Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Moritz

Mittwoch, 15. Juli 2026 - Dienstag, 21. Juli 2026

Ampfer (Rumex)
Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Wegerich (Plantago)
Gräser (Poaceae)
Wegerich (Plantago) blüht derzeit an vielen Orten, nicht nur auf Wiesen. © Matthias Werchan

Gräserpollen auf dem Rückzug – Wetterumschwung bringt zusätzlich Entlastung.

Eine landesweit hochsommerliche Woche liegt hinter uns. Vielfach schien die Sonne von einem wenig bewölkten Himmel. Erst gegen Ende setzten erste kräftige Gewitter lokal Straßen und Plätze unter Wasser. Die Temperaturen spielten glücklicherweise nicht völlig verrückt – Sommerwetter und Hitze gehen auch noch ohne 40 °C. Am wärmsten blieb es erneut im Südwesten, am kühlsten im Nordosten. Der Pollenflug legte gegenüber der Vorwoche insgesamt leicht zu, schlug aber trotz des pollenflugtauglichen Wetters keine Kapriolen. Gräserpollen belasteten im besonders heißen Südwesten nur mehr schwach. In den höheren Berglagen und von der Landesmitte über das norddeutsche Tiefland hinweg stieß man noch auf mäßige, im äußersten Norden auch auf starke Belastungen. Starke Belastungen dürften darüber hinaus lokal bei oder auf schattig-feuchten Wiesen und grasbewachsenen Gewässerrandstreifen, an gräserbestandenen Waldlichtungen, in und an Maisfeldern oder zeitweilig während der Wiesenmahd bestanden haben. Diese örtlich begrenzten Ereignisse lassen sich in der Regel nicht durch die vorhandenen Pollenmessstellen abbilden. 
Der in der Vorwoche kaum noch vorhandene Pollenflug der Brennnesselgewächse lebte im Verlauf der letzten Tage wieder auf, erreichte aber erst gegen Ende vereinzelt wieder ein hohes Konzentrationsniveau. Ampfer und Wegerich erreichten kaum veränderte geringe bis mittlere Pollenwerte. Der Pollenflug der Gänsefußgewächse konsolidierte sich auf niedrigem Niveau. Beifußpollen flogen vor allem in der Nordhälfte allmählich regelmäßiger, sodass sich zumindest geringe, lokal möglicherweise auch stärkere Belastungen einstellten. An einigen Messstationen blieben Beifußpollen aber weiterhin völlig aus. Ansonsten bestand der Pollenflug aus einzelnen Esskastanien-, Linden- und Kiefernpollen sowie Pollen von Zypressengewächsen oder insektenbestäubten krautigen Pflanzen – exemplarisch seien hier Dolden- und Korbblütler genannt. 
Die Schimmelpilze haben zu dieser Jahreszeit ordentlich zu tun. So verwundern die gebietsweise hohen Sporenbelastungen durch Alternaria nicht. Häufig wurde der Schwellenwert zur möglichen Auslösung von Allergiesymptomen überschritten, in Mitteldeutschland sogar über Tage hinweg um ein Mehrfaches. Weiter nach Norden und auch ganz im Süden trieben es die Alternaria-Sporen insgesamt weniger wild. In waldreichen Gebirgslagen und auf den Nordseeinseln dürfte es für das Erreichen des Schwellenwertes nur selten gereicht haben. Allerdings fehlen hierzu gesicherte Messwerte. Der Flug von Cladosporium-Sporen trug ebenfalls zur allgemeinen Sporenbelastung bei, wobei der Sporentyp-spezifische Schwellenwert häufig und an vielen Messstellen überschritten wurde, meist jedoch ohne saisonale Spitzenwerte erreicht zu haben. Epicoccum-Sporen flogen in mittlerer Zahl. 

Hitze ist ab dem Wochenende kein Thema mehr. Aus Nordwesten besucht uns polare Meeresluft mit viel Wind und zahlreichen Schauern und Gewittern. Bereits am kommenden Freitag (17. Juli) wettert es über weiten Landesteilen ordentlich. In der gesamten Nordhälfte ist dann ab Samstag Sense mit 25 °C, in Küstennähe steht selbst die 20 °C-Marke infrage. Nur nach Südwesten beruhigt sich das Wetter wieder, und bei Sonnenschein sind dort zumindest Sommertage möglich. Pollen dürften angesichts der Witterungsverhältnisse zumindest im Norden und Nordosten nicht allzu viel ausrichten können. Auch die Schimmelpilzsporen müssen zeitweilige Einbußen hinnehmen. 

