Wochenprognose

Für Deutschland

Wochenpollenvorhersage Dana

Mittwoch, 04. März 2026 - Dienstag, 10. März 2026

Eibe (Taxus)
Pappel (Populus)
Ulme (Ulmus)
Weide (Salix)
Zypressengewächse (Cupressaceae)
Erle (Alnus)
Hasel (Corylus)
Biene im Anflug auf die pollenbeladenen Staubbeutel einer normalerweise windbestäubten Ulmenblüte (Ulmus) am 4. März 2026 © Matthias Werchan

Erster Höhepunkt der Pollensaison sorgt weiterhin für hohe Belastungen – Erle dominiert.

Die plötzliche Umstellung von Winter auf Vor- bis Vollfrühling und die damit verbundene Dynamik beim Pollenflug sind dieses Jahr wahrlich beeindruckend. Die frühblühenden Windbestäuber konnten „ihr Glück“ in den vergangenen Tagen wahrscheinlich kaum fassen – so viel Sonnenschein und milde Temperaturen (vereinzelte Nebelgebiete außer Acht gelassen). Für die Entwicklung der Blüten und die Verteilung der Pollen herrschten von Nord nach Süd häufig sehr gute Bedingungen. Das gesamte Land wurde somit „bis fast zum Anschlag“ mit Pollen gefüllt. Gemeint sind zuvorderst die allergenen Pollen der Erle, die besonders in der gesamten Nordhälfte wie aus dem Nichts in riesiger Zahl auftauchten, anfangs gespeist aus Ferntransporten, später auch aus Eigenproduktion vor Ort. Der Schwellenwert zur hohen Belastung wurde dabei nicht selten um das 10-, 20- oder gar 50-fache überschritten. In den Dauernebelgebieten blieben die Belastungen aber auch mal deutlich unterhalb dieses Schwellenwertes. Die Hasel trug ebenfalls nach Kräften dazu bei, den Allergiebetroffenen auf die Pelle zu rücken, vermochte mit der pollenstarken Erle jedoch nicht mehr Schritt zu halten. Besonders nach Süden und Westen nahm deren Pollenzahl tendenziell schon wieder ab, während diese in der Nord- und Osthälfte ihren saisonalen Gipfel erreichte. Damit verbunden waren von der Mitte bis in den Norden mehrheitlich hohe, nach Südwesten und Westen häufiger nur noch mäßige Belastungen, im Dauernebel auch geringe.
Besonders im Rheinumfeld wurden zudem Eibenpollen in teils sehr hoher Zahl registriert. Dort ging es auch beim Pappel-, Ulmen- und später beim Weidenpollenflug voran (meist mittlere Konzentrationen). Auch die Pollen der Zypressengewächse erreichten immer häufiger mittlere Konzentrationen, Ahorn- und Eschenpollen vorerst nur geringe. Ein Teil der Eiben-, aber auch der Pappel-, Eschen- und Weidenpollen erreichte mit den südlichen Winden selbst den äußersten Norden des Landes. 
Bei den Schimmelpilzsporen blieb es ruhig. Weder von Alternaria noch von Cladosporium, Epicoccum oder den Pleospora gibt es etwas Belastendes zu berichten.

Für die Sonnenanbeter-Fraktion gibt es beim Wetter auch in den nächsten Tagen nicht viel auszusetzen. Allenfalls können sich gegen Ende der Vorhersagewoche allmählich Konvektion und erste Schauer im Westen bemerkbar machen. Das von vielen Pollenallergikern herbeigesehnte Großreinemachen der Luft, sprich flächige und auch mal länger anhaltende Niederschläge, lässt vorerst auf sich warten. Damit können sich die derzeit aktiven Pollenschleudern weiterhin größtenteils ungestört austoben. 

Die Hasel (Corylus) verliert in den nächsten Tagen allmählich an Einfluss. Besonders in der Süd- und Westhälfte werden in den Tieflagen kaum noch neue Pollenquellen erschlossen. Allenfalls die spätblühenden Korkenzieher-Haseln, eine Gartenvarietät der heimischen Haseln, kann dort im Siedlungsbereich stellenweise stärker belasten. Anders sieht es weiterhin im Osten und Norden sowie in den höheren Berglagen aus. Hier stehen noch etliche Pflanzen in Blüte und geben auch über die aktuelle Vorhersagewoche hinweg reichlich Pollen ab, gebietsweise bis auf ein Niveau saisonaler Spitzenwerte. Bis zum Ende der Vorhersageperiode sollte dann das Groß der Pollen ausgeflogen sein, womit sich die Belastungssituation allmählich bundesweit entspannt. 

Das wilde Stäuben der Erlen (Alnus) setzt sich noch etwas fort. Insbesondere die kühleren und phänologisch zurückliegenden Regionen von der Mitte bis in den Norden und in der gesamten Osthälfte sowie in den höheren Lagen der westlichen und zentralen Mittelgebirge müssen sich auf weitere belastungsstarke Tage einstellen. Dabei kann vielerorts die Schwelle zur hohen Belastung um mehr als das 10-fache überschritten werden, teils sind weitere saisonale Belastungsgipfel möglich. Entlang des Rheins und in den umgebenen Regionen türmen sich die Erlenpollen nicht mehr ganz so hoch. Hier ebbt die Blüte ab und mit ihr der Pollenflug. Besonders anfangs dürften hohe Belastungen jedoch noch häufig auftreten und erst in der Folge weniger werden. 

