Wochenpollenvorhersage Tristan - 04.04.2019

Donnerstag, 04. April 2019

Birkenblüten (Betula) im Frühlingswind

Birken- und Eschenblüte vor dem Höhepunkt!

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Birke

(Betula)

Buche

(Fagus)

Esche

(Fraxinus)

Hainbuche

(Carpinus)

Pappel

(Populus)

Platane

(Platanus)

Ulme

(Ulmus)

Weide

(Salix)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Inzwischen ist der Frühling bei vielen Pflanzen in Stadt und Land unübersehbar eingekehrt. Leuchtende Blüten insektenbestäubter Obstgehölze wechseln sich ab mit den unscheinbaren Blüten windbestäubter Baumarten, die ihre Pollenfracht gegenwärtig in großer Zahl in die Luft abgeben. Allen voran dominiert in den Tieflandregionen nun der Pollenflug des gefürchtetsten Allergenträgers des Frühjahrs – der Birke (Betula). Die Blüte der Birken hat zwar noch nicht jeden Winkel des Landes gleichermaßen intensiv erfasst, besonders der (äußerste) Norden und Osten waren bisher noch glimpflich davongekommen, jedoch ist in den kommenden Tagen auch dort, wie schon im Rest des Landes der Startschuss für die Birkenblüte gekommen. Sofern die Bedingungen für Pollenflug stimmen, herrschen im Tiefland somit verbreitet hohe Belastungen, einhergehend mit dann starken Beschwerden bei den Betroffenen. Auch die saisonalen Belastungsspitzen können an sonnigen und windigen Tagen bereits erreicht werden! Zumindest anfangs noch etwas weniger dramatisch ist die Situation an den Küsten und im „hohen Norden“ von Deutschland. Auch das höhere Bergland ab 500 m NN ist noch ausgespart. Hier hinauf arbeitet sich die Birkenblüte zuerst im Südwesten und Westen vor. Wie schnell dies geschieht, hängt sehr vom noch unsicheren Temperaturverlauf in den nächsten Tagen ab. Mit Wind gelangt jedoch auch einiger Pollen aus tieferen Lagen in Gegenden mit noch geschlossenen Birkenkätzchen und kann zu mehr oder weniger starken Symptomen führen.

Die Birke wird allergologisch gesehen von ihren phylogenetischen Verwandten, den Hainbuchen (Carpinus) unterstützt, die ebenfalls in vielen Flachlandregionen den Status der Vollblüte erreicht haben (ausgenommen die Küstenregion) und Birkenpollenallergikern durch allergische Kreuzreaktionen zu schaffen machen. Das Konzentrationsniveau von Hainbuchenpollen in der Luft liegt aber nur in extremen Mastjahren annähernd auf Birkenniveau, meist – so wie bisher auch in diesem Jahr – (±deutlich) darunter.

Rotbuchenpollen (Fagus) können ebenfalls zu Kreuzreaktionen bei einigen Birkenpollenallergikern führen. Buchenpollen treten bereits an einigen Messstationen in der südlichen Mitte und im Westen Deutschlands auf. Eine weitere Zunahme des Buchenpollenflugs ist zu erwarten.
 
Mittlerweile ist die Mehrzahl der heimischen Eschen (Fraxinus excelsior) in weiten Teilen des Tieflands erblüht (Ausnahme äußerster Norden und Osten) und allergene Pollen werden an die Luft abgegeben. Die Konzentrationen und damit die Belastungen liegen bei entsprechend guten Pollenflugbedingungen auf einem mittleren bis hohen Belastungsniveau. Extreme Belastungen sind bisher nicht aufgetreten. Die mittleren Höhenlagen der Gebirge und das Küstenumfeld kommen wahrscheinlich erst in einigen Tagen in den „Genuss“ größerer Eschenpollenkonzentrationen. Über die Jahre wahrnehmbar rückläufige Konzentrationen an Eschenpollen, hervorgerufen durch das in Deutschland seit einigen Jahren verbreitet auftretende Eschentriebsterben infolge von Infektionen mit dem Schlauchpilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ (Hymenoscyphus pseudoalbidus) konnten (noch) nicht beobachtet werden.

