15.01.2026
Hasel und Purpurerle nutzen milde Tage zur erneuten Pollenfreisetzung
Es tut sich wieder etwas beim Pollenflug.
Die neue Pollensaison rückt näher. Der frühe Start der Hasel- und Purpurerlenblüte im Dezember des letzten Jahres – wir berichteten – führte bereits in der ersten Dezemberhälfte, und damit so früh wie selten, zu frischen Pollen in der Luft. Besonders viele Pollen waren es dann um Weihnachten herum im äußersten Westen und Südwesten, mit örtlich bereits hohen Belastungen. Nachdem durch die Kältewelle zu Januarbeginn beim Pollenflug nochmals der Rotstift angesetzt wurde, liefen sich in der nunmehr lauen Luft im Westen und Süden die Haseln und Purpurerlen rasch wieder warm. Der Hasel- und Erlenpollenflug hat dort mancherorts erneut eingesetzt. Spürbare Allergiesymptome können die Folge gewesen sein.
In den kommenden Tagen gehen die sehr milden Temperaturen auch nach Süden und Westen hin allmählich wieder zurück. Daher halten sich die Belastungen ab dem Wochenende und darüber hinaus in Grenzen, können in den mildesten Ecken des Landes jedoch weiterhin gering oder zeitweise mäßig ausfallen, im Umfeld blühender Pflanzen zwischenzeitlich auch hoch. Dabei sind es weiterhin vor allem die Baum,- und Strauchhaseln (Corylus colurna und Corylus avellana) sowie die in Siedlungsräumen örtlich gepflanzten Purpurerlen (Alnus × spaethii) die die Belastungen verursachen. Vereinzelt könnten bereits erste Pollen heimischer Erlenarten dazukommen.
Im übrigen Land schweifen meist nur einzelne Pollen umher. Insbesondere weiter nach Osten und Nordosten hängt speziell die Haselblüte in kälterer Luft noch deutlich zurück. Zudem können mancherorts die bereits ausgereiften und blühbereiten Haselkätzchen durch starke Fröste geschädigt worden sein, womit zeitweilige Einbußen bei der Pollenfreisetzung verbunden wären.
Südliche Winde können in den kommenden Tagen auch immer mal Pollen der Zypressengewächse (Cupressaceae) oder einzelne Eschenpollen (Fraxinus) über die Alpen bugsieren. Die Blüte dieser Pflanzen hat im Mittelmeerraum eingesetzt.
Sobald absehbar weit verbreitet Pollenflug einsetzt, beginnen wir wieder mit unseren regelmäßigen Vorhersagen. Bis dahin drücken wir dem Winter die Daumen, dass er den Pollenflug noch ein wenig unter Kontrolle behält.
Über Ihre fotografischen Hinweise zum Entwicklungsstand der Haseln und Erlen freuen wir uns weiterhin sehr. Diese gerne an pollenstiftung(at)charite.de oder matthias.werchan(at)charite.de senden.
Mit herzlichen Grüßen zum neuen Jahr
Matthias Werchan
15.01.2026
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