Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Konstantin

Mittwoch, 12. August 2026 - Dienstag, 18. August 2026

Hopfen (Humulus - Cannabaceae)
Traubenkraut (Ambrosia)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Gräser (Poaceae)
Ampfer (Rumex)
Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Wegerich (Plantago)
Geöffnete Beifußblüten (Artemisia) in Detailansicht – das Maximum des Pollenflugs ist erreicht. © Hans Severin

Spätsommer beim Pollenflug – Beifuß noch stark, Ambrosia im Anflug.

Die Witterung der vergangenen Tage blieb ihrem alten Sommermuster treu. Verkürzt gesagt: Heißer Süden, zeitweilig kühlerer Norden, dazu meist viel Sonne und kaum nennenswerter Niederschlag. Eigentlich passable Bedingungen für Pollen- und Sporenflug. „Uneigentlich“ mindert die verbreitet starke Trockenheit die Vitalität zahlreicher pollenspendender Pflanzen. Daher erreichte der Pollenausstoß der Brennnesselgewächse wahrscheinlich bereits sein alljährliches Limit und konnte gegenüber der Vorwoche nicht mehr gesteigert werden. Teils gingen die Werte über die letzten Tage auch zurück. Hohe Pollenkonzentrationen beschränkten sich mehrheitlich auf den Norden und Nordosten, während im Süden und Westen mittlere Werte vorherrschten. Der Beifuß verzeichnete nahezu überall Zuwächse, mit den höchsten Anstiegen und den höchsten Belastungen im Norden und Nordosten. Ungewöhnliche „Höhenflüge“ wurden bisher jedoch nirgendwo registriert, ganz im Gegenteil blieben die Werte im aktuellen Peak-Zeitraum weitestgehend moderat. 
Hopfenpollen (Hanfgewächse) nahmen ebenfalls an Menge zu, erreichten teils beifußähnliche Werte. Auch hier ist der saisonale Peak mehr oder weniger erreicht. Die Pollenflüge von Ampfer, Gänsefußgewächsen und Wegerich pendelten zwischen schwach und mäßig, mit Schwerpunkt auf schwach. Gräserpollen rangierte als „einer unter vielen“ mit ganz überwiegend niedrigen Pollenkonzentrationen, die kaum zu Belastungen geführt haben dürften – punktuelle Ausnahmen bestätigen die Regel. Einzelne weitere Pollen krautiger Pflanzen stammten wie gehabt von insektenbestäubten Arten der Marke Korb- und Doldenblütler sowie Heidekraut- und Rötegewächse und nicht zuletzt von der windbestäubten Ambrosia. Einzelne Baumpollen kamen von Linde oder Zypressengewächsen. 
Die Sporenbelastungen durch Alternaria und Cladosporium blieben hoch, nahmen aber über den Verlauf der Vorhersagewoche etwas ab. Deutliche Überschreitungen der Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte zur möglichen Auslösung von Allergiesymptomen wurden insbesondere im Osten und Nordosten registriert, können sich jedoch stellen- und tageweise auch anderswo eingestellt haben, ohne dass dies durch unser Messnetz aufgezeichnet wurde. Wir befinden uns nach wie vor in der Hauptsaison des Sporenflugs dieser beiden Sporentypen. Bei Epicoccum reichte es gelegentlich für hohe Konzentrationen, ganz überwiegend war der Sporenflug mäßig. Pleospora flogen nur ganz vereinzelt.  

In der aktuellen Vorhersagewoche kommt es zu einer Wetterumstellung. Zunächst steigert sich die Hitze landesweit zu einem „Grande Finale“, bevor zum Sonntag und in der neuen Woche gemäßigte Atlantikluftmassen übernehmen und damit einhergehend Bewölkung sowie Niederschlagshäufigkeit und -intensität zunehmen. Für viele Bäume in der Mitte, im Westen und Südwesten kommt der erwartete Regen allerdings zu spät. Die Schäden aufgrund extremer Dürre sind bereits angerichtet und werden in irgendeiner Form Einfluss auf den Pollenflug der kommenden Jahre nehmen. Der Pollenflug der kommenden Tage wird vor allem durch die zunächst optimalen Pollenflugbedingungen geprägt sein, bevor dann zum Sonntag (16. August) die Pollenverteilung durch häufigere Niederschläge zunehmend eingeschränkt werden dürfte. 

Die Beifußblüte (Artemisia) überschreitet aktuell ihren Zenit und beginnt sich in den Folgetagen abzuschwächen. Bis zum Wochenende sind jedoch vor allem im Norden und Osten noch reichlich Pollen unterwegs, die hier häufig hohe Belastungen verursachen. Von der Mitte bis in den Süden ist das Pollenaufkommen geringer. Hohe Belastungen sind hier lokaler Natur. Mit der Wetterumstellung und der nachlassenden Blüte werden hohe Belastungen gegen Ende der Vorhersagewoche selbst im Nordosten kaum noch auftreten bzw. sich nur stellen- und zeitweise einstellen. In den Höhenlagen der Berge ist der Pollenflug beständig schwach und deutliche Belastungen selten. 

