Wochenpollenvorhersage Valentin - 12.02.2020

Mittwoch, 12. Februar 2020

Blühbereites Erlenkätzchen (Alnus) am 08.02.2020 im Nordwesten von Brandenburg. © Matthias Werchan

Erlenpollen ist aktuell allergener Pollen Nummer 1 in der Luft

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Eibe

(Taxus)

Erle

(Alnus)

Hasel

(Corylus)

 

Der meteorologische Winter dauert – zumindest per Definition – noch für gut zwei Wochen an. Der Natur ist diese Definition jedoch „egal“. Sie hat, wie sich an unseren Pollenmessdaten zeigt, längst den (Vor-)Frühling „ausgerufen“. Hasel- und Erlenpollen sind Anfang Februar sicherlich nichts Ungewöhnliches in der Luft. Jedoch streuen dazu in immer mehr Regionen Eiben massiv ihre Pollen aus. Ulmen-, Ahorn- und Pappelpollen werden ebenso (noch in meist nur geringer Konzentration) gemessen. Auch wenn ein Großteil dieser Bäume bisher nicht zu blühen begonnen hat, ist zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr schon so einiges los.

Reichlich Pollen war im Vorfeld des Orkans „Sabine“ am vergangenen Wochenende in Bewegung. Vor dem Einsetzten des Regens herrschten bei Sonnenschein, in milder Luft und bei zunehmendem Wind für ca. 24-48 h beste Pollenflugbedingungen, die hohe Belastungen durch den Flug der allergenen Pollen von Hasel (Corylus) und Erle (Alnus) in allen Tieflandregionen zufolge hatten. Es kam aber bei weitem nicht zu solchen massiven Pollenkonzentrationen, wie im Vorjahr, wo besonders die undefinedErle alle Rekorde gebrochen hatte.

In klimatisch begünstigten Regionen entluden zudem die Eiben ihre pollentragenden Zäpfchen, dominierten sogar mancherorts den Pollenflug. Der starke Wind verteilte die Pollen zudem weiträumig. Mit Wochenbeginn schwächten sich die Pollenbelastungen bei wechselhaftem Wetter deutlich ab.

Für die kommenden Tage deutet sich im Groben eine Wiederholung der meteorologischen Vorgänge der Vorwoche ab. Ein zunehmend windiges bis stürmisches Wochenende bei mildem Wetter und zeitweiligem Sonnenschein wird neuerliche Belastungsspitzen hervorrufen, die dann mehrheitlich durch Erlenpollen hervorrufen werden, denn durch Haselpollen. Dieser „wochenendliche“ Belastungsgipfel wird wiederum durch Tage mit deutlich geringeren Belastungen eingerahmt, an denen wechselhaftes und kühleres Wetter vorherrscht. Die Haselblüte ist, zumindest im Tiefland, über ihrem Zenit und die Hauptblütezeit nähert sich peu a peu ihrem Ende entgegen. Die Pollen der Erle bleiben uns noch etwas länger erhalten. Wir befinden uns in den meisten Landesteilen irgendwo in der ersten Saisonhälfte des Erlenpollenflugs mit dem Potential weiter ansteigender Belastungen. Ganz im Südwesten und Westen unseres Landes könnte der diesjährige Belastungsgipfel sogar schon hinter uns liegen, das Stäube- und Belastungspotential der Erlen sich also abschwächen. Unterm Strich sieht es derzeit nach keiner „weltbewegenden“ Erlenpollensaison aus, wenn man einmal den zeitigen Beginn der Erlenblüte außer Acht lässt. Besonders im nord- und westdeutschen Tiefland haben sich die Erlen im letzten Jahr verausgabt und „gönnen“ sich anscheinend ein ruhiges 2020.

Die an verschieden Orten (aber noch längst nicht überall) aktiv gewordene Eibe (Taxus) hat, wie bereits angesprochen, lokal zu einem teils sprunghaften Anstieg der Eibenpollenkonzentrationen geführt. Vom starken Wind weithin verfrachtet, waren Eibenpollen fast überall im Land schon messbar. Wie viele Menschen Eibenpollen spüren und Allergiesymptome entwickeln, ist nicht genau bekannt. Betroffene, die ihre Beschwerden auf Eibenpollen zurückführen, sollten die potenziell stark stäubenden Pflanzen meiden. Berührungen der reifen Zäpfchen können Wolken von Pollen freisetzten und die sonst unsichtbaren Eibenpollen sichtbar machen. Eiben sind häufig Bestandteil von Friedhöfen, von städtischen Grünanlagen oder Gärten, können aber auch in Wäldern vorkommen.

Der Eibe folgt in Kürze die Pappel (Populus). Erste Pappelpollen wurden bereits gemessen. In den nächsten Tagen tut sich aber bei der Pappel noch nicht allzu viel. Etwas stärkerer Pollenflug macht sich allmählich Richtung Südwesten bemerkbar.
Weitere Pollenarten, die in kleiner Zahl messbar sind, gehören zu Ahorn (Acer), Ulme (Ulmus), Weide (Salix) und zu den Zypressengewächsen (Cupressaceae). Bei vorherrschenden Südwestwinden ist mit dem Einflug von Zypressenpollen aus dem Mittelmeerraum zu rechnen. Der Pollenflug ist dort bereits voll im Gange. Aus der gleichen Ecke sind ebenso Eschenpollen (Fraxinus) zu erwarten, ohne zu einem Risiko für die Eschenpollen-Allergiker hierzulande zu werden. Der sehr milde Winter hat an geschützten Orten die ein oder andere Brennnessel (Urtica) oder andere Kräuter verschont. Einzelne Kräuterpollen in der Luft kämen daher nicht völlig überraschend.

Die Sporenzahl allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria und Cladosporium in der Außenluft ist und bleibt vernachlässigbar gering. Es sind im Freien keine Beschwerden bei Betroffenen zu erwarten. Veränderungen sind in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Matthias Werchan, 12.02.2020

 

 

*** Wir danken der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel und der Erle für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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