Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Randolf

Mittwoch, 11. März 2026 - Dienstag, 17. März 2026

Birke (Betula)
Esche (Fraxinus)
Hainbuche (Carpinus)
Eibe (Taxus)
Pappel (Populus)
Ulme (Ulmus)
Zypressengewächse (Cupressaceae)
Erle (Alnus)
Hasel (Corylus)
Die gefürchtete Birkenpollensaison (Betula) wirft bereits ihre Schatten voraus. © Matthias Werchan

Nach dem Erlenpollenfeuerwerk kündigen sich Esche und Birke an.

Aufgrund des anhaltend milden und trockenen Frühlingswetters stäubten sich die derzeit aktiven Windbestäuber auch in den vergangenen Tagen dumm und dämlich, wobei allerdings die Haseln in großen Landesteilen kaum noch Ertrag abwarfen – das Ende der Haselpollensaison ist erreicht. Bei den Erlen ging es vor allem in der großen Nord- und Osthälfte nochmals richtig zur Sache mit durchweg hohen Belastungen. Erneut wurde der Schwellenwert für diese Belastungsstufe, der bei 100 Pollen pro Kubikmeter Luft pro Tag erreicht ist, verbreitet um das Zigfache überschritten. Im Südwesten und Westen ließ der Erlenpollenflug insgesamt nach, hohe Belastungen traten nicht mehr überall und durchgehend auf, was dem Auslaufen der Erlenpollensaison in diesen Regionen geschuldet war. Die hohen Märztemperaturen führten hier jedoch zur sofortigen Weitergabe des „Staffelstabs“ an den nächsten Allergietreiber des Frühjahrs, der Esche. Im äußersten Westen und Südwesten kam es bereits zu hohen Eschenpollenbelastungen, in der Mitte zu geringen bis mäßigen. Im Norden und Osten war die Luft noch mehr oder weniger Eschenpollen-frei. Aktuell platzen entlang des Rheins sogar schon erste Birkenkätzchen auf – der nächste Höhepunkt der Pollensaison kündigt sich an. 
Ansonsten flogen in den vergangenen Tagen reichlich Pollen von Eibe, Pappel und Ulme, wobei die Pappel häufig sogar hohe bzw. überdurchschnittliche Pollenkonzentrationen verursachte, die Eibe zwar auch meist hohe, aber keine außergewöhnlich hohen Mengen. Außerdem gingen die Eibenpollenwerte im Südwesten und Westen bereits zurück, während sie im Norden und Osten, der nachhinkenden phänologischen Entwicklung in diesen Gebieten entsprechend, in den letzten Tagen erstmals bedeutend zulegten. Die Weidenblüte machte ebenfalls deutliche Fortschritte, sodass sich der Pollenflug vom Westen und Süden kommend bereits weit in den Norden ausdehnte und dabei geringe bis mäßige Pollenwerte hervorrief, lokal auch mehr. Dazu kamen Pollen der Zypressengewächse in meist geringer bis mittlerer Zahl. In den mildesten Rheinlagen begann zudem die Blüte der Hainbuche und löste dort prompt mittleren bis starken Pollenflug aus. Um den Sack endlich zuzumachen, seien abschließend noch Ahorn, Lärche und Rosengewächse erwähnt, die für sehr seichten Pollenflug speziell im Westen und Südwesten sorgten, wobei Ahornpollen auch schon im Norden und Osten auftauchten. 
Während die Pollen für Halligalli in der Luft sorgten, gingen die Sporen der Schimmelpilze behutsam mit den Betroffenen um. Erwähnenswerte Belastungen traten nicht auf. 

In den kommenden Tagen muss man sich zur Abwechslung mal wieder auf Temperaturen einstellen, die einem Übergangsmonat (Übergang vom Winter in den Frühling) besser zu Gesicht stehen als die Mildbrumme der zurückliegenden drei Wochen. Das vorhergesagte wechselhafte und kühle Wetter dürfte nach diesem fulminanten ersten Höhepunkt der Pollensaison zu einer spürbaren Erleichterung bei vielen Allergiebetroffenen beitragen – allerdings nur vorübergehend, denn die Natur ist nun erwacht und zahlreiche Baumarten im „Liebesrausch“.

Bei der Hasel (Corylus) ist das große Stäuben vorbei. Die Pollenkonzentrationen nehmen in den nächsten Tagen nicht nur witterungsbedingt weiter ab. Meist ist der Pollenflug schwach, nach Nordosten und in den östlichen Mittelgebirgen auch noch mäßig. Die spätblühenden Korkenzieher-Haseln, eine Gartenvarietät der heimischen Haseln, können in den kühleren Ecken des Landes zusätzlich belasten, punktuell auch hoch.

Nachdem sich die Erlen (Alnus) für drei lange Wochen über unseren Köpfen ausgetobt haben, kehrt zwar nicht sofort Stille ein, aber merklich ruhiger wird's. Mit dem Abdrängen der Mildluft und den aufziehenden Regenfällen gehen die vormals (extrem) hohen Pollenkonzentrationen schrittweise oder auch sprunghaft zurück. Ein hohes Belastungsniveau wird an trockenen Tagen häufig noch in der Nordosthälfte und im Osten Bayerns sowie in den höheren Berglagen erreicht, ansonsten verblassen allmählich die roten Farben auf dem Warntableau – ein überwiegend schwaches bis mittleres Belastungsniveau stellt sich ein.

