Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Konrad

Mittwoch, 09. September 2026 - Dienstag, 15. September 2026

Traubenkraut (Ambrosia)
Ampfer (Rumex)
Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Gräser (Poaceae)
Vollblühende Ambrosiapflanze auf eine städtischen Brache in Berlin am 08.09.2026. © Matthias Werchan

Rückzug der Pollen setzt sich fort – Ambrosia kann örtlich noch deutlich belasten.  

In der vergangenen Vorhersagewoche gewährte die Atmosphäre dem Süden des Landes überwiegend freundliches und warmes bis heißes Spätsommerwetter, während dem Norden zwischenzeitlich bereits der Herbst nahegelegt wurde. Aber auch in den Frühherbst schwappte immer mal wieder warme Luft hinein, wurde ausgeräumt und kehrte erneut zurück. Das Pollenaufkommen blieb sowohl im sonnigen Süden als auch im herbstlicheren Norden mehr oder weniger „low“. Ambrosiapollen konnten als mittlerweile typisches Spätsommer- und Frühherbstallergen in Deutschland an einzelnen Tagen mit mäßigen Belastungen auf größerem Gebiet performen, insbesondere im Osten am Montag (8. September) und im Südwesten am gestrigen Dienstag (9. September). Ansonsten kam es im deutschen Hauptverbreitungsgebiet in der Niederlausitz vielfach zu hohen, außerhalb davon meist zu geringen Belastungen. Im Norden blieb die Luft meist gänzlich Ambrosiapollen-frei. Größtenteils sehr entspannt lebte es sich für Allergiker mit Gräser- oder Beifußpollenallergie. Aufgrund der Schilfblüte gab es allerdings hier und da leichte Zuwächse beim Gräserpollenflug – nichts Großes, aber dennoch erwähnenswert für Anfang September. Beifußpollen boten nur noch gelegentliche „Einzelvorstellungen“ – eine Belastungssituation bestand nicht. Die noch vor zwei, drei Wochen so fulminanten Pollenwerte der Brennnesselgewächse gingen weiter zurück. Meist wurden aus anfangs noch mittleren Konzentrationen im Verlauf niedrige. Das Saisonende ist nah. Gering flogen Pollen der Gänsefußgewächse, sehr gering oder auch gar nicht mehr die Pollen von Ampfer und Wegerich. Einzelne Pollen kamen weiterhin von insektenbestäubten krautigen Pflanzen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien genannt: Pollen von Korb- und Kreuzblütlern, von Knöterich- und Heidekrautgewächsen, von Efeu und Hanf. 
Der Sporenflug war die letzten Tage nicht allzu wild. Es kam hauptsächlich bei Cladosporium zu Überschreitungen der Sporentyp-spezifischen Warnschwelle, bei Alternaria wurde diese größtenteils verfehlt. Epicoccum-Sporen überflügelten mittlerweile häufiger die gemessenen Werte von Alternaria und lagen mal auf hohem, mal auf mittlerem Konzentrationsniveau. An trockenen Tagen erreichten oder überschritten ihre Konzentrationen häufig sogar den Zahlenwert der für Alternaria definierten Warnschwelle.

Wenig passiert voraussichtlich sowohl beim Wetter als auch beim Pollenflug in den kommenden sieben Tagen. Im Süden ist es oftmals noch recht warm und bis auf den äußersten Südosten niederschlagsarm. Der hohe Norden liegt dagegen weiterhin näher am Herbst als am Sommer mit allenfalls mäßig warmem und eher wechselhaftem Wetter. Die heimische Pollensaison ist bis auf Ausnahmen gelaufen. Ferntransporte von Pollen aus Südeuropa stehen in den nächsten Tagen nicht auf der Agenda.   

Die Blüte des Traubenkrauts (lat. Ambrosia) geht in eine weitere Runde. Der Zenit der Blüte ist nun aber auch in Deutschland erreicht, teils bereits überschritten. Bedeutsamer Pollenflug findet nach wie vor und vor allem in der ausgedehnten Ambrosiaregion im Südosten Brandenburgs und in deren Abluftfahne statt. Die Millionen und Abermillionen Pflanzen dort führen meist zu anhaltend hohen Belastungen an allen pollenflugtauglichen Tagen. Darüber hinaus kann das Umfeld kleinerer oder mittlerer, über ganz Deutschland verstreuter Vorkommen mit oftmals nur ein paar Dutzend bis einigen Tausend Pflanzen hoch belastet sein. Für nennenswerte Pollenferntransporte aus Südost- oder Südwesteuropa gibt es aus heutiger Sicht keine Anzeichen. Daher bleiben Ambrosia-arme Regionen wie der Norden und Nordwesten Deutschlands weitgehend Ambrosiapollen-frei.

