Wochenpollenvorhersage Martin - 26.02.2020

Mittwoch, 26. Februar 2020

Die Eibe (Taxus) ist eine potente windblütige Baum/Strauchart, deren linsengroßen Zäpfchen wahre Pollenwolken ausstoßen können. © Elisa Manzati/Shutterstock.com

Derzeit keine durchgreifende Änderung beim Pollenflug zu erwarten.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Eibe

(Taxus)

Erle

(Alnus)

Esche

(Fraxinus)

Hasel

(Corylus)

Pappel

(Populus)

 

Unverändert steht Deutschland unter dem Einfluss einer aktiven Frontalzone mit häufigen Niederschlägen, kurzen trockenen Phasen und Temperaturen, die nahe am langjährigen Durchschnitt liegen oder nur wenig darüber. Für Pollenallergiker ist diese Wetterlage recht angenehm, bleiben doch hohe Belastungen mit allergenen Pollen meistenteils aus. Daran wird sich aller Voraussicht nach bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums nichts Grundlegendes ändern. 

Die Haseln (Corylus) haben im Tiefland kaum noch Pollen im Angebot. Die Blüte beschränkt sich zunehmend auf die Berglagen, wo sie aber aufgrund der zeitweilig winterlichen Bedingungen kaum vorankommt. Haselpollen sind daher in meist nur geringen Konzentrationen unterwegs, an niederschlagsreichen Tagen auch gänzlich aus der Luft verschwunden.

Die Hauptblüte der Erle (Alnus) hält weiter an. In immer mehr Regionen des Tieflands ist der Zenit der Blüte aber überschritten und das allergene Belastungspotential geht allmählich zurück. In den Berglandregionen stecken die Erlen – ähnlich wie bei der Hasel – in ihrer Entwicklung mehr oder weniger fest. Erst bei einer länger andauernden Milderung ist mit dem Ausschöpfen des dort noch vorhandenen Blühpotentials zu rechnen. Bis dahin bringt die Erle mal schwache, mal mittlere Pollenbelastungen hervor, an trockenen Tagen mit etwas frühlingshafteren Temperaturen können sich auch starke Belastungen einstellen, die aller Voraussicht nach nicht mehr an die saisonalen Spitzen der Vorwochen anknüpfen können. Besonders im nord- und westdeutschen Tiefland verläuft die Erlenpollensaison 2020 nach dem Spitzenjahr 2019 eher unterdurchschnittlich, weiter nach Süden ist der Pollenflug der Erle stärker ausgeprägt, wodurch sich hier eine durchschnittliche Saison andeutet.

Neben Erle und Hasel ist die Eibe (Taxus) im Tiefland aktiv und steht inmitten ihrer kurzen Saison, im Bergland teils noch immer vor der Saison. An einzelnen Tagen können Eibenpollen weiter den Pollenreigen anführen, noch vor der Erle. Die stark stäubenden Eiben sind häufig Bestandteil von Grünanlagen (Friedhöfe, Parks), wodurch dort die höchsten Belastungen auftreten können. Diejenigen, die auf Eibenpollen reagieren, sollten die unmittelbare Nähe oder das Berühren der blühenden Pflanzen vermeiden. Allerdings wird dem Pollen der Eibe keine weitreichende Bedeutung als allergener Pollen beigemessen, was eventuell auch auf unzureichende Diagnostik zurückgeführt werden kann.

Zypressengewächse
(Cupressaceae) blühen bei uns weiterhin nur wenige, verursachen derzeit meist schwachen, sporadischen Pollenflug. Eine starke Blüte der Zypressengewächse wird aus dem Mittelmeerraum gemeldet. Die Pollen einiger Zypressenarten gelten dort als bedeutsames Allergen. Konzentrationen wie am Mittelmeer treten bei uns (bei weitem) nicht auf, jedoch kann mit Südwind ein Teil der Pollen von dort bis zu uns gelangen.

Pollen der Pappel (Populus) fliegen seit einigen Tagen in kleiner bis mittlerer Zahl überall im Land umher, ohne dass bereits überall die Pappeln blühen. Meist tragen nur wenige blühbereite Bäume zu den aktuell gemessenen Werten bei, wobei die Pappelblüte im Südwesten und den Rhein entlang, sowie in einigen städtischen Wärmeinseln am weitesten fortgeschritten ist und hier auch die höchsten Werte gemeldet werden.

Erste Bäume der allergenen Esche (Fraxinus) strecken ihre männlichen Blüten in die Luft, so dass Eschenpollen in schwacher Konzentration auftreten, bevorzugt in Richtung (Süd-)Westen und teils innerhalb städtischer Wärmeinseln. Das verhaltene Temperaturniveau verhindern eine rasche Verstärkung des Eschenpollenfluges, so dass bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums nur mit marginalen Veränderungen hin zu einer höheren Belastungsintensität gerechnet werden muss. Ebenso wie bei den Zypressengewächsen können zusätzlich Eschenpollen aus südlichen Nachbarländern einfliegen.

Weitere Pollenarten, die in kleiner Zahl messbar sind, gehören zu Ahorn (Acer), Ulme (Ulmus) und Weide (Salix), wobei durch das Aufblühen der Salweide (Salix caprea) der Pollenflug der Weide allmählich stetiger wird. Der sehr milde Winter hat an geschützten Orten die ein oder andere Brennnessel (Urtica) oder andere Kräuter überleben lassen. Einzelne Kräuterpollen in der Luft sind daher nicht unmöglich.

Die Sporenzahl allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria und Cladosporium zeigt sich vom ausgebliebenen Winter unbeeindruckt. Die sehr niedrigen Konzentrationen in der Außenluft haben keine allergologische Relevanz. Änderungen sind in den nächsten Tagen weiterhin nicht zu erwarten.

Matthias Werchan, 26.02.2020

 

 

 

 

 

*** Wir danken der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel, der Erle und der Esche für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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