Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Luis

Mittwoch, 08. April 2026 - Dienstag, 14. April 2026

Buche (Fagus)
Eiche (Quercus)
Platane (Platanus)
Birke (Betula)
Hainbuche (Carpinus)
Weide (Salix)
Zypressengewächse (Cupressaceae)
Esche (Fraxinus)
Pappel (Populus)
Männliche Platanenblüten (Platanus) vor der Blüte. Berlin, 08. April 2026 © Matthias Werchan

Birkenpollen dominieren – häufig hohe Belastungen trotz wechselhafter Witterung.

Die Birkenpollen sind los! So in etwa könnte man die letzten Tage bei aller räumlichen und zeitlichen Ungenauigkeit in vier Worten zusammenfassen. Aber zunächst der Reihe nach. In der zurückliegenden Vorhersagewoche machte sich milde Luft aus dem Mittelmeerraum auf den Weg nach Deutschland mit dem Ziel die hier träge rumliegende fußkalte Luft auszuräumen. Dieser hehre Plan ging dann allerdings nur teilweise auf, denn kaum gingen die Temperaturen am Ostersonntag nach oben, stieß im Tagesverlauf erneut Kaltluft nach Süden vor. Diese blieb in der großen Nordosthälfte bis zum heutigen Tage wetterbestimmend, während der Süden und Südwesten mit milden Temperaturen bedacht wurden. Den Pollen, speziell denen der Birke, gefiel vor allem die Mildluft, in der es zum Osterfest zu (ersten) bedeutsamen saisonalen Konzentrationsgipfeln und weit verbreitet hohen Belastungen kam, selbst im nur kurzzeitig frühlingsmilden Norden. Ab Ostermontag ließ der Birkenpollenflug im Norden in kalter Polarluft wieder nach, während er in der Süd- und Westhälfte in subtropischer Luft und bei viel Sonnenschein teils sogar weiter zulegte und neuerliche Peaks hervorbrachte. 
Neben den Birkenpollen flogen auch Eschenpollen, die aber selbst zu Ostern nur gebietsweise hohe, ansonsten meist mäßige Belastungen verursachten. Pollen der Hainbuche flogen in der Mildluft vor allem in Teilen der Mitte sowie des Südens und Westens in hoher Konzentration, weiter nach Norden blieb die Pollenausbeute geringer. In der phänologisch fortschrittlichsten Region des Landes – im Rheintal – setzte darüber hinaus sowohl der Pollenflug der Eiche als auch der der Buche (Rotbuche) und der Platane kräftig ein. Dabei wurden je nach Pollenart mittlere bis hohe Konzentrationen erreicht. Bei der Platane kann es an einigen Orten bereits zum saisonalen Peak gekommen sein. Von diesem Radau blieb der Rest des Landes noch größtenteils verschont oder bekam nur am Rande etwas davon mit, beispielsweise über Ferntransporte am Osterwochenende. Zwischenzeitlich und unabhängig von der Region meldeten sich zudem die Pollen der Zypressengewächse mäßig bis stark zurück, mäßig häufig auch die Pollen der Weide. Ahorn- und Pappelpollen flogen häufiger im Osten und Nordosten (mittlere Konzentrationen) als in anderen Landesteilen. In meist sehr geringer Zahl ließen sich Pollen von Erle, Lärche/Douglasie, Ulme, Sauergräsern, Binsen- und Rosengewächsen, Sanddorn und im Südwesten und Westen auch von Spiersträuchern, Süßgräsern, Raps und Walnuss blicken.
Der Sporenflug der Schimmelpilze beschränkte sich auf das zu dieser Jahreszeit übliche Minimum. Allergologisch gab es daher keine Bedenken.