Beifußpollen (Artemisia) dürften für Allergiebetroffene kaum noch eine Rolle spielen. Der Pollenflug ist zwar noch nicht gänzlich vorbei und Ferntransporte sind selbst Mitte September möglich. Für die nächsten sieben Tage gibt es aber außer einzelnen Pollenkörnern in der Luft deutschlandweit nichts vorherzusagen – Ferntransporte bleiben aller Voraussicht nach aus.

Gräserpollen (Poaceae) sind vielerorts nur spärlich in der Luft. Eine Ausnahme bildet weiterhin das Schilf (Phragmites australis), dessen Blüte noch andauert. Rund um größere Schilfbestände, etwa an Gewässerufern oder in ausgedehnten Feuchtgebieten, können daher erhöhte Pollenkonzentrationen auftreten. Von einem echten „Comeback“ der Gräserpollen kann aber nicht die Rede sein, eher von einem letzten Aufbäumen vor der langen Herbst- und Winterpause. Im Umfeld ausgedehnter Schilfbestände oder im „direkten Zugriff“ anderer spätblühender Gräserarten sind Allergiesymptome demnach nicht ausgeschlossen, anderswo mittlerweile sehr unwahrscheinlich.  

Die ehemals so zahlreichen Pollen der Brennnesselgewächse (Urticaceae) stehen in den nächsten Tagen bereits überall im Land auf der „Roten Liste“ der „bedrohten Pollenarten“. Mancherorts lassen sich die wenigen verbliebenen Pollen noch zu einem schwachen Pollenflug zusammenfassen.

Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) nehmen längst nicht mehr überall und an allen Tagen am Pollenflug teil. Einzelne Pollen fliegen zwar, der große Wurf ist aber nicht mehr dabei.

Beim Pollenflug der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) geht es nun bergab. Das Reifen der Samen gewinnt die Oberhand über die Blüte. Die ohnehin eher bescheidenen Pollenwerte dieser Pflanzenfamilie werden damit noch bescheidener. Sehr geringer Pollenflug ist in der Fläche weiterhin möglich, in der Nähe größerer Bestände noch blühender Pflanzen sind dagegen höhere Pollenwerte zu erwarten.

Ansonsten lassen sich folgende Pollenarten zu Protokoll geben – diese sind meist nur mit einzelnen Pollen präsent oder spielen sehr punktuell eine Rolle: Efeu (Hedera), Hanfgewächse (Cannabaceae), Heidekrautgewächse (Ericaceae), Kreuz- (Brassicaceae) und Korbblütler (Asteraceae), Röte- (Rubiaceae) und Knöterichgewächse (Polygonaceae), Springkraut (Impatiens) oder Zypressengewächse (Cupressaceae). Achtung: Selbstgesammelte Feldblumensträuße sind für Beifuß- oder Ambrosiapollenallergiker nicht immer ganz harmlos. Enthalten sie zahlreiche insektenbestäubte Korbblütler, können deren Pollen in derartiger Menge auftreten, dass sie allergische Kreuzreaktionen auslösen und auf diese Weise auch in Innenräumen für entsprechende Symptome sorgen.

Bei den allergenen Schimmelpilzsporen wirft insbesondere Alternaria nicht mehr annähernd so locker mit Sporen um sich wie noch im Hochsommer. Die schwache Vorwoche hat deutlich gemacht, dass sich das Risiko für Allergiebetroffene bereits merklich verringert hat. Die Sporentyp-spezifische Reizschwelle dürfte daher auch in den nächsten Tagen nur noch selten überschritten werden. Auch für Cladosporium nimmt das Risiko hitziger Sporenflüge im September sukzessive ab. Dennoch hat dieser Sporentyp in der aktuellen Vorhersagewoche das größere Potenzial, die Reizschwelle verbreitet zu überschreiten als Alternaria. Bei den Sporen von Epicoccum ist der September häufig der stärkste Monat des Jahres. So ist an windigen und milden Tagen weiterhin mit mäßigem bis starkem Sporenflug zu rechnen, wobei die Konzentrationen erneut oberhalb der für Alternaria-Sporen definierten Reizschwelle liegen können. Eine eigene Reizschwelle ist für Epicoccum allerdings nicht bekannt. Über mögliche Kreuzreaktionen zwischen den Sporen von Epicoccum und Alternaria wird in der Fachliteratur jedoch berichtet.

Matthias Werchan, 10.09.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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