Aktuelle Wochenprognose des Pollenflugs für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Jonathan

Mittwoch, 23. September 2026 - Dienstag, 29. September 2026

Gräser (Poaceae)
Traubenkraut (Ambrosia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Blühender Senf (Sinapis) im Herbst – trotz Insektenbestäubung ist Pollenflug möglich. © Matthias Werchan

Trotz Spätsommercomebacks – die Pollensaison ist auf Abschiedstour.

Während der zurückliegenden Vorhersagewoche zeigte sich das Wetter von Nordost nach Südwest gestaffelt – von frühherbstlich bis spätsommerlich. Vor allem eine Kaltfront am Sonntag (20. September) führte kühlere Luft und Regen ins Land. Seit Wochenbeginn beruhigte sich das Wetter unter zunehmendem Hochdruckeinfluss allgemein wieder. Auch der Pollenflug blieb an unseren Messstellen unspektakulär auf einem frühherbstlichen Niveau. Sofern überhaupt Pollen in der Luft waren, blieb es häufig bei einzelnen Pollenkörnern, die meist der Fraktion der „krautigen Pflanzen“ bzw. der Gräser angehörten. Zu den Ausreißern gehörte Ambrosia, die mit weiterhin teils warnrelevanten Pollenmengen (mäßige Belastung) die Niederlausitz unsicher machte. Darüber hinaus begann an einigen Orten die Blüte der Zedern. Diese fremdländische Gattung aus der Familie der Kiefergewächse entlässt aus ihren männlichen Zapfen durchaus große, nadelbaumtypische Mengen an Pollen, die dann lokal noch einmal für einen Schwung frischer Pollen in der Luft sorgten und als Ausreißer einzuordnen waren. Unseren Messstellen entgangen sein könnten punktuell erhöhte Pollenkonzentrationen von beispielsweise Kreuzblütler-Pollen aus Senf- und Ölrettichfeldern, punktuelle Belastungen um lokal verstreute Ambrosiabestände oder spätblühende, nichtheimische Beifußarten herum. Ansonsten dürfte es auf weiter Flur kaum Grund für pollengetriebene Beschwerden gegeben haben. 
Der Vollständigkeit halber sei noch einmal erwähnt, von welchen weiteren Pflanzen Pollen registriert wurden: Ampfer, Brennnessel- und Hanfgewächse, Gänsefuß- und Knöterichgewächse, insektenbestäubte Korbblütler, Springkraut und Wegerich, außerdem Efeu und aus der Baumpollenfraktion die Zypressengewächse.
Die Sporen allergener Schimmelpilze flogen weiterhin fleißiger als allergene Pollen. Zum Überschreiten der Sporentyp-spezifischen Warnschwelle reichte aber sowohl bei Alternaria als auch bei Cladosporium nur in Ausnahmefällen, vorrangig im Westen und Südwesten, weniger im Norden und Osten. Epicoccum-Sporen flogen wenig verändert auf mäßigem bis hohem Konzentrationsniveau, womit häufig mehr Epicoccum-Sporen als Alternaria-Sporen in der Luft waren. 

Nach einem für die meisten Landesteile goldenen Herbstauftakt am heutigen Tag zieht in der Nacht eine schwache Kaltfront auf, die bis Freitag vor allem den Norden und Osten beeinflusst. Danach macht sich erneut warme Luft auf den Weg nach Deutschland. Diese hält sich voraussichtlich bis zum Ende der Vorhersagewoche und beschert weiten Landesteilen einen goldenen Altweibersommer mit hochsommerlichen Anklängen. Selbst heiße Tage mit Temperaturen um 30 °C lassen sich nicht ausschließen – jahreszeitgemäß ist das alles nicht. Typisch für die letzte Septemberwoche gestaltet sich dagegen das Gesamtpollenaufkommen – heißt: in der Fläche fast nix (kaum Pollenflug), lokal kann aber noch was gehen. Was genau, steht im folgenden Text. 

