Aktuelle Wochenprognose des Pollenflugs für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Rosalie

Mittwoch, 19. August 2026 - Dienstag, 25. August 2026

Traubenkraut (Ambrosia)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Ampfer (Rumex)
Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gräser (Poaceae)
Hopfen (Humulus - Cannabaceae)
Wegerich (Plantago)
Blühender Hopfen (Humulus) – noch lässt sich dieser mancherorts entdecken. © Hans-Joachim Severin

Der Pollenflug lässt Federn – nur Ambrosia legt langsam zu.

Nach einem eindrucksvollen Hitzefinale in den ersten Tagen der zurückliegenden Vorhersagewoche wechselte der Sommer in der Folge in den Sparmodus. Mit dem Rückzug der Heißluft gingen erfolgreich Niederschlagsgebiete an den Start, die in den Dürreregionen zu ersten Entlastungen führten. Der Pollenflug erlebte ein kräftiges Auf (in der trockenen Warmluft) und Ab (in der unbeständigen Westwindwetterlage). Der Beifuß als bedeutsamster Allergiebringer des späten Sommers ließ sich von der bereits fortgeschrittenen Saison nicht einschüchtern und legte sich vor allem in der großen Nordosthälfte bis zur Wetterumstellung noch einmal kräftig ins Zeug, sodass dort hohe Belastungen bis in den Bereich saisonaler Peaks überwogen. Die anderen Regionen hatten überwiegend mit geringen bis mittleren Belastungen zu tun, im Umfeld blühender Bestände sicherlich auch mehr. Gegen Ende ließ auch im Norden und Nordosten der Beifußpollenflug deutlich nach. 
Der anfangs verbreitet starke, im Süden und Südwesten mäßige Pollenflug der Brennnesselgewächse wurde infolge des Wetterwechsels auf meist geringe bis mittlere Werte zusammengestrichen. Ähnlich erging es auch den anderen Pollenarten. Das mittlere bis vereinzelt starke Pollenaufkommen der Hanfgewächse inklusive saisonaler Peakwerte reduzierte sich durch Regen und kühlere Nordseeluft ebenso wie jenes von Ampfer und Wegerich. Bei Gräsern und Gänsefußgewächsen waren beim generell meist schwachen Pollenflug kaum witterungsbedingte Veränderungen feststellbar. Der Ambrosiapollenflug bekam regional, speziell im Osten des Landes, erstmals etwas Substanz bis hin zu tageweise mäßigen, in der Niederlausitz auch hohen Belastungen. Andere Pollen stammten in sehr geringer Zahl hauptsächlich von insektenbestäubten Korbblütlern in Kombination mit Pollen weiterer insektenbestäubter krautiger Pflanzen. Vereinzelt kamen Lindenpollen oder Pollen der Zypressengewächse hinzu. 
Der Sporenflug schlug in den letzten Tagen einen ähnlichen Weg ein wie der Pollenflug. Die anfangs oft starken Sporenflüge oberhalb der Reizschwelle, insbesondere bei Alternaria, ließen infolge der aufkommenden Regenfälle merklich nach. Seitdem wurden nur stellenweise geringe Überschreitungen registriert. Der Sporenflug von Epicoccum war durchweg mäßig. Einbußen musste aber auch dieser Sporentyp seit Beginn der neuen Woche hinnehmen.  

Aktuell und in den nächsten Tagen trendet in vielen Dürregebieten endlich das Wort Regen. Trockenheit und Hitze als DIE Schlagworte des diesjährigen Sommers haben zunächst einmal ausgedient. Wer am Ende mit wie viel Regen dasteht, ist allerdings noch ungewiss. Der Pollen- und Sporenflug passt sich der „neuen Realität“ an und dürfte sich keine größeren Eskapaden leisten.

Der Beifußpollenflug (Artemisia) hat sich bereits abgeschwächt. Dazu endet in den kommenden Tagen die Hauptblütezeit des weit verbreiteten Gemeinen Beifußes (Artemisia vulgaris). Andere, später blühende heimische Arten werden den Rückgang der Pollenkonzentrationen nicht ausgleichen können. Daher dürften hohe Belastungen alsbald Seltenheitswert haben und sich selbst im pollenstarken Nordosten nur noch lokal behaupten können. Es überwiegen schwache, im Nordosten auch mäßige Belastungen. Auch in den höheren Berglagen ist nur wenig Beifußpollen unterwegs. 

Die Gräserpollenwerte (Poaceae) bleiben fast überall niedrig. Wo sollen größere aktive Pollenmengen unter den aktuellen Umständen – erst lange Dürre, jetzt häufig Regen – auch herkommen? Bei den meisten Gräserpollenallergikern dürften sich also keine Allergiesymptome mehr einstellen. Im Umfeld spätblühender Arten, wozu auch viele Ziergräser gehören, sind spürbare Symptome jedoch nicht gänzlich auszuschließen. 