Gräserpollen (Poaceae) scharen sich überwiegend um die verbliebenen Pollenquellen. Diese bestehen aus „exotischen Dekogräsern“ wie Chinaschilf (Miscanthus), spätblühenden Gräsern wie Fingerhirse (Digitaria) oder nachblühenden Gräserarten des Sommers, sofern überhaupt genügend Bodenfeuchte zum Gedeihen bereitsteht. In unmittelbarer Umgebung zu den genannten Pollenquellen sind auch mal mäßige und für manchen Betroffenen spürbare Belastungen gegeben. Ganz überwiegend bleiben die Pollenkonzentrationen jedoch niedrig, zu niedrig, um Allergiesymptome entstehen zu lassen. 
Maispollen (Zea) spielen praktisch keine Rolle mehr. Allenfalls im äußersten Norden und in den höheren Lagen entweichen letzte Pollen der abklingenden Blüte.

Die Brennnesselgewächse (Urticaceae) blühen, sind aber vor allem in der großen Südwesthälfte mehr oder weniger stark trockenheitsgeschädigt und daher von kleinerem Wuchs und mit weniger Blüten ausgestattet als in anderen Jahren. Entsprechend kann sich hier nur stellen- oder gebietsweise starker Pollenflug einstellen. Es überwiegt mäßiger Pollenflug. Weiter nach Nordosten treten hohe Pollenkonzentrationen großflächiger auf, zumindest bis die neue Wetterlage mit Regen und frischer Atlantikluft voll durchgreift und den Pollenflug insgesamt abschwächt. 

Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) ziehen sich gaaanz allmählich aus dem Pollengeschäft zurück. Die Tendenz geht vielerorts zu geringen Pollenwerten. Es reicht allerdings hier und da dennoch für mäßigen Pollenflug. Gerät man auf eine Wiese mit großflächigem Kräuterbesatz, sind punktuell auch noch hohe Werte möglich. Die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) blühen mit zahlreichen Vertretern ihrer Familie. Der Pollenflug liegt besonders während der trockenheißen Tage irgendwo am saisonalen Maximum. Dieses ist jedoch im Vergleich zu anderen Windbestäubern niedrig. Nur im Umfeld größerer Ansammlungen von Gänsefuß (Chenopodium), Amaranth (Amaranthus) oder Melde (Atriplex) treten hohe Pollenkonzentrationen auf. Pollen einiger Arten der Familie der Gänsefußgewächse sind nachweislich allergen und zählen zumindest in Ländern des ariden Südens, z. B. im Nahen Osten, zu den bedeutsamen Allergieauslösern. 

Die Hanfgewächse (Cannabaceae) streben mit der weiter anhaltenden Blüte des Hopfens (Humulus) bis zum Wochenende neue saisonale Höchststände an, speziell in der Nordhälfte. Danach nimmt der Pollenausstoß allmählich ab. Der Pollenflug erreicht in der Fläche höchstens ein mäßiges, dem Beifuß vergleichbares Niveau. Im Umkreis um die stark stäubenden männlichen Pflanzen ist der Pollenflug allerdings deutlich intensiver. 

Das aus Nordamerika stammende Traubenkraut (lat. Ambrosia) setzt nun auch in Deutschland zur Blüte an, nachdem in den südlichen und östlichen Nachbarländern die Blüte bereits in vollem Gange ist. Aus geringen Belastungen werden am Ausbreitungshotspot Niederlausitz (Region Cottbus) über die kommenden Tage zunehmend mäßige bis hohe Belastungen. In der „Abluftfahne“ dieser Region können die Pollen auch Ambrosia-arme Landstriche erreichen und dort ebenfalls für zunehmende Belastungen sorgen. In den meisten anderen Landesteilen ist geringer Pollenflug in der Fläche möglich, mit punktuellen Belastungsschwerpunkten um größere Bestände herum.

Zu den oben genannten Pollenarten gesellen sich gelegentlich oder in meist sehr geringen Anteilen folgende Pollenarten: Linde (Tilia) und Zypressengewächse (Cupressaceae) sowie die überall bunt hervorstechenden insektenbestäubten krautigen Pflanzen wie Korb- (Asteraceae) und Kreuzblütler (Brassicaceae), Heidekraut- (Ericaceae), Knöterich- (Polygonaceae) und Rötegewächse (Rubiaceae), Löwenzahn und Artverwandte (Taraxacum Cichorioideae), Natternkopf (Echium), Büschelblume (Phacelia) und weitere. 

Allergene Schimmelpilzsporen prosperieren insbesondere in Warmphasen nach vorangegangenen Regenfällen. Aufgrund der Trockenheit bleiben die Sporenzahlen daher in den kommenden Tagen eher unterhalb ihrer jahreszeitlichen Möglichkeiten. Stärkere Belastungen mit den Sporen von Alternaria und Cladosporium dürften sich wiederum am ehesten in der Nord- und Osthälfte einstellen, wo die Sporentyp-spezifischen Schwellenwerte häufig und teils auch deutlich überschritten werden. Solange der Wind aus mehrheitlich südlicher Richtung weht, sind davon auch die Küstengebiete und Inseln betroffen. Von der Mitte bis in den Süden und Westen sind die Belastungen insgesamt etwas geringer und Schwellenwertüberschreitungen treten seltener auf. Dies gilt speziell für die Berge, wo es ab einer bestimmten Seehöhe nur an wenigen Tagen im Jahr für spürbare Belastungen reicht. Der Flug von Epicoccum-Sporen hält in etwa das Niveau der Vorwoche. Meist ist mäßiger, tageweise auch starker Sporenflug möglich. An das Niveau von Alternaria reichen die Werte noch nicht ran. 

Matthias Werchan, 12.08.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


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Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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