Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Svea

Mittwoch, 07. Oktober 2026 - Dienstag, 13. Oktober 2026

Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Traubenkraut (Ambrosia)
Auch wenn mal die Sonne scheint, die Pollen sind nun verschwunden. © Matthias Werchan

Der Herbst räumt auf – die Pollen ziehen von dannen.

In der zurückliegenden Vorhersagewoche erquickten erstmals seit längerem üppige Niederschläge die gesamte Westhälfte des Landes. Die zuvor noch wetterbestimmende Sommerluft wurde mit Durchzug des Regens aus Deutschland verdrängt und machte nach Abzug des Tiefs Platz für meist goldenes und immerhin noch mildes Oktoberwetter. Die grauen Wolken verzogen sich damit schneller und nachhaltiger als in der letzten Vorhersage zunächst „befürchtet“. In der Osthälfte kam aber vom Regen so oder so nur wenig bis nichts an. Der Pollenflug hätte unter diesen Bedingungen noch einmal leichtes Spiel gehabt – goldenes und mildes Oktoberwetter ist schließlich nicht die Regel. Trotzdem reichte es meist nur noch für eine klitzekleine Prise Pollen in der Luft. Diese Prise bestand aus den nahezu aufgebrauchten Restbeständen der Sommer- und Spätsommerblüher. Wie in den Wochen zuvor waren demnach einzelne Pollen von Ampfer, Beifuß, Brennnessel- und Gänsefußgewächsen, Gräsern und Wegerich in der Luft. Anfangs standen im äußersten Osten auch noch Ambrosiapollen auf der Matte und sorgten hier für verbreitet geringe bis knapp mäßige Belastungen. 
Einen Platz auf dem Treppchen erarbeiteten sich mancherorts die in Parks und Gärten hin und wieder angepflanzten Zedern, die lokal mit mäßigem bis starkem Pollenflug aufwarteten, ansonsten zumindest mit einzelnen Pollen. In der Umgebung von Efeu, Kreuzblütlern (Senf- und Ölrettichfelder), Knöterichgewächsen, Korbblütlern und Zypressengewächsen ließ sich auch mal ein Quäntchen Pollen aufstöbern. Alles in allem kein wirkliches Belastungsensemble mehr, eher ein letzter Gruß aus der „Pollenküche“. 
Die Zahl der Schimmelpilzsporen fiel gegenüber der Vorwoche insgesamt zurück. Der Wetterumschwung beendete die in der warmen Sommerluft zuvor noch stellenweise aufgetretenen starken Sporenflüge von Alternaria, Cladosporium und Epicoccum. Die Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte zur möglichen Auslösung von Allergiesymptomen wurden sowohl bei Alternaria als auch bei Cladosporium nur noch ganz vereinzelt knapp erreicht, meist also unterschritten. Wirklich sporenarm war die Luft angesichts des goldenen Oktoberwetters dennoch nicht. 

In dieser letzten Vorhersagewoche der diesjährigen Pollensaison zieht der Herbst andere Saiten auf. Der Himmel wird grauer, die Luft kühler, das Wetter regnerischer und windiger. Vor allem die Nordhälfte und hier besonders der Nordwesten bekommt den satten Vollherbstgenuss, während es weiter südlich im Verlauf wieder hochdrucklastiger und damit ruhiger zugehen könnte. Unter dem herbstlichen Wetter der kommenden Tage checken die Pollen endgültig aus. Spürbare Belastungen bzw. Allergiesymptome durch irgendeine der im Folgenden aufgeführten Pollenarten dürften damit (weitestgehend) der Vergangenheit angehören. Bei den Sporen ist weiterhin mehr los. Hier gehen bis zum Saisonende noch ein paar Wochen ins Land.

Das heraufziehende Usselwetter geht „rücksichtslos“ gegen die in der Luft verbliebenen Pollen vor. Damit verabschieden sich die meisten der verbliebenen Pollenarten für dieses Jahr, selbst wenn sich die Bedingungen für den Pollenflug in der zweiten Hälfte des Vorhersagezeitraums oder auch danach noch einmal merklich verbessern sollten. 
Sehr selten treten „in Einzelvertretung“ Pollen von Ambrosia (dt. Traubenkraut), Ampfer (Rumex), Beifuß (Artemisia), Wegerich (Plantago), Gräsern (Poaceae), Brennnessel- (Urticaceae) und Gänsefußgewächsen (Chenopodiaceae) in Erscheinung.

