04.02.2026
3. Pollenflug-Update: Wo die Pollen fliegen – und wo noch nicht
Deutschland ist seit Wochen wettermäßig zweigeteilt. Große Gebiete des Nordens und Ostens sind knüppelhart gefroren, liegen oftmals unter einer Schneedecke, und das Einzige, was dort bislang gedeiht, sind Eisblumen. Ganz anders stellt sich die Lage im Westen und Südwesten dar, insbesondere in der "Sonderwetterzone Nordrhein-Westfalen". Bei teils anhaltend deutlichen Plusgraden gedeihen dort bereits ganz andere Blumen. Frühlingsvorboten wie Schneeglöckchen, erste Krokusse (Foto), bald schon Narzissen und Mandelblüten lassen sich finden, und natürlich blühen hier verbreitet die Haseln und zunehmend auch die heimischen Erlen. Entsprechend betrifft dieses dritte Pollenflug-Update vorwiegend die (permanent) frost- und schneefreien Regionen entlang des Rheins, speziell Nordrhein-Westfalen, aber auch die milden „Ecken“ im Südwesten und Süden, dort, wo sich Nebel und Hochnebel verziehen. In diesen Gebieten kam es seit unserem letzten Pollenflug-Update Mitte Januar immer wieder zu zeitweilig auflebendem Pollenflug, wobei in Ausnahmefällen auch mal hohe Belastungen auftraten, speziell durch Haselpollen. Ganz anders sah es in den letzten drei Wochen im restlichen Land aus. Egal ob im östlichen Bayern, in Hessen, Thüringen, Niedersachsen oder in den sich nördlich und östlich anschließenden Regionen. Hier verstrichen die Tage, zumindest was den Pollenflug betrifft, mehr oder weniger ereignislos.
Gerade im Norden und Nordosten tut sich beim Pollenflug aufgrund der kalten Vorgeschichte und des weiterhin eher winterlichen Wetters auch in den kommenden Tagen nicht viel bis gar nichts. Dies ist zwar ungewohnt aber im Vergleich zu dem, was noch vor 20 bis 30 Jahren Standard war, nichts Außergewöhnliches.
Ganz anderes sieht es dagegen im äußersten Westen und Südwesten, entlang von Rhein und Ruhr und örtlich entlang des Alpenrands und im südlichen Bayern aus. Hier sollte man sich an trockenen Tagen mit soliden Plusgraden immer häufiger auf verbreiteten Hasel- (Corylus) und Erlenpollenflug (Alnus) einstellen. Dabei sind auch zwischenzeitlich hohe Pollenkonzentrationen und damit hohe Belastungen durch Hasel- oder Erlenpollen einzukalkulieren. An besonders milden Orten können erste Eiben (Taxus), frühe Zypressengewächse (Cupressaceae), wie die nicht heimische Sumpfzypresse (Taxodium), mit der Blüte und Pollenabgabe beginnen. Südliche bis westliche Winde können in der Südhälfte des Landes zudem für zusätzlichen Polleninput aus angrenzenden Ländern sorgen, wobei neben den bereits genannten Pollenarten auch einzelne Eschenpollen (Fraxinus) nicht ausgeschlossen werden können.
Fazit: Die Pollenallergiker in der großen Nord- und Osthälfte mögen zwar frieren und sich mit Schnee und Glätte herumplagen, werden aber in diesem Winter durch eine lang anhaltende Pollenflugpause entschädigt. Im restlichen Land schreitet die Blüte der Frühblüher langsam voran. Von einer Pollenflugpause spricht hier bald niemand mehr. Im äußersten Westen und Süden und Südwesten hat die Pollensaison bereits begonnen.
In Kürze beginnen wir zudem wieder mit unseren regelmäßigen wöchentlichen Vorhersagen, die Sie hier finden können.
Über Ihre fotografischen Hinweise zum Entwicklungsstand der Haseln, Erlen oder anderer Pflanzen, die sich bereits raustrauen, freuen wir uns weiterhin sehr. Diese gerne an pollenstiftung(at)charite.de oder matthias.werchan(at)charite.de senden. An dieser Stelle einen herzlichen Dank für die bisherigen Zusendungen!
Viele Grüße aus dem frostigen Berlin
Matthias Werchan, 04.02.2026
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