Wochenpollenvorhersage Nestor - 27.06.2018

Mittwoch, 27. Juni 2018

Vertrocknete Wiese in Berlin (20.06.2018) © Matthias Werchan

Gräserpollen fliegen meist mäßig – Beifußpollen bisher kaum.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Beifuß

(Artemisia)

Brennnessel

(Urtica)

Esskastanie

(Castanea)

Gänsefuß

(Chenopodiaceae)

Gräser

(Poaceae)

Wegerich

(Plantago)

 

Die vergangenen Tage warteten mit nur geringe Veränderungen in Anzahl und Art der Pollen in der Luft auf. So traten Gräserpollen (Poaceae) bei pollenflugbegünstigender Witterung in meist mittlerer Belastungsintensität auf. Tage mit hohen Belastungen im Tiefland wurden und werden ganz allmählich immer seltener, beschränken sich vor allem auf den äußersten Norden Deutschlands und die höheren Berglagen. Sind Wiesen und Raine abgemäht ist das Potential für hohe Belastungen kaum noch gegeben. Viele Gräserpollenallergiker werden die zurückgegangen Pollenkonzentrationen bereits als deutliche Entspannung ihrer Symptome wahrgenommen haben. Unterstützend wirkt sich die weiter anhaltende Trockenheit in einigen Regionen des Nordens und Ostens aus, die die Gräser teilweise zur Notreife zwingt oder durch Vertrocknen ganz am Blühen hindert (siehe Foto). So herrschen zwar gute Pollenflugbedingungen, jedoch drohen die „Quellen“ für Pollennachschub regional allmählich zu versiegen. Wo die Bedingungen für Wachstum und Blüte stimmen, entlassen zu dieser Jahreszeit Quecken (Elymus), Weidelgräser (Lolium), Reitgräser (Calamagrostis), Zwenken (Brachypodium) oder Lieschgräser (Phleum) ihre Pollen.

Inwieweit sich die zurückliegende Trockenheit auf die Verfügbarkeit von Beifußpollen (Artemisia) und später auch Ambrosiapollen (dt. Traubenkraut) auswirken wird, ist noch ungewiss. Bisher ließen sich innerhalb Deutschlands die höchsten Beifuß- und Ambrosiapollenkonzentrationen normalerweise eher im Osten und Nordosten des Landes messen. Der Wassermangel dort hätte zumindest auf leichteren Böden das Potential die Pflanzen im Wachstum zu behindern. Die Beifußblüte hat in Deutschland bereits zaghaft begonnen.  Der Pollenflug verstetigt sich im Verlauf der nächsten Tage, so dass an immer mehr Messstellen erste Pollen auftauchen werden. Betroffene müssen aber momentan noch keine flächendeckend spürbare Belastung fürchten. Nur die Nachbarschaft größerer Beifußbestände kann für erste Leiden sorgen.

Bei den Kräutern der Gattungen Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) sind derzeit kaum Veränderungen im Pollenflug auszumachen, meist fliegen deren Pollen in geringer bis mäßiger Intensität; noch stärker dort, wo die Pflanzen sich in größerer Zahl ungestört bis zur Blüte entwickeln können. Wegerichpollen gilt als kreuzreaktiv zu Gräserpollen und kann daher entsprechend Sensibilisierte zusätzlich beeinflussen.

Brennnesselpollen (Urtica) sind nun beständig in der Luft messbar. Im Verhältnis zu den Spitzenkonzentrationen, die im Juli bis August erreicht werden, bewegt sich der Pollenflug derzeit auf einem mittleren Niveau. Da Brennnesseln nahezu überall wachsen und deren Pollen sehr klein, leicht und damit mobil sind, verteilen sich diese mühelos weithin. Allergologisch sind Brennnesselpollen (bisher) wenig auffällig, was möglicherweise auch einer unzureichenden Allergie-Diagnostik geschuldet sein kann.
Pollen von Gänsefußgewächsen (Chenopodiaceae) sind in der Luft. Das Niveau des Pollenflugs ist aber derzeit gering. Eine allergologische Relevanz besteht bei diesen wenigen Pollen meist nur in unmittelbarer Nachbarschaft größerer Gänsefuß- (Chenopodium) oder Meldenbestände (Atriplex), die häufig auf Brachflächen oder temporären Erdablagerungen gute Wachstumsbedingungen finden.

Nur noch selten finden sich blühende Bäume, dann handelt es sich meist um Linden (Tilia) oder Esskastanien (Castanea). Bei der Esskastanie können Ferntransporte aus den südlich angrenzenden Ländern die Pollenzahlen tageweise deutlich ansteigen lassen. Hin und wieder werden sedimentierte Pollen der zahlenmäßigen Hauptakteure der Baumpollensaison, wie Birke (Betula), Eiche (Quercus) Kiefer (Pinus) und Fichte (Picea) vom Boden aufgewirbelt und tauchen in geringer Zahl in unseren Messgeräten auf.

Ganz vereinzelt sind Pollen der Zypressengewächse (Cupressaeceae) messbar. Ebenso können hin und wieder wenige Pollen von Doldengewächsen (Apiaceae) und diversen insektenbestäubten Korbblütengewächsen (Asteraceae) gemessen werden


Schimmelpilzsporen machen nun einen bereits großen Anteil am Luftstaub aus.  In der Außenluft haben allergologisch bedeutsamen Gattungen wie Alternaria und Cladosporium im Tiefland ein Niveau erreicht, wo entsprechend Sensibilisierte mit dem Auftreten von (auch starken) Allergiesymptomen rechnen müssen. Die Konzentrationen nehmen weiter zu und können im Zusammenhang mit ersten Erntevorgängen (u.a. durch notreife Getreidebestände) bereits jetzt tageweise zu Belastungsspitzen führen, deutlich früher als in den vergangenen Jahren!

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser und des Beifußes für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Gräser und des Beifußes in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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