Ein klein wenig häufiger können die örtlich noch blühenden Zedern (Cedrus) an sonnigen und milden Nachmittagen mit Pollen aufwarten. Lokal ist dann selbst mäßiger Pollenflug kurzzeitig möglich. 
Ganz ausschließen lassen sich auch Pollen von Efeu (Hedera), Kreuz- (Brassicaceae) und Korbblütlern (Asteraceae), Knöterichgewächsen (Polygonaceae), Springkraut (Impatiens) und Zypressengewächsen (Cupressaceae) nicht, dafür sollte es aber zumindest längere Zeit trocken sein. 

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass die an Haseln (Corylus), Erlen (Alnus) und Birken (Betula) frisch angelegten und bereits gut erkennbaren grünen Kätzchen momentan keine Gefahr für die Allergiebetroffenen darstellen. Zunächst braucht es wenigstens mal eine Zeitlang kaltes Herbstwetter, bevor die Kätzchenreifung überhaupt wieder einsetzt. Die Pollen dieser Frühblüher bleiben also bis auf Weiteres zu Haus. 

Beim Sporenflug allergener Schimmelpilze ist wetterbedingt zunächst einmal Flaute. Die Sporenkonzentrationen von Alternaria und Cladosporium liegen weit unterhalb ihrer Sporentyp-spezifischen Warnschwellen, Epicoccum bewegt sich auf geringem Konzentrationsniveau. Allergiesymptome sind daher nicht zu erwarten. Mit einer möglichen Wetterberuhigung kann der Sporenflug der drei genannten Sporentypen wieder leicht zulegen. Aber auch dann ist es bis zum Ende des Vorhersagezeitraums sehr unwahrscheinlich, dass die Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte bei Alternaria oder Cladosporium irgendwo noch einmal geknackt werden. Was nicht heißt, dass eine sehr milde und trockene Wetterlage später im Oktober noch einmal die Voraussetzungen für ein lebhafteres Treiben schaffen könnte. Epicoccum-Sporen erreichen in dieser Vorhersagewoche keine hohen Konzentrationen mehr. Später im Herbst ist allerdings fast sicher wieder mit zeitweilig und örtlich starkem Sporenflug dieses Typs zu rechnen.

Sporen senden im Herbst allerdings nicht nur die Schimmelpilze aus. Auch eine große Vielfalt von Ständerpilzen (Basidiomycota) wirft mit Sporen, sogenannten Basidiosporen, um sich. Einigen Arten wird ein allergenes Potenzial zugeschrieben. Die Konzentrationen dieser kleinen Sporen in der Außenluft können noch über Wochen hinweg auf hohem Niveau liegen, teils in Größenordnungen, die mit denen von Cladosporium im Sommer vergleichbar sind. Zu den Ständerpilzen gehören nicht nur die bekannten Vertreter im Wald und auf der Wiese wie Steinpilz, Pfifferling und Fliegenpilz, sondern auch Rostpilze (Pucciniales), sie beispielsweise auf Blättern von Bäumen wie der Birke vorkommen. Auch deren Sporen lässt sich möglicherweise ein allergenes Potenzial zuschreiben. 


>> Mit dem nahezu vollständigen Verschwinden der Pollen aus der Luft beenden wir nach 34 ereignisreichen Wochen die regelmäßigen Vorhersagen unserer Stiftung für diese Pollensaison.
Allen Leserinnen und Lesern dieses Bulletins gilt an dieser Stelle ein ganz herzlicher Dank für Ihr stetiges Interesse, Ihren Zuspruch und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit! Wir werden Sie auch in der nächsten Saison wieder mit dem Neuesten aus der Pollen- und Sporenszene versorgen.  Sobald die ersten Haseln wieder Tatendrang verspüren, sind wir erneut zur Stelle. << 

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser und aller vorherigen Wochenpollenvorhersage dieses Jahres. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

Für die Anmeldung unseres wöchentliches Newsletters schreiben Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Anmeldung des PID Newsletters“ an barbora.werchan[at]charite.de Dankeschön!

Facebook
X
Instagram


Alle Informationen sind ohne Gewähr.

Ein vollständiger oder auszugsweiser Nachdruck dieser Vorhersage ist unter Angabe der Quelle erlaubt.

 

 

Archiv