Bei Pappeln (Populus), Weiden (Salix) und Ulmen (Ulmus) geht die Blüte weiter. Insbesondere bei den Ulmen und nachfolgenden bei den Pappeln zeichnet sich in den Tieflagen ein allmählicher Rückgang der Konzentrationen ab. Bei den Weiden ist noch kein Rückgang absehbar, da einige späte Arten bis in den Mai hinein blühen können. Die höheren Gebirgslagen der Mittelgebirge und des Alpenraumes sind phänologisch mehr oder weniger erst jetzt bereit, substanziell zum Pollenflug dieser drei Gattungen beizutragen. Pollen von Pappel, Weide und Ulme lösen deutlich seltener Allergien aus, als beispielsweise die Pollen von Esche und Birke. Dennoch können bei einigen Pollenallergikern Allergiesymptome auch in Zusammenhang mit Weiden- und Pappelpollen auftreten, speziell an Orten mit ausgedehnten Vorkommen dieser Gattungen, wobei Pappelblüten generell die meisten Pollen hervorbringen können.

Eine Vielzahl unterschiedlicher Arten der Zypressengewächse (Cupressaeceae) geht bei uns im Land in Blüte, womit nun allmählich auch die Hauptblühzeit dieser Gewächse erreicht ist. Die Pollen einiger Arten der Zypressengewächse, beispielsweise die der Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) oder die der Arizona-Zypresse (Cupressus arizonica) gelten im Mittelmeerraum als bedeutende Allergieauslöser. In Deutschland sind diese Zypressenarten meist nur im Siedlungsbereich als Zierpflanzen anzutreffen. Die Dimensionen des Pollenflugs der Zypressengewächse hierzulande ist aufgrund der geringeren Zahl möglicher Pollenquellen nicht vergleichbar mit den Pollenflugdimensionen wie sie am Mittelmeer auftreten, daher ist das Allergierisiko, welches durch Pollen dieser Pflanzenfamilie ausgeht, bei uns im Land mutmaßlich nur gering.

In den kommenden Tagen steht in den klimatischen Gunstregionen der Beginn der Platanenblüte (Platanus) an. Platanen sorgen – als ausschließlich gepflanzte vorkommende Baumart –  innerorts für lokal starke Belastungen, besonders im Umfeld von Platanenalleen. Außerorts sind Platanenpollen dagegen nur selten messbar. Die Hauptblüte der Platane wird zwischen Mitte und Ende April erwartet. Platanenpollen wird eine allergene Wirkung zugesprochen. Die auch in Südeuropa beliebte und daher häufig gepflanzte Baumart führt dort zu zahlreichen klinisch relevanten Sensibilisierungen. Darüber hinaus können von Platanenbäumen feine Härchen bei der Blatt- und Samenentwicklung abfallen und bei empfindlichen Menschen die Bronchien reizen und Husten auslösen.

Der aus Nordamerika stammende windblütige Eschenahorn (Acer negundo) kann insbesondere in Ostdeutschland, wo er sich bisher bevorzugt ausgebreitet hat, für messbaren Pollenflug sorgen. Seine zumindest moderat allergenen Pollen führen hier derzeit zu schwachen bis mittleren Belastungen der Luft mit Pollenflug-Intensitäten die in den hauptsächlich betroffenen Regionen durchaus das Niveau einer durchschnittlichen Hainbuchenblüte erreichen können. Andere Ahornarten, wie der Spitzahorn (Acer platanoides) blühen nun zwar auch, dessen leuchten gelben Blüten sind allerdings auf Insektenbestäubung ausgerichtet. Daher bleiben Ahornpollen aus diesen Blüten nur eine rare Beigabe im aerobiologischen Anteil des Luftstaubs.

Weitere Pollenarten die aktuell in kleiner Menge messbar sind, gehören zu Eiche (Quercus) Lärche/Douglasie (Larix/Pseudotsuga), Rosengewächsen (Rosaceae) und Sauergräsern (Cyperaceae). Vereinzelt treten auch erste Gräser- (Poaceae) und Wegerichpollen (Plantago) auf. Besonders die erstgenannte Pollenart wird schon in Kürze deutlich zahlreicher in der Luft zu finden sein.

Die Zahl am Schimmelpilzsporen in der Außenluft bleibt gering. In den kommenden Tagen gibt es keine allergologisch bedeutsamen Veränderungen.

 

Matthias Werchan, 04.04.2019

 

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Erle, der Esche und der Birke für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Erle und der Birke in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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