Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Jasper

Mittwoch, 26. August 2026 - Dienstag, 01. September 2026

Traubenkraut (Ambrosia)
Ampfer (Rumex)
Brennnesselgewächse (Urticaceae)
Gänsefußgewächse (Amaranthaceae/Chenopodiaceae)
Gräser (Poaceae)
Wegerich (Plantago)
Beifuß (Artemisia)
Hopfen (Humulus - Cannabaceae)
Ambrosiapflanze (Ambrosia, deutsch: Traubenkraut) in Vollblüte – die Pollensäcke sind gut gefüllt. Berlin, 26. August 2026. © Matthias Werchan

Die Pollen fliegen langsam leiser – nur Ambrosia macht noch Lärm

Während der vergangenen Tage kam es in vielen Dürregebieten, besonders in einem Streifen quer über die Landesmitte und im Süden, erstmals seit Wochen zu „ernstgemeinten“ Niederschlägen. Auch sonst gab es in weiten Landesteilen zumindest etwas Regen. Die Temperaturen pendelten sich auf einem allenfalls mäßig warmen Niveau ein. Aufgrund des unbeständigen und kühleren Wetters hinterließ der Pollenflug in der zurückliegenden Vorhersagewoche keine bleibenden Eindrücke. Der Beifuß mühte sich anfangs im Nordosten noch einmal zu teils hohen Belastungen. Inzwischen haben aber auch hier, wie schon in den anderen Landesteilen, die meisten Pollen die Biege gemacht. Es kam größtenteils zu geringen bis mäßigen Belastungen; im Süden war die Luft sogar häufig Beifußpollen-frei. 
Ambrosia legte nur unmerklich zu. Unmerklich dürften für die meisten Betroffenen auch die Pollenkonzentrationen von Ambrosia gewesen sein. Außer am Pollenhotspot Niederlausitz, wo zeitweilig und dann auch verbreitet hohe Belastungen herrschten, ging es deutlich entspannter zu.  Außerhalb der Niederlausitz wurden hohe Belastungen nicht registriert; diese könnten allerdings lokal aufgetreten sein, ohne dass dies durch die Pollenmessstellen bestätigt werden konnte. Immerhin hat nun auch hierzulande die Hauptblütezeit der Ambrosia eingesetzt – mit Pollenflug war also zu rechnen. Von den weiteren Pollenarten konnten die allermeisten den Stand der ersten beiden Augustdekaden nicht mehr halten. Besonders auffällig war der Rückgang bei den Brennnesselgewächsen, deren Werte über den Daumen gepeilt um 50 bis 80 % abnahmen, sodass schließlich mittlere Pollenkonzentrationen vorherrschten. Beim Ampfer, bei den Hanfgewächsen (Hopfen), den Gräsern und dem Wegerich ging es ebenfalls bergab. Hauptsächlich wurde geringer Pollenflug aufgezeichnet, beim Hopfen an trockenen Tagen im Nordosten stellenweise mehr. Die Gänsefußgewächse hielten unverändert ihr geringes Pollenflugniveau. 
Sporen von allergenen Schimmelpilzen hatten weiter Saison, allerdings nahm der Sporenflug niederschlagsbedingt insgesamt etwas ab. Die Sporentyp-spezifischen Reizschwellen wurden nur an einzelnen Tagen überschritten, bei Cladosporium speziell nach Abzug vorangegangener Niederschläge, bei Alternaria eher während längerer Trockenphasen. Epicoccum-Sporen erreichten mittlere bis teils hohe Werte. 

Ein kurzer Einfall sehr warmer Luft prägt am morgigen Donnerstag (27. August) das Wetter in ganz Deutschland. Am Freitag liegen dann nur noch der Südosten und Osten im Warmluftstrom. Anschließend bestimmen eher mäßig warme Luftmassen das Geschehen mit den höchsten Temperaturen in den südlichen und östlichen Landesteilen. Nennenswerte Niederschläge erreichen vorwiegend die Westhälfte und den Nordwesten, können aber auch mal in Alpennähe verstärkt auftreten. Der Pollenflug wird weiterhin fast vollständig durch krautige Pflanzen bestimmt, auch wenn viele Arten nicht mehr viel hergeben können. 

Beifußpollen (Artemisia) bleiben in geringer Zahl präsent. Besonders im Nordosten sind zeitweilig noch mehr Pollen unterwegs, die mittlere Belastungen möglich machen, lokal vereinzelt auch hohe. Ansonsten verliert die schwächelnde Beifußpollensaison ihren Einfluss auf die Allergiebetroffenen.   

