Wochenpollenvorhersage Tessa - 08.01.2020

Mittwoch, 08. Januar 2020

Sich öffnendes Haselkätzchen am 02.01.2020 in Berlin (Corylus avellana) © Barbora Werchan

Mildes Wetter treibt die Blütenentwicklung bei Hasel und Erle voran

Deutscher

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Wissenschaftlicher

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Tendenz für die nächsten        7 Tage

Erle

(Alnus)

Hasel

(Corylus)

 

Das nahezu unablässige Bestreben der Atmosphäre Mitteleuropa mit milden Luftmassen zu fluten, reißt auch in den kommenden Tagen nicht ab. Den deutlichen Plusgraden – teils jenseits der 10 °C-Marke – können sich die Haseln (Corylus) und Erlen (Alnus) im Lande nicht entziehen und reagieren mit fortschreitender Reifung ihrer pollentragenden Kätzchen. Schon in der Vorweihnachtszeit wurde uns von blühenden Haselsträuchern an wärmebegünstigten Orten im äußersten Westen und Südwesten Deutschlands berichtet, verbunden mit ersten Pollen in der Luft. Juckenden Augen und laufenden Nasen waren bei dem ein oder anderen empfindlichen Pollenallergiker bereits die Folge. Zwischen den Jahren machte dann auch die Purpurerle (Alnus × spaethii) von sich Reden und schickte an sonnigen Tagen ihre allergenen Pollen auf die Reise.

An all jenen Orten, wo diese Kreuzung aus japanischer (Alnus japonica) und kaukasischer Erle (A. subcordata) in den letzten Jahren verstärkt angepflanzt wurde (insbesondere als stadtklimarobuster Straßenbaum), spielen die Pollen dieser Erlenart derzeit eine Rolle. Dabei sind im näheren Umfeld blühender Bäume auch hohe Pollenkonzentrationen möglich. In den allermeisten Teilen des Landes tangieren diese punktuellen Pollenquellen jedoch niemanden. Die Blüte der Purpurerle hält in den nächsten Tagen noch an, so dass sich Belastungen durch Erlenpollen zwischen „nicht vorhanden“ (für die meisten Erlenpollenallergiker) und „schwach“ bis „vereinzelt hoch“ (für die wenigen „Glücklichen“ mit Purpurerlen vor dem Haus) gestalten.

Die seit Jahresbeginn stagnierende Haselblüte erlebt mit den milden Temperaturen in den kommenden Tagen ihren nächsten Schub. Weiterhin „glänzen“ die Niederungen des Westens und Südwestens mit dem größten Fortschritt bei der Haselblüte, so dass sich dort der bisher sporadische Pollenflug verstetigt und im Verlauf – unter der Voraussetzung guter Pollenflugbedingungen – ein bis zu mäßiges Belastungsniveau hervorrufen kann. Den anderen Gebieten in Deutschland (die Berglandregionen ausgenommen) droht nachfolgend das gleiche Schicksal, nicht jedoch bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums. Denn bisher sind die meisten Kätzchen der Baum- (Corylus avellana) und Strauchhaseln (C. colurna) im Norden, der Mitte und dem Osten Deutschlands noch geschlossen. Der Pollenflug bleibt daher größtenteils sporadisch, bzw. ist noch nicht messbar. Um blühende Sträucher herum können die Belastungen jedoch spürbar sein. Städtische Wärmeinseln zeichnen sich in diesem Zusammenhang durch teils deutliche Entwicklungsvorsprünge bei den Haselkätzchen aus. Im Allgemeinen sind Temperaturen über +5 °C notwendig, um Entwicklungsprozesse bei den Haseln anzustoßen.
Die heimischen Schwarzerlen (Alnus glutinosa) werden dagegen erst ab Werten von ca. 8 °C aktiviert. Daher bleiben erste schwache Pollenbelastungen durch diese Baumart noch dünn gesät und sind auf die klimatischen Gunsträume beschränkt.
Vereinzelt können Pollen von Zypressengewächsen (Cupressaceae) in der Luft sein, die mit Luftströmungen aus der Mittelmeerregion zu uns gelangen.

Die derzeit in der Außenluft messbaren Sporenzahlen allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria und Cladosporium bleiben vernachlässigbar gering und für Allergiker unbedenklich. Veränderungen sind in den kommenden Tagen nicht zu erwarten.

Matthias Werchan, 08.01.2020

 

*** Wir danken der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***

 

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel und der Erle für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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