Wochenpollenvorhersage Selina - 06.06.2018

Mittwoch, 06. Juni 2018

ungemähter Feldrain mit zahlreichen blühenden Gräsern © Matthias Werchan

Hochsaison der Gräser hält noch an.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Brennnessel

(Urtica)

Esskastanie

(Castanea)

Gräser

(Poaceae)

Holunder

(Sambucus)

Linde

(Tilia)

Roggen

(Secale)

Wegerich

(Plantago)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Die Gräserpollenblüte (Poaceae) steht in ihrem Zenit. Während aufgrund der Rekordwärme bereits seit Mitte Mai hohe Belastungen vom Süden bis in die Mitte des Landes gemessen wurden, waren spätestens während der letzten Maitage und zum Monatswechsel hin auch ganz im Norden die Pollenzahlen sprunghaft angestiegen. Höhere Gräserpollenwerte als zuletzt sind für diese Saison nur noch in wenigen Gebieten zu erwarten, so etwa in den höheren Gebirgsregionen und entlang der Küsten von Nord- und Ostsee. Sofern keine länger andauernden Regenfälle die Gräserpollenkonzentrationen nach unten drücken, können sich bei Betroffenen auch bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums verbreitet noch starke Allergiesymptome entwickeln. Ein hohes Risiko geht dabei von noch ungemähten Grünlandflächen und Wegrainen aus (siehe Foto). Deutliche Symptomlinderung kann ein Aufenthalt an Meeresküsten bei auflandigem Wind bringen. Auch innerhalb größerer, stark versiegelter Ballungsräume mit häufig gemähten Grünanlagen sowie innerhalb geschlossener Waldgebiete sind die Pollenkonzentrationen im Vergleich niedriger. Die Gräserblüte hat sich bereits bis in die höheren Gebirgsregionen um 1.000 m ü. NN vorgearbeitet, so dass Hoffnung auf Minderung der Beschwerden im Gebirge aktuell erst an oder oberhalb der Baumgrenze bestehen.
Achtung! Weiterhin können durchziehende Gewitter Allergiesymptome und Symptome des allergischen Asthmas durch Gräserpollen kurzzeitig (zu Beginn des Gewitters) deutlich verstärken. Stichwort: undefinedGewitterasthma!

Deutlich nachgelassen hat die Blüte des Roggens (Secale). Die Pollenzahlen und das von den Feldern ausgehende Allergierisiko sinken in den kommenden Tagen schnell wieder auf null.

Die Grünlandkräuter der Gattungen Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) blühen je nach Mahdzeitpunkt mehr oder weniger stetig. Der Pollenflug dieser beiden Gattungen erreicht ein wechselndes, maximal mäßiges Niveau. Die Blütezeit erstreckt sich über die gesamten Sommermonate. Wegerichpollen gilt als kreuzreaktiv zu Gräserpollen und kann daher entsprechend Sensibilisierte zusätzlich reizen.

Die Brennnesselblüte (Urtica) entwickelt sich unerwartet rasch. Es wurde bereits jetzt an einigen Stationen ein - für den Frühsommer - beachtlich starker Pollenflug beobachtet. Mit einer Fortsetzung dieser Entwicklung muss zumindest in den nächsten Tagen gerechnet werden, da das Temperaturniveau vorerst hoch bleibt und der Blüte Vorschub leistet. Die Hauptflugzeit ist normalerweise von Anfang Juli bis spät in den August hinein.

Auch die „Spätzünder“ unter den Bäumen haben dieses Jahr unvermutet früh mit ihrer Blüte begonnen. Bereits zum Monatswechsel waren Pollen wärmeliebender, fremdländischer Arten, wie Götterbaum (Ailanthus) oder Esskastanie (Castanea) in der Luft. Götterbaumpollen sind mögliche Allergieauslöser. Außerdem geht ein strenger, oft unangenehmer Geruch von den männlichen Blüten dieser Art aus. Esskastanienpollen können über Kreuzreaktionen für Birkenpollenallergiker relevant sein. Allerdings ist deren Pollenzahl hierzulande im Vergleich zur Pollenzahl der Birke verschwindend gering, da Esskastanien nur in wenigen, meist kleinen Anpflanzungen vorkommen.

Die heimischen Lindenbäume (Tilia) blühen in voller Pracht – bei tendenziell gleichbleibendem Pollenausstoß während der nächsten Tage. Einzelne Fälle von Allergien auf Lindenpollen sind in der Fachliteratur beschrieben. Betroffene sollten die Nähe zu diesen Bäumen meiden. Auch wenn der überwiegende Teil der Pollen von Insekten übertragen wird, gelangt doch ein gewisser Anteil in die Luft und sorgt für geringe bis mäßige Belastungen.

Die Holunderblüte (Sambucus) neigt sich allmählich ihrem Ende entgegen. Damit sinkt das geringe Allergierisiko, welches von diesen Pflanzen ausgeht. In der Nähe noch blühender Büsche können die Pollenkonzentrationen hoch sein, ansonsten vereinzeln sich Holunderpollen in der Luft immer mehr.

Hin und wieder sind und bleiben Pollen der zahlenmäßigen Hauptakteure der Baumpollensaison, wie Birke (Betula), Eiche (Quercus) Kiefer (Pinus) und Fichte (Picea) messbar. Einige, der vor Wochen noch in Massen geflogenen Pollen, können auch noch lange nach der Saison immer wieder aufgewirbelt werden.

Einzelne Pollen der Rosengewächse (Rosaceae) und der Zypressengewächse (Cupressaeceae) sind gelegentlich messbar.

In Dörfern und Städten blühen an einigen Stellen noch letzte Liguster (Ligustrum). Deren kleinen weißen Blüten sind zwar insektenbestäubt, jedoch gelangen auch Pollen durch den Wind in die Luft. Da der Liguster zur gleichen Pflanzenfamilie gehört, wie Olive und Esche (Ölbaumgewächse/ Oleaceae) sind allergische Kreuzreaktionen bei Eschenpollenallergikern möglich, speziell dort wo Liguster zahlreich als Zier- und Heckenpflanze eingesetzt wird und zur Blüte gelangt.

Die Schimmelpilzsporen-Belastung der Außenluft hat in den letzten Tagen messbar zugelegt. Allergologisch bedeutsamen Gattungen wie Alternaria und Cladosporium stellen für entsprechend sensibilisierte ein immer höheres Risiko dar, bei weiter zunehmender Tendenz. Die Die höchsten Belastungen mit den genannten Sporengattungen sind im Juli und August zu erwarten, meist in Verbindung mit der Getreideernte.

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser und des Roggens für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Gräser in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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