Aktuelle Wochenprognose des Pollenflugs für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Casimir

Mittwoch, 25. Februar 2026 - Dienstag, 03. März 2026

Eibe (Taxus)
Erle (Alnus)
Hasel (Corylus)
Pappel (Populus)
Ulme (Ulmus)
Zypressengewächse (Cupressaceae)
Voll entwickelter Blütenstand der Hasel (Corylus) mit weiblichen Blüten oben (rot) und männlichen unten (gelbe Kätzchen) im Berliner Tiergarten am 25. Februar 2026 © Matthias Werchan

Die Pollensaison startet durch – im Nordosten mit Hasel, im Südwesten mit Erle und mehr.

In den letzten Tagen vollzog sich eine grundlegende Umstellung der Wetterlage. Milde Atlantikluft und straffe Westwinde halfen auch der lange vereisten Nordosthälfte temperaturmäßig auf die Beine. Der Frost zog sich aus Deutschland zurück, das zuvor von großen Gegensätzen geprägte Temperaturniveau – kalter Nordosten, milder Südwesten – glich sich weitestgehend an. Allerdings hielt sich der „richtige“ Frühling noch zurück, betrat erst zum heutigen Vorhersagetag das Vorhersagegebiet, wenn auch noch mit Startschwierigkeiten (Nebelproblematik). Die Pollen verteilten sich vorerst noch sehr ungleich im Land. Auch wenn es zwischenzeitlich und vor allem am heutigen Vorhersagetag zu steigenden Belastungen mit Hasel- und Erlenpollen bis nach Mittel- und Ostdeutschland und an die Nordseeküste kam, blieben die Pollenkonzentrationen hier, im Vergleich zu den rheinnahen Gebieten im Südwesten und Westen, sowie in Alpennähe bisher vergleichsweise niedrig, den aufgetürmten Unterschieden in der Vegetationsentwicklung sei Dank. Entlang der Rheinachse und in den umliegenden Gebieten verursachte die Erlenblüte bereits immer wieder hohe Belastungen. Trocknete die Luft länger ab, stießen hier die Erlen-Werte sogar bis in den Bereich saisonaler Spitzenkonzentrationen vor, teils weit über den Werten, die für Haselpollen gemessen wurden. In den genannten Mildregionen setzte nun zusätzlich auch die Eibenblüte ein, womit sich Eibenpollen zahlenmäßig an den Haselpollen vorbeimogelten, zumindest am Oberrhein. Ein kleiner Teil der Eibenpollen reiste mit der Luftströmung sogar bis in den äußersten Norden und Nordosten, wo an den Beginn der Eibenblüte noch lange nicht zu denken ist. Seichten Pollenflug verursachten Pappel, Ulme und Zypressengewächse, wobei sich deren Pollen aber ebenfalls nur im Südwesten und Westen aufhielten. Auch für ein paar Eschenpollen war dort im Südwesten noch Platz in der Luft, angeliefert aus dem Süden Europas. 
Ganz zaghaft lebte der Schimmelpilzsporenflug von Cladosporium und Pleospora auf, allerdings weiterhin auf einem Niveau, welches keine Beschwerden verursacht. Sporen von Alternaria und Epicoccum waren so gut wie keine in der Luft messbar.

Der Frühling spricht in den kommenden sieben Tagen eine deutliche Sprache. Sonnenschein und milde bis sehr milde Luftmassen machen sich ans Werk und bringen Natur und Pollen spürbar in Bewegung. Vorbei die Zeiten, in denen man die Pollen draußen noch an einer Hand abzählen konnte. Schwacher Tiefdruckeinfluss und eine Winddrehung auf Nordwest könnten aber zum Wochenende gebietsweise für zeitweiliges Abflauen des Pollenflugs sorgen. 

Die Hauptblüte der Hasel (Corylus) steht in den nächsten Tagen der gesamten Nordhälfte bevor. Selbst an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie in den höheren Lagen der Berge hat das lange Warten auf die Haselpollen ein Ende. Mittlere bis hohe Pollenbelastungen durchziehen von Anfang bis Ende des Vorhersagezeitraums das gesamte Land, saisonale Spitzenkonzentrationen sind zu erwarten! Da nun bereits der März beginnt, sollte die Haselpollenschwemme aber nicht sonderlich überraschen. In den Tieflagen des äußersten Südwestens und Westens dürfte die Haselblüte im Verlauf bereits abklingen. Diese Gebiete werden dann hauptsächlich von den Haseln der umliegenden Gebirgslandschaften mit Pollen versorgt.