Die Esche (Fraxinus) blüht und stäubt in den kommenden Tagen vor allem in der Südwest- und Westhälfte bis in etwa hinauf zur Landesmitte. Hier schwanken die Pollenkonzentrationen zwischen gering und hoch, hoch vor allem dann, wenn sich längere freundliche Witterungsabschnitte dazwischenmogeln. Von der Mitte weiter nach Norden und Osten ist es für hausgemachten Eschenpollenflug meist noch zu früh. Der signifikante phänologische Rückstand der dortigen Pflanzen lässt grüßen und sich in den kommenden Tagen auch nicht so weit aufholen, dass es den Eschen verbreitet zum Blühen reicht. Bis zum Wochenende können jedoch mit Südwind Eschenpollen aus der Ferne in den Südosten und Osten transportiert werden. Zeitweilig stärkere Belastungen sind bis dahin also nicht unmöglich. 

Bedauerlicherweise muss bereits in dieser Vorhersagewoche und damit ungewöhnlich früh im Jahr mit aufkommendem Birkenpollenflug (Betula) im Rhein- und Mainumfeld und stellenweise in entfernteren städtischen Wärmeinseln gerechnet werden. Aufgrund kühlerer Luftmassen ist ein imposantes Durchstarten der Birkenpollensaison allerdings nicht abzusehen. In den genannten Regionen treten zunächst meist geringe bis mäßige Belastungen auf. Gegen Ende der Vorhersageperiode und einer möglicherweise anstehenden mildtemperierten Hochdrucklage sind hier dann erste hohe Belastungen denkbar. Dem größten Teil Deutschlands kommt in den nächsten Tagen der Entwicklungsrückstand der Vegetation zugute, der weder Birkenblüte noch Birkenpollenflug zulässt. Mögliche Pollenferntransporte dürften minimal ausfallen und nicht belastungsentscheidend sein. 

Die Pollen der Hainbuche (Carpinus) machen sich nahezu gleichzeitig mit den Pollen ihrer nahen Verwandten, der Birke, auf den Weg. Regional hat der Pollenflug bereits kräftig eingesetzt, beschränkt sich bis zum Ende der Vorhersageperiode jedoch vorwiegend auf die milderen Ecken Nordrhein-Westfalens, auf das Rhein-Maingebiet und die tieferen Lagen entlang des Rheins. Dort ist geringer bis mäßiger Pollenflug, bei längerem Sonnenschein auch starker Pollenflug drin. Im großen Rest des Landes ist nur punktuell der Beginn der Blüte und lokaler Pollenflug möglich, bevorzugt innerhalb städtischer Wärmeinseln. Hainbuchenpollen können Birkenpollenallergiker über Kreuzreaktionen ebenfalls betreffen.

Die Hauptblüte der Eibe (Taxus) verlagert sich mehr und mehr in die Nord- und Nordosthälfte, wo an trockenen und windigen Tagen hohe Pollenkonzentrationen auftreten. Kurzzeitig können Eibenpollen auch zur häufigsten Pollenart in der Luft avancieren. In den klimatischen Gunsträumen des Südens und Westens klingt die Blüte bereits wieder aus und hohe Pollenkonzentrationen treten selbst bei guten Pollenflugbedingungen nicht mehr auf.
In der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) blüht es sich in dieser und auch in den darauffolgenden Vorhersagewochen munter vor sich hin. Während einige Arten bereits verblühen, steht bei anderen die Blüte noch bevor. So ist bei trockenem Wetter nahezu überall geringer Pollenflug möglich, je nach Örtlichkeit aber auch mal starker – wo genau wie viel ankommt, ist kaum zu kalkulieren, da dies in großem Maße von der Größe und Artenzusammensetzung örtlicher forstlicher oder siedlungsbegleitender Anpflanzungen in Parks, Friedhöfen und Gärten abhängt.

Pollen von Pappel (Populus), Ulme (Ulmus) und nun auch von der Weide (Salix) treten in den kommenden Tagen in allen tiefer gelegenen Teilen des Landes auf. Die Pollenflugbedingungen sind nicht ideal, aber besonders bei der Pappel sind schnell mittlere bis hohe Pollenkonzentrationen möglich, sollte die Luft mal für länger abtrocknen. Ulme und Weide bleiben meist etwas geringer dosiert, können zumindest aber lokal ebenfalls in hoher Zahl fliegen. 

Windbestäubte, fremdländische Ahornarten (Acer) sind derzeit aktiv. Meist bleibt es bei geringem Ahornpollenflug, zumindest solange sich der invasive Eschenahorn (Acer negundo) in seinem Hauptausbreitungsgebiet im Osten des Landes mit seiner Blüte zurückhält. In den kommenden Tagen ist hier noch kein verbreiteter Blühbeginn zu erwarten. In den mildesten Landesteilen blühen zusätzlich insektenbestäubte Arten, die für sehr geringen zusätzlichen Ahornpolleninput sorgen.  

Weitere Pollenarten, die in geringer Zahl in der Luft vertreten sein können, gehören zu Lärche (Larix), Rosengewächsen (Rosaceae), Sanddorn (Hippophae), Sauergräsern (Cyperaceae) oder Ziergehölzen, wie der Kornelkirsche (Cornus mas). Erste vereinzelte Rapspollen (Brassica) können in den klimatischen Gunsträumen ebenso auftreten, wie erste Gräserpollen (Poaceae).

Bei den Schimmelpilzsporen profitieren Pleospora vom feuchten Wetter und können nun auch mäßig häufig auftreten. Alle anderen von unseren Messstellen erfassten Gattungen fliegen in unbedeutender Zahl und lassen die Schleimhäute Allergiebetroffener unbehelligt. 

Matthias Werchan, 11.03.2026


*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Hasel, die Erle, die Esche und die Birke für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Erle und die Birke in der Luft in Europa finden Sie hier.

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