Nach einem freundlichen und im Südwesten sehr milden Donnerstag (9. April) rennen in den Folgetagen immer wieder Tiefdruckgebiete aus Westen gegen das starke Hoch im Nordosten Europas an. Die Tiefs bleiben infolge des Hochdruckblocks meist irgendwo über Deutschland stecken und kommen kaum mal bis in den Nordosten voran. So könnte es vor allem vom Westen bis in die Mitte wiederholt zu Niederschlägen kommen, die das Pollenaufkommen deutlich verringen. Auch das hohe Temperaturniveau wird im Südwesten nur am Samstag (11. April) noch einmal erreicht, während sich danach temperaturmäßige Durchschnittskost einstellt, die ebenfalls mäßigend auf den Pollenflug einwirkt.

Die erneut großen Temperaturgegensätze der vergangenen Tage mit einem kalten Nordosten und einem milden Südwesten – wir kennen das Prozedere bereits vom Spätwinter und zeitigen Frühjahr – haben zu einem sehr ungleichen Entwicklungsstand bei der Birkenblüte (Betula) geführt. So ist in den mildesten Regionen des Landes das Ende der Birkenblüte bereits absehbar, während diese im hohen Norden und Nordosten gegenwärtig erst beginnt. Damit verbunden steht entlang des Rheins ein allmählich nachlassender Pollenflug an, alldieweil im Norden und Osten der Pollenzug gerade erst auf die Gleise gesetzt wird. In einem schwierig einzugrenzenden Bereich dazwischen arbeitet sich der Birkenpollenflug mehr oder weniger zügig die Karriereleiter empor. Da das hohe Belastungsniveau bei der Birke immer schnell erreicht ist, muss in den kommenden Tagen trotz Niederschlägen und sonstigen Einschränkungen der Pollenaktivitäten immer wieder und in allen Landesteilen mit hohen Belastungen gerechnet werden – manchmal nur für ein paar Stunden am Tag, manchmal auch für mehrere Tage hintereinander. Besonders am morgigen Donnerstag (9. April) und am Samstag (11. April) spielt die Birke mit hohen Einsätzen, wodurch es an diesen Tagen verbreitet zu neuerlichen saisonalen Spitzenwerten beim Pollenflug kommen dürfte. Nur der äußerste Nordosten könnte bei den Pollen etwas zu kurz kommen, da dort oft kühle und pollenarme Luft über die Ostsee angeweht kommt. In der zweiten Hälfte der Vorhersagewoche ist es bei deutschlandweit eher wechselhaftem Wetter und gedämpften Temperaturen schwierig mit saisonalen Pollenpeaks, obwohl zwischenzeitlich starke Belastungen trotzdem sehr wahrscheinlich sind.

Beim Pollenflug der Esche (Fraxinus) hat im Südwesten und Westen bereits die Dämmerung eingesetzt. Die Belastungen bleiben hier in den kommenden Tagen überwiegend gering bis maximal mäßig. Weiter nach Norden und Osten und in den etwas höher gelegenen Gebieten ist der Pollenflug stärker und die Belastungen an trockenen Tagen höher. In den kühlsten Ecken des Landes steht sogar erst noch der High Noon des Pollenflugs bevor.

Die Hainbuche (Carpinus) ist im Westen und Südwesten in den Tieflagen bereits ausgestäubt, während es im restlichen Land noch Pollenkontingente zu verteilen gibt. Besonders in der gesamten Nordosthälfte und im Norden ist die Hainbuchenblüte noch in vollem Gange. So steht dem Westen geringer bis mäßiger Pollenflug bevor, teils sind auch nur noch vereinzelte Pollen unterwegs. Von der Mitte in Richtung Osten und Norden und in den höheren Lagen der westlichen Mittelgebirge kann der Pollenflug an trockenen und sonnigen Tagen gebietsweise stark ausfallen. 

Die Zypressengewächse (Cupressaceae) bleiben aktiv. Je nach Lokalität und Blühzustand der in der Umgebung wachsenden Arten dieser Pflanzenfamilie sind an den wenigen sonnigen Tagen mittlere bis hohe Konzentrationen möglich. An wechselhaften Tagen sind dagegen nur einzelne Pollen unterwegs. 