Während die Erlen (Alnus) in den schon mehrfach besungenen Mildregionen der Südwesthälfte bereits jetzt „alles aufbieten“, geht die Blüte weiter nach Norden erst peu a peu los, sobald dort ebenfalls die dafür notwendige Wärmesumme eingefahren wurde. Dies dürfte küstennah am längsten dauern und sich dort möglicherweise noch bis über das Ende der aktuellen Vorhersagewoche hinaus verzögern. Zusammengefasst steht dem gesamten Land eine belastungsreiche Zeit mit Erlenpollen bevor. Dabei dürfte vor allem die gesamte Südwesthälfte den saisonalen Gipfelpunkt des Erlenpollenflugs erreichen, bzw. überschreiten. Von der Landesmitte nach Norden und Osten ist der Probebetrieb ebenfalls vorüber. Pollen fliegen mit südlichen Winden in größerer Zahl ein oder werden im Verlauf gleich direkt vor Ort produziert. Damit verbunden sind ebenfalls rasch ansteigende Pollenbelastungen auf ein mittleres bis hohes Niveau, mit den geringsten Pollenzahlen an den Küsten und auf den Inseln, sowie in den nördlichen und östlichen Mittelgebirgen und den höchsten im Übergangsbereich zu den bereits jetzt aktiven Erlenblühregionen. 

Auch die Blüten der Eibe (Taxus) lassen sich von den milden Temperaturen rasch aus der Reserve locken. Was in den vergangenen Tagen an begünstigten Standorten im Westen und Süden begann, breitet sich nun langsam weiter aus. So dürfte sich die Eibenblüte in den kommenden Tagen, der Erlenblüte folgend, allmählich nach Norden und Osten ausweiten, bis zum Ende der Vorhersageperiode aber voraussichtlich noch nicht überall beginnen. Allerdings fliegen entlang der Hauptwindrichtung immer wieder reichlich Eibenpollen bis in die Nordhälfte, sodass selbst dort mal kurzzeitig hohe Eibenpollenkonzentrationen möglich sind. Im Südwesten und Westen halten sich hohe Eibenpollenkonzentrationen vielerorts über den gesamten Vorhersagezeitraum. Wer empfindlich auf Eibenpollen reagiert, sollte blühbereite Pflanzen möglichst nicht berühren und Abstand wahren. Ein leichtes Rütteln an den reifen Zäpfchen genügt, um rauchartige Wolken aus Millionen Eibenpollen aufsteigen zu lassen. Eiben sind vertraute Begleiter im Siedlungsraum, insbesondere auf Friedhöfen, in Parks und in Vorgärten. Auch in Waldgebieten ist die heimische Art immer wieder anzutreffen. 
Aus der großen Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) treten aktuell die besonders frühen, fremdländischen Vertreter auf den Plan. Ihr Pollenflug konzentriert sich vor allem auf den Westen und Süden, kann lokal, z. B. innerhalb städtischer Wärmeinseln, auch weiter im Osten und Norden beginnen. Mit südwestlichen Winden kann zudem Ferntransport aus der Mittelmeerregion dazukommen, wo die Blüte bereits in vollem Gange ist. Dem noch verhaltenen Geschehen hierzulande würde somit zeitweise ordentlich Nachdruck verliehen werden. 

Pollen von Pappel (Populus) und Ulme (Ulmus) bevorzugen vorerst noch den Südwesten und äußersten Westen des Landes, wo die Blüte dieser beiden Arten nun rasch voranschreitet. Dort sind in den Tieflagen geringe bis mäßige Pollenkonzentrationen möglich, in der Nähe zu blühenden Pappeln auch hohe. Einzelne Ulmen können auch weiter im Norden beginnen zu blühen und zumindest stellenweise geringen Pollenflug hervorrufen. 

Weiterhin eher vereinzelt lassen sich Pollen von Ahorn (Acer), Esche (Fraxinus), Weide (Salix) oder Ziergehölzen wie der Kornelkirsche (Cornus mas) detektieren, wobei die Eschenpollen aus dem Süden Europas kämen und auch mal an Südwestdeutschland vorbei bis in den Norden gelangen könnten.

Der Schimmelpilzsporenflug bleibt auch im beginnenden Frühling handzahm. Alternaria, Cladosporium und Epicoccum sind in allergologisch unbedeutender Zahl unterwegs. Auch Pleospora werden in trockener Luft wieder weniger.

Matthias Werchan, 25.02.2026


*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Hasel und die Erle für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Erle in der Luft in Europa finden Sie hier.

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