Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Xenia

Mittwoch, 05. August 2026 - Dienstag, 11. August 2026

Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Hopfen (Humulus - Cannabaceae)
Ampfer (Rumex)
Gräser (Poaceae)
Wegerich (Plantago)
Der Beifuß (Artemisia) macht sich jetzt überall blühbereit. © Matthias Werchan

Beifuß rückt in den Mittelpunkt – Schimmelpilzsporen mischen weiter kräftig mit.

Während der letzten Tage ging es um uns herum recht turbulent zu. Zum einen wechselten sich mehrfach kühlere mit heißen Luftmassen ab, teils begleitet von starken Schauern und Gewittern und kräftigen Windböen. Zum anderen kräftigte sich der Pollen- und Sporenflug gleich mit, womit es auch für Allergiebetroffene turbulenter wurde. Die Pollen der Brennnesselgewächse stellten von „halbe Kraft voraus“ auf „volle Kraft voraus“ um – speziell in der Nord- und Osthälfte. Dabei wurden hier dann Werte im Bereich saisonaler Spitzenkonzentrationen registriert. Im Westen und Süden blieb es insgesamt ruhiger. Auch der allergene Beifuß „setzte die Segel“ mit vor allem nach Nordosten rasch ansteigenden Pollenwerten und mittleren bis hohen Pollenbelastungen an immer mehr Pollenmessstationen. Im Süden und Westen blieb der Beifußpollenflug bescheidener bzw. belastete weniger. Der Hopfenpollenflug setzte ein. Einzelne Stationen meldeten sogar schon mäßigen Pollenflug. Bei den anderen Pollenarten änderte sich nicht viel gegenüber der Vorwoche. Gering bis mäßig flogen Pollen von Ampfer, Gänsefußgewächsen, Gräsern, inklusive Mais sowie vom Wegerich. Einzelne Pollen stammten von Linde, Zypressengewächsen, Korb- oder Kreuzblütlern oder anderen insektenbestäubten krautigen Pflanzen mit nur sehr begrenzten Pollenfreisetzungsfähigkeiten. Ambrosiapollen blieben weiterhin die absolute Ausnahme.
Der Sporenflug legte gegenüber der Vorwoche vor allem im Norden und Osten nach vorangegangenen Regenfällen deutlich zu. Saisonale Spitzenwerte wurden an einzelnen Tagen sowohl bei Alternaria als auch bei Cladosporium erreicht. Die Schwankungsintensität von Tag zu Tag oder auch während des Tages war allerdings, u. a. aufgrund der Niederschläge, recht groß. Im Westen und Süden war der Sporenflug von Alternaria und Cladosporium insgesamt weniger intensiv. Die Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte zur möglichen Auslösung von Allergiesymptomen wurden hier nicht so verbreitet und weniger stark überschritten als weiter nach Norden und Osten. Die Sporen von Epicoccum setzten mit den ersten hohen Sporenkonzentrationen dieser Saison ebenfalls Akzente. Meist blieben die Werte bei Epicoccum aber im mittleren Konzentrationsbereich. 

In den kommenden Tagen steht mit dem voraussichtlichen Maximum des Pollenflugs krautiger Pflanzen das vorläufige Finale der diesjährigen Pollensaison an. Das Wetter dürfte größtenteils mitspielen, da häufig die altbekannt warme bis heiße Luft vorherrscht und die dürftigen Niederschläge die Pollenausbreitung kaum einschränken dürften. Nur im Alpenraum sind zumindest anfangs stärkere Niederschläge möglich, die für zeitweilig pollenarme Verhältnisse sorgen. 

In dieser Vorhersagewoche hält unter den bekannten allergenen Pollen der Beifuß (Artemisia) das Zepter in der Hand.  Der Höhepunkt der Blüte und des Pollenflugs ist deutschlandweit nah und könnte bereits in der aktuellen Vorhersagewoche erreicht werden. Damit verbunden sind in der gesamten Nord- und Osthälfte häufig hohe Belastungen, mit den wie üblich höchsten Werten in der Umgebung der nun überall aufgeblühten Pflanzen. Im Süden und Südwesten sind Beifußpollen traditionell weniger stark vertreten und die Belastungen in der Fläche eher mäßig. Allerdings muss zumindest in der Nähe zu den blühenden Stauden starker Pollenflug einkalkuliert werden. Im Alpenraum ist nur wenig Beifußpollen unterwegs, was mit dem Niederschlagsreichtum der kommenden Tage und der mit zunehmender Höhe abnehmenden Zahl an Beifußpflanzen zusammenhängt. Die Beifußblüten öffnen sich in den frühen Morgen- und Vormittagsstunden. Daher tummeln sich die Pollen während des Tages gerne in diesen Stunden in der Luft. Bevorzugte Habitate des Beifußes sind besonnte und ungepflegte oder brachgefallene Flächen, wie Weg- und Grabenränder, Baustellen und Bahndämme oder Abraumhalden.
 
