Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Josephine

Mittwoch, 22. Juli 2026 - Dienstag, 28. Juli 2026

Beifuß (Artemisia)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Ampfer (Rumex)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Gräser (Poaceae)
Wegerich (Plantago)
Schafgarbe (Achillea) vor vertrockneten Gräsern am 17. Juli in Brandenburg. © Matthias Werchan

Beifußpollen klopfen an – Schimmelpilzsporen bleiben weiter in Hochform.

Den teils sehr hohen Temperaturen, die noch zu Beginn der vergangenen Vorhersagewoche herrschten, setzte eine Kaltfront ab dem Wochenende ein Ende. Damit verbunden gelangten teils kräftige Niederschläge in den Süden und Osten der Republik. Große Teile des Westens gingen dagegen erneut leer aus, womit sich die große Trockenheit hier weiter fortsetzte oder nur spärlich gelindert wurde. Der Pollenflug war selbst in der anfangs warmen Sommerluft nicht sonderlich ambitioniert. Niederschläge und frische Nordseeluft führten in der Folge eher zu regionalen Einbußen. Der lange Zeit dominante und Allergiker-wirksame Gräserpollenflug erreichte an keiner Messstation mehr die Schwelle zur hohen Belastung. Selbst mittlere Belastungen waren längst nicht selbstverständlich – die Hauptblütezeit der Gräser ist damit vorbei. Krautige Pflanzen haben das Ruder übernommen. Am häufigsten flogen in den letzten sieben Tagen die Pollen der Brennnesselgewächse, wobei es nur von wenigen Messstationen hohe Pollenkonzentrationen zu berichten gibt. Meist wurden mittlere Pollenzahlen gemessen, was für die Jahreszeit unterdurchschnittlich ist und den diesjährigen Trend zu einer schwachen Saison der Brennnesselgewächse fortsetzt. Ampfer- und Wegerichpollen flogen von der Witterung relativ unbeirrt in geringer bis mäßiger Zahl – waren stellenweise sogar häufiger vertreten als Gräserpollen. Pollen der Gänsefußgewächse konnten beständig in geringer Zahl nachgewiesen werden. Beifußpollen tauchten trotz des kühlen Wetters eher in der Nordhälfte auf als im Süden. Im Maximalfall wurden mäßige Belastungen erreicht. Meist blieb es allerdings bei (sehr) geringen Pollenflügen und nur lokalen Mehrbelastungen. Einzelne Pollen stammten von Esskastanien, Hanf, Linden, Kiefern sowie von Zypressengewächsen oder den diversen bunt blühenden insektenbestäubten krautigen Pflanzen wie Korb- und Doldenblütlern, Rötegewächsen oder, oder, oder.
Sporen allergener Schimmelpilze flogen weiterhin reichlich in saisonal typischen Konzentrationen. Besonders die Sporen von Alternaria und Cladosporium erreichten vielfach den symptomkritischen Schwellenwert, ab dem bei den Betroffenen mit der Auslösung von Allergiesymptomen gerechnet werden muss. Die Regenfälle hatten aber zumindest einen kurzzeitig abschwächenden Einfluss auf die Intensität des Sporenflugs. Davon waren auch Epicoccum-Sporen betroffen, deren Konzentrationen im besonders wechselhaften Nordosten von einem stabil mittleren bis knapp hohen Niveau auf ein schwaches bis knapp mittleres Niveau zusammengestrichen wurden.

In den nächsten Tagen ist es von einzelnen Schauern und Gewittern östlich der Elbe abgesehen zunächst mehrheitlich trocken. Zum Sonntag (26. Juli) darf dann endlich auch der dürregeplagte Westen auf ein paar kräftigere Tropfen auf den heißen Stein hoffen. Das hohe Niederschlagsdefizit bleibt aber dennoch vielerorts erhalten. Auch der Pollenflug wird durch länger anhaltende Trockenheit beeinflusst, etwa durch das Vertrocknen oder Verkümmern der pollenspendenden Pflanzen. Abgesehen vom niederschlagsträchtigeren Sonntag sind die Pollen- und Sporenflugbedingungen in mäßig warmer (Norden) bis heißer (Süden) und trockener Luft größtenteils gut. 
 