Die Brennnesselgewächse (Urticaceae) befinden sich in der Endphase ihrer Hauptblütezeit. Der Pollenflug kann an trockenen Tagen regional noch hohe Werte erreichen, speziell in der Nordhälfte. Ansonsten geht es mit mittleren Pollenkonzentrationen weiter. An regenreichen Tagen dümpelt der Pollenflug auch auf niedrigem Niveau herum. 

Das Traubenkraut (lat. Ambrosia) gehört zu den wenigen Arten, deren Pollenflug zu dieser Jahreszeit noch deutlich zulegen kann. Angesichts der nur regional wirklich bedeutsamen Vorkommen, vornehmlich im Südosten von Brandenburg, und der wechselhaften Grundstimmung beim Wetter ist das Eskalationspotenzial in den nächsten Tagen innerhalb Deutschlands begrenzt. In trockenen Phasen ziehen durch die beginnende Vollblüte der Ambrosia jedoch rasch Belastungen auf, die vor allem das südliche Brandenburg und das nördliche Sachsen betreffen und hier dann stellenweise hoch ausfallen. Ansonsten sind es eher die „lokalen Geschichten“ um kleine, mittlere oder auch mal größere Bestände, in deren Umfeld die Pollenwerte hoch genug ausfallen können, um spürbar zu werden. Die Pflanze hat sich außerhalb der Niederlausitz meist entlang von Autobahnen, Fernstraßen und anderer Infrastruktur sowie auf Sonnenblumenfeldern, Erdzwischenlagern und Brachflächen etabliert. Ambrosia ist eng mit dem Beifuß verwandt. Allergische Kreuzreaktionen zwischen den beiden Gattungen kommen häufig vor. 

Die Hanfgewächse (Cannabaceae) haben den Höhepunkt ihrer Blütezeit überschritten. Die Werte sind nicht nur witterungsbedingt rückläufig. Mittlere und punktuell hohe Pollenkonzentrationen treten an trockenen Tagen vor allem noch im Norden auf. Ansonsten ist leichter Pollenflug vornehmlich des Hopfens (Humulus) zu erwarten. 

Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) machen sich selbst an „guten Tagen“ mit allenfalls geringen Pollenkonzentrationen bemerkbar; direkt bei den Pollenquellen ist jedoch weiterhin mehr möglich. Die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) sind derzeit voll aktiv. Die Pollenverteilung wird aber durch das wechselhafte Witterungsgeschehen begrenzt. Theoretisch sind jetzt im Spätsommer die saisonalen Maxima zu erwarten. Diese sind jedoch im Vergleich zu anderen Windbestäubern niedrig. Nur im Umfeld größerer Ansammlungen von Gänsefuß (Chenopodium), Amaranth (Amaranthus) oder Melde (Atriplex) treten hohe Pollenkonzentrationen auf. Pollen einiger Arten der Familie der Gänsefußgewächse sind nachweislich allergen und zählen zumindest in Ländern des ariden Südens, z. B. im Nahen Osten, zu den bedeutsamen Allergieauslösern. 

Pollen, die weiterhin oder erstmals in kleiner Zahl messbar sein können, stammen von Heidekrautgewächsen (Ericaceae), Linde (Tilia), Löwenzahn (Taraxacum Cichorioideae) und Zypressengewächsen (Cupressaceae). Zahlreich blühen insektenbestäubte krautige Pflanzen wie Dolden- (Apiaceae), Kreuz- (Brassicaceae) und besonders auch Korbblütler (Asteraceae) oder Rötegewächse (Rubiaceae), Springkraut (Impatiens) oder Büschelblume (Phacelia). Achtung bei selbstgesammelten Feldblumensträußen in der heimischen Stube. Diese können unter Umständen Allergiesymptome hervorrufen, sofern sich zahlreiche Korbblütler darin verstecken und man Beifuß- oder Ambrosiapollenallergiker ist. Denn auch die Pollen insektenbestäubter Korbblütler-Arten können bei ausreichender Menge allergische Kreuzreaktionen verursachen.

Bei den allergenen Schimmelpilzsporen der Marke Alternaria und Cladosporium kommt es in den nächsten Tagen nur selten oder auf räumlich eng begrenztem Raum zu deutlichen Überschreitungen der Sporentyp-spezifischen Warnschwellen. An niederschlagsreichen Tagen sowie generell an der See bei auflandigem Wind und in höheren Berglagen werden diese beständig verfehlt.
Der Flug von Epicoccum-Sporen bleibt meist stabil. Die Hauptflugphase dieses Sporentyps hat gerade erst begonnen. Meist ist mäßiger Sporenflug vorherrschend.

Matthias Werchan, 19.08.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


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Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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