Die wenigen verbliebenen Pollen von Ampfer (Rumex), Wegerich (Plantago), Gräsern (Poaceae), Brennnessel- (Urticaceae) und Gänsefußgewächsen (Chenopodiaceae) genießen die kommenden warmen Tage mal allein, mal zu zweit, selten zu dritt. Die meisten Pollenallergiker können es ihnen gleichtun und die warmen Tage draußen weitgehend unbeschwert genießen. Es gibt aus dieser Ecke der „Pollenproducer“ nichts mehr zu befürchten.

Ambrosia (dt. Traubenkraut) ist ebenfalls weitgehend abgeblüht, sodass aus kleinen, lokalen Beständen in der Regel nichts Bewarnenswertes mehr entsteht. Dagegen sind die Großbestände im südöstlichen Brandenburg noch für etwas Pollenflug gut. Pollenzahl und das daraus resultierende Belastungsrisiko liegen jedoch meist auf geringem Niveau. Stellenweise sind höhere Belastungen weiterhin nicht auszuschließen. Mit der ab Sonntag (27. September) einströmenden Warmluft steigt die Wahrscheinlichkeit für einen späten Ferntransport aus Südosteuropa noch einmal an. Glücklicherweise klingt die Blüte der dortigen Riesenbestände allmählich aus, sodass auch bei idealer Anströmung nicht die „Welt untergeht“. 

Die Zedernblüte (Cedrus) hat stellenweise eingesetzt. Zumindest lokal rücken damit die windverbreiteten Pollen dieser in Gärten und Parkanlagen angepflanzten Bäume, häufig Atlaszedern (Cedrus atlantica), mengenmäßig in den Vordergrund. Während der kommenden sonnig-warmen Tage ist in der Nähe der blühenden Pflanzen auch starker Pollenflug möglich. Dieser sollte jedoch allergologisch nicht weiter auffallen, obwohl es in der wissenschaftlichen Literatur vereinzelt Hinweise auf Sensibilisierungen gegenüber Zedernpollen gibt.

Vereinzelte Pollen stammen unverändert von Beifuß (Artemisia), Efeu (Hedera), Hanfgewächsen (Cannabaceae), Heidekrautgewächsen (Ericaceae), Kreuz- (Brassicaceae) und Korbblütlern (Asteraceae), Knöterichgewächsen (Polygonaceae), Springkraut (Impatiens) und Zypressengewächsen (Cupressaceae). Der Pollenflug der Kreuzblütler erhält im Frühherbst zusätzlich Unterstützung durch die Blüte von Senf (Sinapis) und Ölrettich (Raphanus), die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auch hektarweise blühen können. Damit ist relevanter Pollenflug im nahen Umfeld der Felder möglich. Genauso wie Rapspollen können Senf- oder Rettichpollen bei ausreichend starkem Pollenkontakt Sensibilisierungen und Allergiesymptome hervorrufen. 

Die allergenen Schimmelpilzsporen Alternaria und Cladosporium haben ihre besten Tage hinter sich. Mit dem warmen und vielerorts sonnigen Wetter können die Sporenkonzentrationen am letzten Septemberwochenende jedoch noch einmal ansteigen und örtlich warnrelevante Werte erreichen. Auch bei Epicoccum kann sich der Sporenflug über die warmen Tage etwas intensivieren und häufiger hohe Werte erreichen. Dabei sind auch Konzentrationen möglich, die oberhalb der für Alternaria-Sporen definierten Reizschwelle liegen. Eine eigene Reizschwelle ist für Epicoccum allerdings nicht bekannt. Über mögliche Kreuzreaktionen zwischen den Sporen von Epicoccum und Alternaria wird in der Fachliteratur jedoch berichtet.

Matthias Werchan, 23.09.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

Für die Anmeldung unseres wöchentliches Newsletters schreiben Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Anmeldung des PID Newsletters“ an barbora.werchan[at]charite.de Dankeschön!

Facebook
X
Instagram


Alle Informationen sind ohne Gewähr.

Ein vollständiger oder auszugsweiser Nachdruck dieser Vorhersage ist unter Angabe der Quelle erlaubt.

 

 

Archiv