Gräserpollen (Poaceae) speisen sich nur noch aus wenigen Quellen. Allergiesymptome durch Gräserpollen sollten für die meisten Gräserpollenallergiker kaum oder höchstens schwach spürbar sein. Nur an wenigen Stellen können die Konzentrationen auch mal zu (stärkeren) Symptomen führen. Nach wie vor sind dies naturnahe und länger ungemähte Wiesen mit genügend Feuchteversorgung, hochgelegene Almwiesen oder die unmittelbare Umgebung „exotischer Dekogräser“ wie Chinaschilf (Miscanthus) oder spätblühender Gräser wie Fingerhirse (Digitaria).  
Die Maisblüte (Zea) zieht sich immer mehr in den Norden und höher gelegene Anbaugebiete zurück. Dort kann Maispollen in der Umgebung der Ackerschläge als zusätzliche Reizquelle für Betroffene fungieren, ansonsten ist "Maispollen" kein „Reizwort“ mehr. 

Die Brennnesselgewächse (Urticaceae) haben aktuell ihre aktivste Blühzeit. Allerdings nimmt die starke Trockenheit in vielen Landesteilen erheblich Einfluss auf die Fitness der Pflanzen, insbesondere auf die Fitness der namensgebenden Brennnesseln. Daher ist der Pollenausstoß insbesondere von der Mitte bis in den Westen und Süden reduziert. Hier kommen trotz guter Pollenflugbedingungen nicht überall hohe Pollenkonzentrationen zustande. Weiter nach Nordosten sind hohe Pollenwerte jedoch an der Tagesordnung. Es können weiterhin saisonale Spitzenwerte auftreten – Rekordwerte sind unwahrscheinlich.  

Pollen von Ampfer (Rumex), Wegerich (Plantago) und Gänsefußgewächsen (Chenopodiaceae) fliegen beständig in geringer Zahl. Je näher man den blühenden Pflanzen kommt, umso mehr ist die Luft mit Pollen geladen. Dabei können dann auch hohe Konzentrationen mit Allergierelevanz auftreten. 
Insbesondere beim Wegerich wird in Deutschland immer wieder mal von Allergiesymptomen durch einen (engen) Kontakt zu blühenden Pflanzen berichtet. Beim Ampfer ist über mögliche unangenehme Begleiterscheinungen des Pollenflugs in Deutschland kaum etwas bekannt. Allergiesymptome lassen sich jedoch nicht völlig ausschließen. Pollen einiger Arten der Familie der Gänsefußgewächse sind nachweislich allergen und zählen zumindest in Ländern des ariden Südens, z. B. im Nahen Osten, zu den bedeutsamen Allergieauslösern. 

Die Hanfgewächse (Cannabaceae) legen beim Pollenflug eine weitere Schippe drauf. Auch hier nähern wir uns dem alljährlichen Peak, der hauptsächlich durch die Blüte des weit verbreiteten Hopfens (Humulus) verursacht wird. Pollen der Familie der Hanfgewächse, also vorwiegend Hopfenpollen, können an unseren Messstationen teils Werte wie die des Beifußes erreichen. Allerdings ist die Allergenität der Pollen des heimischen Hopfens (Humulus lupulus) um einiges geringer als die des Beifußes. Anders sähe es mit dem Japanischen Hopfen (H. scandens) aus, der als invasive Art eingestuft ist und dessen Pollen ein hohes allergenes Potenzial aufweisen, zumindest in Ostasien. Daher kann man von Glück reden, dass sich diese Art bisher kaum in Deutschland ausgebreitet hat.

Das Traubenkraut (lat. Ambrosia) beginnt zaghaft zu blühen. Die Pollenfreisetzung beginnt. Geringe Belastungen schleichen sich in der Fläche zunächst in Südostbrandenburg ein, wo die Pflanze Äcker und Straßenränder in großer Zahl besiedelt. Ansonsten sind es einzelne Ambrosiapollen, die jetzt auftreten können. Vereinzelt kann es zu ersten geringfügigen Ferntransporten von Ambrosiapollen aus Frankreich kommen, die dann im Südwesten anklopfen würden.

Zu den oben genannten Pollenarten gesellen sich gelegentlich oder in meist sehr geringen Anteilen folgende Pollenarten: Esskastanie (Castanea), Linde (Tilia) und Zypressengewächse (Cupressaceae). Zahlreich und weit verbreitet blühen insektenbestäubte krautige Pflanzen wie Korb- (Asteraceae) und Kreuzblütler (Brassicaceae), Heidekraut- (Ericaceae) und Rötegewächse (Rubiaceae), Löwenzahn und Artverwandte (Taraxacum Cichorioideae), Natternkopf (Echium), Büschelblume (Phacelia) und weitere, die mit einzelnen Pollenkörnern zum Pollenspektrum beitragen. 

Der Flug allergener Schimmelpilzsporen bleibt auf einem stabil hohen Niveau. Die Sporentyp-spezifischen Warnschwellen von Alternaria und Cladosporium werden besonders dort weit überschritten, wo nach Regenfällen wieder warmes Sommerwetter einzieht und wo es noch größere Getreideflächen abzuernten gilt. Davon ist vor allem im Norden und Nordosten auszugehen. In der Südhälfte ist der Sporenflug all in all weniger belastend. Schwellenwertüberschreitungen sind aber überall möglich und zumindest tageweise wahrscheinlich. Epicoccum ist mit teils mäßigen, teils anhaltend hohen Konzentrationen in der Luft vertreten. Eine Warnschwelle ist für diesen Sporentyp nicht bekannt. Kreuzreaktionen zwischen den Sporen von Epicoccum und Alternaria sind jedoch möglich.   

Matthias Werchan, 05.08.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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