Das Traubenkraut (lat. Ambrosia) steht, dort wo es vorkommt, in voller Blüte. Sein Pollen kann sich daher an trockenwarmen Tagen schnell in größerer Zahl verbreiten. Neben den heimischen Quellen bestimmen in den nächsten beiden Tagen (27. und 28. August) Ferntransporte aus dem Südosten Europas die Belastungssituation in Teilen Deutschlands. Damit können sich erstmals in dieser Saison großflächig mittlere bis hohe Belastungen im Osten und Südosten des Landes einstellen. Nachfolgend beschränken sich hohe Belastungen erneut auf die Niederlausitz und deren Pollenabluftfahne sowie auf die Umgebung lokaler Vorkommen etwa entlang von Autobahnen, Fernstraßen und anderer Infrastruktur sowie auf Sonnenblumenfeldern, Erdzwischenlagern und Brachflächen. Gegen Ende der Vorhersagewoche erreichen möglicherweise auch Pollen aus Frankreich den Südwesten Deutschlands. Ob und wie viele am Ende ankommen, muss abgewartet werden. Ambrosia ist eng mit dem Beifuß verwandt. Allergische Kreuzreaktionen zwischen den Pollen der beiden Gattungen kommen häufig vor. 

Gräserpollen (Poaceae) gehören weiterhin zum Luftstaubinventar. Es überwiegt geringer Pollenflug. Die beginnende Schilfblüte (Phragmites) kann im Umfeld größerer Schilfbestände (Sumpfgebiete, Gewässerränder) zu einem Anstieg der Pollenwerte führen. Möglicherweise sind die Pollenzahlen lokal sogar groß genug, um bei den Betroffenen spürbare Symptome zu verursachen. Abseits dieser Orte bleiben Allergiesymptome allerdings die Ausnahme und treten meist nur kurzzeitig und räumlich sehr begrenzt auf.

Der Pollenflug der Brennnesselgewächse (Urticaceae) nimmt trotz einer gewissen Wetterbesserung nicht mehr zu. Meist stellen sich mittlere Pollenwerte ein. Stellen- und zeitweise lassen sich aber auch noch hohe Werte ausmachen, bei häufigen Niederschlägen entsprechend geringe. 

Die Pollen der Hanfgewächse (Cannabaceae) spielen mengenmäßig kaum noch eine Rolle. Häufig fliegen nur einzelne Pollen, am beständigsten im Nordosten. Hier kann insbesondere in den ersten Tagen auch geringer, vereinzelt auch mäßiger Pollenflug auftreten.  

Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) blühen zwar noch, aber nicht mehr üppig. Daher erreicht der Pollenflug nur sehr bescheidene Werte. Besonders die Saison des Ampfers ist praktisch durch, während sich die des Wegerichs auf niedrigem Niveau fortsetzt. 
Die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) stehen weiter in Vollblüte; saisonale Pollenmaxima sind an trockenwarmen Tagen möglich. Die Pollenwerte bleiben allerdings im Vergleich zu anderen Windbestäubern niedrig. Nur im Umfeld größerer Ansammlungen von Gänsefuß (Chenopodium), Amaranth (Amaranthus) oder Melde (Atriplex) treten auch mal hohe Pollenkonzentrationen auf. Pollen einiger Arten der Familie der Gänsefußgewächse sind nachweislich allergen und zählen zumindest in Ländern des ariden Südens, z. B. im Nahen Osten, zu den bedeutsamen Allergieauslösern. 

Ansonsten lassen sich folgende Pollenarten zu Protokoll geben – diese sind meist nur mit einzelnen Pollen präsent oder spielen sehr punktuell eine Rolle: Efeu (Hedera), Heidekrautgewächse (Ericaceae), Linde (Tilia), Löwenzahn (Taraxacum Cichorioideae), Kreuz- (Brassicaceae) und besonders auch Korbblütler (Asteraceae), Röte- (Rubiaceae) und Knöterichgewächse (Polygonaceae), Springkraut (Impatiens), Büschelblume (Phacelia) oder Zypressengewächse (Cupressaceae). Achtung: Selbstgesammelte Feldblumensträuße sind für Beifuß- oder Ambrosiapollenallergiker nicht immer ganz harmlos. Finden sich darin zahlreiche Korbblütler, können deren Pollen bei ausreichender Menge allergische Kreuzreaktionen und damit entsprechende Symptome in Innenräumen hervorrufen.

Allergene Schimmelpilzsporen spielen weiterhin eine Rolle im Luftstaub. Sowohl die Sporen von Alternaria als auch von Cladosporium können die Sporentyp-spezifische Reizschwelle zur Auslösung von Allergiesymptomen überschreiten. Dabei sind in den nächsten Tagen besonders bei Cladosporium stärkere Belastungsspitzen möglich, wobei dann die Reizschwelle gleich mal um ein Mehrfaches überschritten werden kann. Bei Alternaria hält sich die Zuspitzungsgefahr in Grenzen. Selbst bei idealen Sporenflugbedingungen wird es nur selten zu deutlicheren Überschreitungen des Schwellenwertes kommen. An Regentagen sind spürbare Belastungen kaum zu befürchten. 
Epicoccum-Sporen könnten Alternaria hier und da bereits den Rang ablaufen. Neben mäßigem ist auch starker Sporenflug möglich, wobei die Konzentrationen oberhalb der für Alternaria-Sporen definierten Reizschwelle liegen können. Eine eigene Reizschwelle ist für Epicoccum allerdings nicht bekannt. Über mögliche Kreuzreaktionen zwischen den Sporen von Epicoccum und Alternaria wird in der Fachliteratur jedoch berichtet.

Matthias Werchan, 26.08.2026

 

*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Gräser, den Beifuß und das Traubenkraut in der Luft in Europa finden Sie hier.

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