Der Pollenflug der Pappel (Populus) kann sich im Nordosten und in den höheren Lagen der Mittelgebirge über die kommende Woche retten. In diesen Gebieten ist mäßiger Pollenflug stellenweise möglich. Im Westen und Südwesten ist die Saison vorbei und nur unbedeutender Pollenflug zu erwarten.
Weidenpollen (Salix) fliegen gegenüber der Vorwoche nahezu unverändert mäßig und lokal stark, zumindest solange die Pollenflugbedingungen stimmen. Bei Regen machen auch die Weidenpollen schlapp.

Der invasive Eschenahorn (A. negundo) geht mit seinen Pollen in eine weitere und vielerorts letzte Runde. Von dessen Pollen sind ohnehin nur Gebiete im Osten Deutschlands nennenswert betroffen. Dort stehen weiterhin meist mittlere Pollenkonzentrationen auf dem Programm, wenn alles stimmt (Pollenflugwetter), auch mal hohe. Ansonsten steuern die weithin sichtbaren gelbblühenden Insektenbestäuber unter den Ahornen im ganzen Land ein paar zusätzliche Pollen bei.

Die Pollen von Buche (Fagus), Eiche (Quercus) und Platane (Platanus) sind entlang des Rheins und dessen Umgebung bereits fleißig am Werk. Dort kommt es in den nächsten Tagen zu weiteren Pollenflügen, die besonders am Donnerstag und Samstag (9. und 11. April) stark ausfallen dürften, mit Potenzial für saisonale Peaks. Die wechselhaften Tage dazwischen und danach versprechen allerdings (deutliche) Entlastungen. In der Mitte und weiter nach Norden und Osten setzt die Blüte von Buche, Eiche und Platane in den kommenden Tagen erst allmählich bei Bäumen an wärmebegünstigten Standorten ein, wozu vor allem städtische Wärmeinseln gehören. Es kann zu leichtem, mäßigem und schnell auch starkem Pollenflug kommen. Insbesondere im ländlichen Nordosten und in den Berglagen bleiben die Tore beim Pollenflug dieser Pflanzen jedoch vorerst noch geschlossen. 

Die Rapsblüte (Brassica) hat im Westen und Südwesten begonnen. Hier ist geringer Rapspollenflug zu erwarten. Im Umfeld bereits voll erblühter Felder treten auch höhere Konzentrationen auf, die vereinzelt allergische Beschwerden hervorrufen können. Weiter nach Norden und Osten bleiben Rapspollen in den kommenden Tagen aus.

Weitere Pollenarten, die in geringer Zahl in der Luft vertreten sein können, gehören zu Binsengewächsen (Juncaceae), Eibe (Taxus), Erle (Alnus), Lärche/Douglasie (Larix/Pseudotsuga), Rosengewächsen (Rosaceae), Sanddorn (Hippophae), Sauergräsern (Cyperaceae), Spierstrauch (Spiraea) und Ulme (Ulmus). Im Südwesten und äußersten Westen sind zudem (erste) Pollen von Gräsern (Poaceae), Rosskastanie (Aesculus), Walnuss (Juglans), Fichte (Picea) und stellenweise von Flügelnuss (Pterocarya), Maulbeere (Morus) oder Ginkgo (Ginkgo) unterwegs. 

Der Sporenflug allergologisch bedeutsamer Schimmelpilzgattungen bleibt ohne Relevanz für die Betroffenen. Sporen von Alternaria und Cladosporium sind kaum auszumachen. Nur die mit Alternaria verwandten Pleospora können im zeitlichen Umfeld durchziehender Regenfälle hin und wieder in mittlerer Konzentration fliegen. 

Matthias Werchan, 08.04.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Erle, die Esche und die Birke für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Erle, die Birke und die Gräser in der Luft in Europa finden Sie hier.

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