Wochenpollenvorhersage Linda - 29.08.2018

Mittwoch, 29. August 2018

Blühendes Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) am Wegesrand in Berlin © Matthias Werchan

Ambrosia belastet mancherorts stark - für die meisten Pollenallergiker klingt die Pollensaison jedoch bereits aus.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Beifuß

(Artemisia)

Brennnessel

(Urtica)

Gänsefuß

(Chenopodiaceae)

Gräser

(Poaceae)

Hopfen

(Humulus/Canabaceae)

Traubenkraut

(Ambrosia)

Wegerich

(Plantago)

 

Die allmählich zu Ende gehende Beifußpollensaison (Artemisia) manifestiert sich in bereits nur noch schwachem Pollenflug. Allergiesymptome durch Beifuß sollten daher kaum noch spürbar sein. Am ehesten sollten sich Allergiker in Richtung Nordosten und äußersten Norden Deutschlands in der Nähe großer Beifußbestände auf das Auftreten von Symptomen einstellen.  Kreuzreaktionen durch den allergologisch nahe Verwandten des Beifußes - das Traubenkraut (Ambrosia) - drohen Beifußpollen-Allergikern nun aber insbesondere im Osten Deutschlands (Nordostsachsen und Südostbrandenburg bis Berlin hinauf) und regional in Süddeutschland und im äußersten Westen (z.B. südwestliches Ruhrgebiet bis zur westlichen Landesgrenze) entlang von Autobahnen und Fernstraßen oder auf Baustellen und temporären Erdlagern. Die Ambrosiablüte befindet sich auf ihrem Saisonhöhepunkt. Bei weiter überwiegend trockenem Spätsommerwetter können sich deren Pollen leicht und zahlreich ausbreiten und in den Befallsregionen in Brandenburg gebietsweise, ansonsten lokal, für wiederholt starke Belastungen sorgen, teilweise sogar über den gesamten Vorhersagezeitraum hinweg. Haben sich in der in der Nachbarschaft noch keine ausgedehnten Ambrosiabestände entwickelt, bleiben die Belastungen auch jetzt zur Hauptblütezeit sehr gering. Nur über mögliche Ferntransporte dieser Pollen aus stark betroffenen Ländern (z.B. Ukraine, Ungarn) können in Deutschland überall tageweise Belastungen auftreten – auch fern jeglicher größerer Vorkommen. Der letzte bedeutende Ferntransport, der zeitgleich deutschlandweit von unseren Messstellen registriert wurde, war im September 2014.

Auch Sie können mit dabei helfen die weitere Ausbreitung dieser Pflanze in Deutschland zu verhindern. Wichtig ist es dabei, zuerst die Vorkommen zu erfassen. Über die neue Webseite undefined www.ambrosiafinder.de bitten wir Sie, Ihnen bekannte Fundstellen möglichst präzise einzutragen!

Der Pollenflug der Gräser (Poaceae) ist allergologisch bedeutungslos und vereinzelt sich immer mehr. Spaziergänge über ungemähte Wiesen können jedoch ein Wiederaufwirbeln sedimentierter Gräserpollen verursachen. Allergische Symptome sind dann nicht ausgeschlossen.

Auch für den Ampfer (Rumex) ist die Pollensaison gelaufen. Gelegentlich sind aber noch einzelne Ampferpollen unterwegs. Der Wegerich (Plantago) befindet sich im Übergang zur Nachsaison. Der Pollenflug hat bereits nachgelassen und schwächt sich langsam weiter ab. Seine allergologische Nähe zu Gräserpollen kann bei Gräserpollenallergikern auch noch in den kommenden Tagen zu einer leichten Reizung führen.

Der Brennnesselpollenflug (Urtica) geht leicht abgeschwächt in den aktuellen Vorhersagezeitraum. Die fortgeschrittene Jahreszeit und die Trockenheit drücken die Pollenkonzentrationen allmählich weiter nach unten. Ausgehend von den Tagen mit den höchsten Brennnesselpollenzahlen sind wir in Deutschland momentan bei etwa einem Viertel dieser Werte angekommen. Nicht zu unterschätzen sind solch warme, mediterran anmutende Sommer, wie der gerade stattfindende, bei der Entwicklung und Ausbreitung der ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten allergenen Glaskräuter (Parietaria) auf dem Gebiet der Bundesrepublik. An Ruderalstellen und Wegrändern am Rande oder in städtischen Wärmeinseln oder in anderen wärmebegünstigten Gegenden können bereits heute teils üppige Bestände verschiedener Glaskrautarten nachgewiesen werden. Der Anteil von Glaskrautpollen im Luftstaub kann jedoch nur anhand der Vorkommen dieser Pflanzen grob abgeschätzt werden, da eine mikroskopische Abgrenzung von den weniger allergenen Brennnesselpollen nicht möglich ist. Auf der Webseite undefinedwww.floraweb.de des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) können sich Interessierte auf Verbreitungskarten die derzeitige Verteilung verschiedener Glaskrautarten in Deutschland anzeigen lassen.

Die Blüte der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) klingt ab. Das Pollenflugniveau der vergangenen Wochen wird nun kaum mehr erreicht werden. Die vergleichsweise wenigen Pollen in der Luft, erreichen meist nur in der Nachbarschaft größerer Bestände ein stellenweise noch allergologisch bedeutsames Konzentrationsniveau. Gänsefußgewächse sind als Pionierpflanzen häufig auf Brachflächen, temporären Erdablagerungen, Wegrändern oder ungenügend gepflegten Grünstreifen anzutreffen.

Der Pollenflug des Hopfens (Humulus) und des Hanfs (Cannabis), als einzige einheimische Vertreter der Hanfgewächse (Canabaceae) hat sich ebenfalls verringert. Je nach Verteilung der Pflanzen in der Umgebung können diese Pollen in den kommenden Tagen noch vereinzelt in der Luft oder bereits gänzlich verschwunden sein.
Auch in den kommenden Tagen können noch einzelne frische Pollen spät im Jahr blühender Zypressengewächse (Cupressaeceae) messbar sein. Auch letzte Pollen von Doldengewächsen (Apiaceae) sind nicht auszuschließen. Eine Vielzahl insektenbestäubter Korbblütengewächse (Asteraceae) blüht. Dabei geraten hin und wieder Pollen in kleiner Zahl, bei Berührung von Goldrute (Solidago), Rainfarn (Tanacetum) und Co. sehr lokal auch größerer Zahl in die Luft. In diesem Fall sind Symptome bei Beifuß- und Ambrosiapollenallergikern möglich, da alle diese Pflanzen zur gleichen Pflanzenfamilie gehören und Kreuzreaktion hervorrufen können. Die Blüte der Heidekrautgewächse (Ericaceae) hält noch an, so dass auch einzelnen Pollen dieser Pflanzenfamilie in der Luft befinden können.

Der Flug von Schimmelpilzsporen hat sich erst einmal nicht weiter verringert und sich mit dem gebietsweisen Regennachschub in den letzten Tagen an einigen Messstellen sogar wieder etwas intensiviert. Auch wenn keine Spitzenbelastungen mehr auftreten, müssen sich Betroffene in den kommenden Tagen wieder bzw. weiterhin auf Allergiesymptome durch die allergologisch relevanten Gattungen Alternaria, Cladosporium und Epicoccum einstellen.

 

 

Matthias Werchan, 29.08.2018

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser, des Beifußes und des Traubenkrauts für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Gräser, des Beifußes und des Traubenkrauts in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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Die Vorhersage beruht auf den Daten unseres Pollenflugmessnetzes mit derzeit 33 aktiven Messstationen.

 



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