Während die Eibenblüte (Taxus) im Südwesten ihren Höhepunkt bereits erreicht hat, dürfte sie in vielen anderen Regionen, namentlich in der großen Nord- und Osthälfte im Verlauf der nächsten Tage erst nach und nach voll einsetzen. Aufgrund häufig idealer Pollenflugbedingungen können somit recht verbreitet hohe Eibenpollenkonzentrationen auftreten. Klare Hotspots innerhalb des Landes lassen sich nicht ausmachen. Mit Sicherheit ist die Umgebung blühender Eiben stark pollenbelastet. Wer empfindlich auf Eibenpollen reagiert, sollte die männlichen, zäpfchentragenden Pflanzen aktuell möglichst nicht berühren und Abstand wahren. Ein leichtes Rütteln an den Zweigen genügt, um rauchartige Wolken aus Millionen Eibenpollen aufsteigen zu lassen. Eiben sind vertraute Begleiter im Siedlungsraum, insbesondere auf Friedhöfen, in Parks und in Vorgärten. Auch in Waldgebieten ist die heimische Art immer wieder anzutreffen. 
Bei den Zypressengewächsen (Cupressaceae) kann der Pollenflug weiter regional zunehmen. Durch die ungleiche Verteilung der Zypressengewächse, die bis auf den Wacholder (Juniperus) hierzulande kaum natürlich wachsend vorkommen, hängt es von der Größe örtlicher forstlicher oder siedlungsbegleitender Anpflanzungen in Parks, Friedhöfen und Gärten ab, wie viel Pollen, wann in der Saison emittiert wird und bis zu welchen Höhen sich die Pollenkonzentrationen lokal aufschwingen. Aktuell können weitere Arten der Gattung der Scheinzypressen (Chamaecyparis) oder Arten wie der Sadebaum (Juniperus sabina) aus dieser relativ umfangreichen, windbestäubten Pflanzenfamilie zu blühen beginnen. Lokal sind dann hohe Konzentrationen einzukalkulieren. In der Fläche fliegen diese Pollen die ganze Vorhersagewoche über in zumindest geringer, häufig auch mittlerer Konzentration.

Pollen von Pappel (Populus) und Ulme (Ulmus) vergrößern in den nächsten Tagen ihr Einflussgebiet auf weite Teile Deutschlands. Einzig die küstennahen Gebiete im Osten und der äußerste Südosten Bayerns dürften noch recht pollenarm durch die Woche kommen. Ansonsten können neben verbreitet geringen Pollenkonzentrationen dieser beiden Gattungen auch mittlere bis (knapp) hohe Werte auftreten. Insbesondere die Pappel „schafft“ häufiger mal hohe Werte, anfangs eher im Südwesten und Westen, später vielleicht auch mal in den zentralen oder nördlichen Teilen Deutschlands. Im Westen und Südwesten werden Pappel- und Ulmenpollen bereits durch Weidenpollen (Salix) begleitet. Auch deren Fluggebiet weitet sich mit jedem Tag, der mild und sonnenscheinreich vergeht, weiter nach Norden und Osten aus, allgemein beginnend mit der Salweide (Salix caprea), im Südwesten bereits durch weitere Weidenarten unterstützt. Damit ist in den klimatischen Gunsträumen (Rheinschiene und Umgebung) an allen trockenen Tagen zumindest mäßiger Weidenpollenflug möglich, lokal auch hoher. Ansonsten werden Weidenpollen erst allmählich wieder Teil des frühjährlichen Pollenspektrums und sind bis zum Ende der Vorhersagezeit teils erst mit einzelnen wenigen Pollenkörnchen vertreten.  

Windbestäubte, fremdländische Ahornarten (Acer) führen örtlich, vor allem im Siedlungsraum, zu geringem Pollenflug. Dort, wo der invasive Eschenahorn (Acer negundo) vorkommt und bereits zur Blüte schreitet (allenfalls ganz im Westen) ist auch mal mäßiger Ahornpollenflug denkbar. 
Im Verlauf der Vorhersagewoche dürften sich erste Eschen (Fraxinus) zum Stäuben bereitmachen. Dies betrifft allerdings nur das unmittelbare Umfeld des Rheins. Anderswo schlafen sich die Eschen durch die sonnigen Frühlingstage. Mit dem Südwind sind geringe Polleneinträge aus Regionen südlich der Alpen aber überall im Land möglich.

Weitere Pollenarten, die in geringer Zahl in der Luft vertreten sein können, gehören zu Lärche (Larix), Rosengewächsen (Rosaceae), Sauergräsern (Cyperaceae) oder Ziergehölzen, wie Kornelkirsche (Cornus mas). Für die Birke (Betula) ist es während der kommenden Tage definitiv noch zu früh.  

Der Schimmelpilzsporenflug aller von unseren Messstellen erfassten Gattungen bewegt sich auf unbedeutendem Niveau. Allergologisch ist daher nichts zu befürchten. 

Matthias Werchan, 04.03.2026

 


*** Wir danken der Allergopharma GmbH und Co. KG und Thermo Fisher Scientific für die Unterstützung dieser Wochenpollenvorhersage. ***


Zur Wochenpollenvorhersage des PID für die Stadt Berlin gelangen Sie hier.

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen für die Hasel, die Erle und die Esche für Deutschland finden Sie hier.
Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen für die Erle in der Luft in Europa finden Sie hier.

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