Wochenpollenvorhersage Michelle - 26.09.2018

Mittwoch, 26. September 2018

Sich öffnender männlicher Blütenstand einer Zeder (Cedrus) am 13.09.2018 in Frankfurt a. M. © Kai Gloyna

Für Pollenallergiker besteht quasi kein Risiko mehr - Pilzsporenallergiker müssen sich noch etwas länger gedulden.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Brennnessel

(Urtica)

Gänsefuß

(Chenopodiaceae)

Gräser

(Poaceae)

Traubenkraut

(Ambrosia)

Wegerich

(Plantago)

 

Vielerorts haben kräftige Regenfälle die Luft von Pollen und Sporen gereinigt. Mit der aktuellen Beruhigung der Wetterlage und sonnig-trockenen und windigen Witterungsbedingungen können auch jetzt noch Pollen neu gebildet werden und in die Luft gelangen. Aber nur das Traubenkraut (Ambrosia) ist in den nächsten Tagen überhaupt noch fähig, seine sehr allergenen Pollen so zahlreich zu streuen, dass in der Nähe großer Ambrosiabestände ein Allergierisiko bestehen kann. Jedoch bewegen sich selbst in den „Hochburgen“ der Ambrosia (Südostbrandenburg) die Werte mittlerweile auf einer meist niedrigen Belastungsschwelle. In allen anderen Gebieten können bis zum Ende des Vorhersagezeitraums Ambrosiapollen noch vereinzelt auftauchen, Belastungen auf niedrigem Niveau bleiben aber die Ausnahme, meist hat der Ambrosiapollenflug keine allergologische Relevanz mehr.
Helfen auch Sie mit, die weitere Ausbreitung dieser Pflanze in Deutschland zu verhindern! Wichtig ist es dabei, zuerst die Vorkommen zu erfassen. Über die neue Webseite undefinedwww.ambrosiafinder.de bitten wir Sie, Ihnen bekannte Fundstellen möglichst präzise einzutragen zusammen mit einem Foto zur Validierung des Fundes!

Andere wichtige Allergenträger wie Beifuß (Artemisia) oder die Gräser (Poaceae) haben keinen Einfluss mehr auf Allergiker. Punktuell sind sehr geringe Belastungen durch das wärmeliebende Hundszahngras (Cynodon dactylon), dessen Blüte bis jetzt angedauert hat, möglich. Sollten Sie allergisch auf Pollen von Beifuß und/oder Ambrosia reagieren, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie auch auf Pollen anderer Korbblütler (Asteraceae) reagieren. Diese insektenbestäubten Arten haben in der Außenluft wenig Chancen Reaktionen bei Betroffenen hervorzurufen.  Vermeiden Sie jedoch in Ihrer Wohnung das Aufstellen von selbstgesammelten oder gekauften Blumensträußen mit Astern, Sonnenblumen oder Goldrute. Die Pollenproduktion dieser Arten ist beträchtlich und sorgt für eine Kontaminierung der Wohnräume mit Pollen und möglicherweise auch für allergische Reaktionen im Innenraum.

Aktivität auf sehr schwachem Niveau zeigen Kräuter wie der Wegerich (Plantago), die Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae), die Brennnesselgewächse (meist Urtica), einige Korbblütlerarten (Asteraceae) und vereinzelt der zu den Kreuzblütengewächsen (Brassicaceae) gehörende Senf (Sinapis). Eine allergologische Relevanz besteht aber nun nicht mehr, da die Konzentrationen in der Außenluft nicht ausreichen, um Reaktionen auszulösen. Bis zum endgültigen Erliegen des Pollenflugs der genannten Pflanzenfamilien/-gattungen vergeht noch etwas Zeit. Letzte Brennnesselpollen können beispielsweise noch bis weit in den Oktober hinein auftreten. Erste stärkere Bodenfröste können aber nun jederzeit für ein abruptes Ende der Blüte sorgen.

In Gärten, Parks und Friedhöfen gepflanzte Zedern (Cedrus) blühen. Teilweise findet sich in der Nähe der Bäume reichlich Blütenstaub auf glatten Oberflächen (Autoscheiben, Gehwegen, Fensterbrettern ...). Der frische gelbe Staub erinnert an die teilweise massiven Ablagerungen durch Kiefern- und Fichtenpollen im Mai. Zedernpollen sind nicht allergen und können als letzter sichtbarer „Gruß“ der zu Ende gehenden Pollensaison verstanden werden.

Auch der Efeu (Hedera) blüht zu diesem späten Zeitpunkt im Jahr, wodurch jetzt hin und wieder allergologisch bedeutungslose Zahlen an Efeupollen in der Luft und in unseren Messgeräten auftauchen.

Die letzte Woche noch recht hohen Sporenkonzentrationen allergener Schimmelpilze (Alternaria, Cladosporium, Epicoccum) in der Außenluft sind nach den Regenfällen und in der kalten Meeresluft (vorerst?) deutlich zurückgegangen. Je nach Witterungsverlauf kann die Sporenzahl in den nächsten Tagen wieder zunehmen. Begünstigend auf das Wachstum wirken sich hohe Temperaturen aus, sofern genügend Feuchtigkeit vorhanden ist. Das dabei an einzelnen Tagen und in einigen Regionen noch einmal ein allergologisch bedenkliches Konzentrationsniveau erreicht wird, kann nicht ausgeschlossen werden. Die Gattung Epicoccum „hält normalerweise am längsten durch“, mit saisonalen Höhepunkten im Verlauf des Septembers. Die Pilzsporensaison an sich dauert länger als die Pollensaison und endet endgültig erst im späten Herbst.

 

Matthias Werchan, 26.09.2018

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen des Traubenkrauts für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Gräser, des Beifußes und des Traubenkrauts in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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Die Vorhersage beruht auf den Daten unseres Pollenflugmessnetzes mit derzeit 33 aktiven Messstationen.

 

 



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