Bei den Gräsern (Poaceae) ist die Zeit des Überflusses endgültig vorbei. Die verbleibenden blühenden Gräser und Gräserarten können die Luft kaum noch „ernsthaft“ mit ihren allergenen Pollen anreichern. Dazu machen häufige Niederschläge und kühle Polarluft den Pollen im Norden und Osten zu schaffen. Im Süden sind die meisten Gräser in der Hitze der letzten Wochen verdorrt. Hohe Belastungen dürften daher nur noch ganz vereinzelt auftreten: entweder für kurze Zeiträume, etwa bei einer Wiesenmahd, oder punktuell, beispielsweise auf hoch gelegenen Almwiesen und auf Wiesen mit Gräsern in zweiter Blüte nach länger zurückliegender Mahd. Ansonsten sind es geringe Belastungen, die sich mit mittleren abwechseln.
Die unmittelbare Umgebung blühender Maisfelder (Zea) kann weiterhin von den ebenfalls allergenen und flugfaulen Maispollen betroffen sein. Auch das Durchschreiten von Maisfeldern kann zu starken Allergiesymptomen führen, da die Pollen von den an der Spitze der Maispflanze sitzenden Blüten auf die Betroffenen herabfallen können, was ja sonst bei den meist knie- oder hüfthohen Gräsern eher unüblich ist. 

Die Brennnesselgewächse (Urticaceae) führen den Pollenreigen an. Die Pollenausbeute gegenüber der Vorwoche dürfte jedoch zumindest im Norden und Osten kaum größer ausfallen, da hier die häufigen Regenfälle den Pollenflug dezimieren. Somit ist mäßiger Pollenflug vorherrschend. In der Süd- und Westhälfte sind die Pollenflugbedingungen besser. Der Pollenflug kann sich hier nach Abzug anfänglicher Niederschläge langsam wieder erholen. Für hohe Pollenkonzentrationen reicht es aber wahrscheinlich nur ab und an. Viele Pflanzen sind durch die vorherige lange Trockenheit mickrig oder geschwächt. 

Bei Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) sind die Veränderungen im Pollenaufkommen marginal. Die häufigen Regenfälle lassen aber im Norden und Osten tendenziell weniger Pollenflug zu als im Süden. Somit sind in der Süd- und Westhälfte eher mal mittlere Pollenkonzentrationen zu erwarten als im Osten und Norden.

Die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) blühen mit verschiedenen Arten. Leichter Pollenflug ist möglich. Mehr kann es im Umfeld blühender Bestände sein. Der Beifuß (Artemisia) hält sich blühmäßig noch zurück. Ein kleiner Teil der Pflanzen verteilt aber bereits Pollen. Sobald es daher im Norden und Osten länger abtrocknet, ist hier zumindest schwacher Pollenflug immer häufiger und immer verbreiteter zu erwarten. Ansonsten bleibt es weiterhin bei sporadischem Pollenflug mit der Tendenz zur Verstetigung. Relevante Belastungen beschränken sich meist auf die unmittelbare Nähe zu blühenden Pflanzen.  

Die letzten Vertreter der späten Baumblüte danken ab. Esskastanien- (Castanea) und Lindenpollen (Tilia) sind zwar hin und wieder in der Luft, Lindenpollen vor allem im Norden, Esskastanienpollen vor allem im Südwesten, haben aber in der geringen Zahl allergologisch keine Bewandtnis mehr. 

Zu den oben genannten Pollenarten gesellen sich gelegentlich oder in meist sehr geringen Anteilen folgende Pollenarten: Hanfgewächse (Cannabaceae) – aktuell weiterhin ausschließlich Hanf (Cannabis), Hahnenfuß- (Ranunculaceae) und Rötegewächse (Rubiaceae), Kiefer (Pinus), Löwenzahn (Taraxacum Cichorioideae), Mädesüß (Filipendula) und Zypressengewächse (Cupressaceae). Zahlreich und weit verbreitet blühen insektenbestäubte krautige Pflanzen wie Dolden- (Apiaceae), Korb- (Asteraceae) und Kreuzblütler (Brassicaceae), Natternkopf (Echium), Büschelblume (Phacelia) und andere, die mit einzelnen Pollenkörnern zum Pollenspektrum beitragen. Allererste Pflanzen des Traubenkrauts (Ambrosia) können bereits etwas Pollen abgeben. 

Allergene Schimmelpilzsporen werden durch die Niederschläge an der Verbreitung gehindert. Das himmlische Nass befeuert aber auch das Wachstum der Pilze und kann im weiteren Verlauf zu vermehrter Sporenabgabe führen, sobald trockenwarme Luft erneut Einzug hält. Bei Alternaria und Cladosporium sind daher tendenziell Rückgänge in der Sporenbelastung gegenüber der Vorwoche möglich. Trotzdem ist das Überschreiten der jeweiligen Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte tageweise möglich, insbesondere in der insgesamt trockeneren Südwesthälfte. Allgemein geringer ist der Sporenflug an der Nordseeküste bei den vorherrschend nordwestlichen Winden, im höheren Bergland und innerhalb geschlossener Wälder. Epicoccum dürfte weiterhin mit mittleren Sporenkonzentrationen aufwarten. Da geht in den nächsten Monaten sicherlich noch mehr.

Matthias Werchan, 15.07.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


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Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser und den Beifuß für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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