. B. die Bergulme (U. glabra) und Zypressengewächse (Cupressaceae), so dass bei zwischenzeitlich trockenem Wetter auch mal diese Pollen in Kleinstmengen auftauchen können – allerdings auch nur hier, nicht im Norden und Osten. Vereinzelt kommen in Siedlungsräumen Pollen des Ahorns dazu, z. B. vom Rot-Ahorn oder Silber-Ahorn (Acer rubrum, A. saccharinum).
Bei den Schimmelpilzsporen der Gattungen Alternaria, Cladosporium, Epicoccum und Pleospora geht in den kommenden Tagen noch nichts. Für Betroffene mit entsprechender Allergie ist die Außenluft daher gut bekömmlich.
Matthias Werchan, 11.02.2026
*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***
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