Die Gräser (Poaceae) haben für dieses Jahr keine hochfliegenden Pläne mehr. So bewegen sich die Belastungen während der gesamten Vorhersagewoche in allen Regionen auf geringem bis allenfalls mäßigem Niveau. Belastungsschwerpunkte – sofern man davon überhaupt noch sprechen kann – sind weiterhin hochgelegene Bergwiesen oder größere Wiesen mit zweiter Gräserblüte nach länger zurückliegender Mahd. Letzteres natürlich nur dort, wo auch genügend Feuchtigkeit und Zeit zum Wachsen einer „zweiten Gräsergeneration“ vorhanden ist. 
Blühende Maisfelder (Zea) und deren unmittelbare Umgebung können ebenfalls noch verstärkt mit allergenen Pollen bestückt sein. Im Symptomfall hilft es, Abstand zu halten, da die schweren Maispollen nach dem Entweichen aus der Blüte rasch zu Boden sinken.

Die von der Trockenheit angezählten Brennnesselgewächse (Urticaceae) führen mit ihren Pollen den Pollenflug an. Die Pollenkonzentrationen erreichen häufig mittlere bis knapp hohe Werte. Am (hoffentlich) regenbringenden Sonntag kann der Pollenflug auch schwach ausfallen. 

Bei Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) bleibt im Prinzip alles beim Alten. Geringer Pollenflug wechselt sich mit mäßigem Pollenflug ab. Höhere Werte können punktuell in der Nähe der Pollenquellen auftreten. Dies gilt auch für die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), die nun in allen Landesteilen mit verschiedenen Arten blühen und die von der Trockenheit nicht ganz so geschafft sind. An den Messstationen werden dabei meist nur geringe Pollenzahlen registriert, während in der Umgebung blühender Bestände höhere Werte auftreten dürften. 

Der Pollenflug des Beifußes (Artemisia) gerät nun zunehmend in den Blick. Noch stehen die meisten Pflanzen kurz vor der Blüte oder haben erst eine geringe Blühneigung entwickelt. Es gibt aber an warmen Standorten immer häufiger voll aufgeblühte Pflanzen, die für stärkeren Pollenflug und entsprechende Belastungen in ihrer Umgebung sorgen können. Dies gilt speziell für den Nordosten des Landes, wo gewohnheitsmäßig die höchsten Beifußpollenwerte auftreten. Die Belastungslandkarte zeigt daher in den tieferen Lagen in den nächsten Tagen immer häufiger orange Flächen (Gebiete mit mäßigen Belastungen), insbesondere im äußersten Norden und Nordosten. Die rote Warnfarbe (hohe Belastungen) wird dagegen vorerst nur lokal oder stellenweise Anwendung finden – ebenfalls größtenteils im Nordosten. Sollten bereits Allergiesymptome auftreten, ist es ratsam, von blühenden Beständen Abstand zu halten. 

Zu den oben genannten Pollenarten gesellen sich gelegentlich oder in meist sehr geringen Anteilen folgende Pollenarten: Esskastanie (Castanea), Hanfgewächse (Cannabaceae) – darunter bisher ausschließlich Hanf (Cannabis) und nun möglicherweise erstmals auch Hopfen (Humulus), Hahnenfuß- (Ranunculaceae) und Rötegewächse (Rubiaceae), Kiefer (Pinus), Linde (Tilia), Löwenzahn (Taraxacum Cichorioideae), Mädesüß (Filipendula) und Zypressengewächse (Cupressaceae). Zahlreich und weit verbreitet blühen insektenbestäubte krautige Pflanzen wie Dolden- (Apiaceae), Korb- (Asteraceae) und Kreuzblütler (Brassicaceae), Natternkopf (Echium), Büschelblume (Phacelia) und andere, die mit einzelnen Pollenkörnern zum Pollenspektrum beitragen. Pollen des Traubenkrauts (Ambrosia) sind nun ebenfalls vereinzelt möglich. Schwerpunkt des beginnenden Pollenflugs ist die Niederlausitz in Brandenburg. 

Allergene Schimmelpilzsporen haben weiterhin Hochkonjunktur, auch wenn zwischenzeitlich Regenfälle, speziell am Sonntag (26. Juli), für eine kurzzeitige Abschwächung des Sporenflugs sorgen können. Prinzipiell muss an allen Tagen mit der Überschreitung des Schwellenwertes zur Auslösung von Allergiesymptomen sowohl bei Alternaria als auch bei Cladosporium gerechnet werden. Stärkere Entwicklungen sind bei Cladosporium besonders an den zunehmend wärmeren Tagen nach dem sonntäglichen Regenereignis möglich. Etwas weniger geschäftig sind die Sporen in größeren Höhen, speziell in den Alpen, auf den Inseln und an den Meeresküsten bei Seewind. Epicoccum-Sporen sind mit mittleren bis vereinzelt hohen Sporenkonzentrationen beteiligt.

Matthias Werchan, 22.07.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


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Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser und den Beifuß für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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