Wochenpollenvorhersage Lena - 05.02.2020

Mittwoch, 05. Februar 2020

Blühende Kornelkirsche (Cornus mas) am 05.02.2020 in Berlin - Futter für Insekten, keine Gefahr für Allergiker © Matthias Werchan

Hasel noch stark – regional dominiert aber bereits die Erle

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Eibe

(Taxus)

Erle

(Alnus)

Hasel

(Corylus)

 

Das Wetter und die Pollenbelastungen der letzten Tage waren, wie erwartet, von großer Wechselhaftigkeit geprägt. Für Pollenallergiker besonders unangenehm waren dabei die Tage um den Monatswechsel am vergangenen Wochenende, die sehr mild und zudem länger trocken ausfielen. In Folge dessen gingen die Belastungen vor allem durch die Hasel (Corylus), zunehmend aber auch durch die Erle (Alnus) überall im Land nach oben. Häufig wurden dabei an unseren Messstandorten hohe Konzentrationen der genannten Pollentypen beobachtet, die bei der Hasel hier und da schon die saisonalen Spitzen dargestellt haben könnten, insbesondere in den mildesten Regionen von West- und Süddeutschland. Die Saisonspitzen der Erle liegen noch vor uns, werden aber, um es gleich vorweg zu nehmen, in den nächsten sieben Tagen noch nicht erreicht.

Die aktuelle Vorhersagewoche präsentiert sich bis zum Wochenende bei recht beständigem Hochdruckwetter aber gedämpften Temperaturen mit häufig mäßigen Belastungen durch Hasel- und Erlenpollen. Bei Temperaturen (deutlich) über 5 °C und längerem Sonnenschein sind wiederum hohe Pollenkonzentrationen und damit starke Allergiebeschwerden möglich. Bleibt es durch Nebel länger trüb, fällt der Pollenflug nur schwach aus. In einigen Tieflandregionen West- und Süddeutschlands und in den Wärmeinseln größerer Städte verblühen die Haseln mehr und mehr, werden jedoch gleichzeitig durch die stärker streuenden Erlen ersetzt, so dass das Abblühen der Haseln den meisten Allergikern kaum Entlastung bringt.
In der zweiten Hälfte der Vorhersagewoche übernehmen Tiefausläufer die Regie und läuten wiederum eine wechselhafte und sehr windige Wetterlage ein. Damit einher vergrößern sich die Schwankungen in der Pollenflugintensität. Zum einen verteilt der Wind in längeren Niederschlagspausen die Pollen über weite Strecken, zum anderen wirken Regen- und Schneefälle einer weiten Verfrachtung entgegen.

Zu den Hasel- und Erlenpollen gesellen sich zu diesem frühen Zeitpunkt im Jahr bereits Eibenpollen (Taxus). An besonders milden Orten im Tiefland und in städtischen Wärmeinseln ist erster Pollenflug messbar. Bei Berührung oder Windstößen entlassen reife Eibenzäpfchen Wolken kleiner Pollen, die dann in der Masse sichtbar werden. Das allergene Potential von Eibenpollen wird unterschiedlich bewertet, meist als harmlos angesehen. Jedoch scheint eine Reihe von Menschen auch auf diese Pollen mehr oder weniger stark zu reagieren. Diese Personen sollten, wenn möglich, die unmittelbare Nähe zu den potenziell stark stäubenden Pflanzen meiden. Eiben sind häufig Bestandteil von Friedhöfen, von städtischen Grünanlagen oder Gärten.

In kleiner, allergologisch unbedeutender Zahl sind Ahorn- (Acer) und Ulmenpollen (Ulmus) sowie möglicherweise allererste Weiden- (Salix) und Pappelpollen (Populus) in der Luft. An wärmebegünstigten Orten sind erste Zypressengewächse (Cupressaceae) in „Blühlaune“. Der Großteil etwaig messbarer Pollen dieser Pflanzenfamilie dürfte bei Südwind weiterhin aus mediterranem Raum zu uns gelangen, wo Zypressenpollen bereits stark in der Luft vertreten sind. Am Mittelmeer blühen die Eschen (Fraxinus), wodurch deren Pollen es gleichfalls zu uns schaffen können, ohne dass sich Eschenpollen-Allergiker derzeit Sorgen machen müssten.

Die Sporenzahl allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria und Cladosporium in der Außenluft ist und bleibt vernachlässigbar gering. Es sind im Freien keine Beschwerden bei Betroffenen zu erwarten. Veränderungen sind in den kommenden Tagen nicht in Sicht.

Matthias Werchan, 05.02.2020


Ärztliche Hinweise (Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann):

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Pollenflug hat begonnen und mit ihm die Zeit der Heuschnupfensymptome für diejenigen, die unter einer Baumpollenallergie leiden. Häufig wird von sog. „Frühblüherallergie“ oder Heuschnupfen durch „Frühblüher“ gesprochen – das Wort sollte man vermeiden, denn es gibt auch „frühblühende“ und „spätblühende“ Gräserarten. Besser ist es für Heuschnupfenpatienten, wenn sie ihre Diagnose genau kennen und sagen, ich habe „eine Baumpollenallergie“ oder noch besser, eine „Birkenpollenallergie“. Der Arzt wird von einer „Allergischen Rhinitis durch Birkenpollen“ sprechen oder, falls auch an den Augen Beschwerden bestehen, von einer „Allergischen Rhinokonjunktivitis durch Birkenpollen“; dieses wäre die beste Kennzeichnung für die bestehende Allergie.
Wer nun einen Heuschnupfen durch Birkenpollen hat, der beginnt mit seinen Beschwerden bereits meist beim Flug von Haselnusspollen, da sich die Pollen von Haselnuss und Birke sehr ähnlich sind. Und auch die Allergene in den Erlenpollen sind denen der Birkenpollen sehr ähnlich, sodass ein „Komplex“ von Pollen der Hasel, der Erle und der Birke die Beschwerden in Form von juckender und fließender oder verstopfter Nase sowie Niesreiz und zusätzlich Augenjucken, Augentränen und gerötete Augen entsteht. Die genannten Beschwerden können einzeln oder alle gemeinsam in verschiedenen Stärken auftreten, die im ärztlichen Sprachgebrauch als leicht, milde oder schwer benannt werden.
Die Allergene der Birkenpollen sind auch noch in den Pollen anderer Bäume vorhanden, allerdings in geringeren Konzentrationen. So z.B. in den Pollen der Eiche und der Buche – einige Menschen haben deshalb auch durch diese Pollen die oben genannten Beschwerden.
Eine wirkliche Ausnahme machen nur die Pollen der Esche; sie haben keine Allergene, die denen der Birke ähneln. Sie ähneln den Pollen von Olivenbäumen, die ja manchmal schon als Dekoration in Deutschland aufgestellt werden. Und wer eine Eschenpollenallergie hat kann besonders in Spanien, Italien oder Portugal einen Heuschnupfen haben, obwohl dort Eschen kaum auftreten.
Diese Zeilen sollen unterstreichen, wie praktisch wichtig es ist, die Ursache seines Heuschnupfens möglichst genau zu kennen. Ein Gespräch mit dem Allergologen, ein Hauttest und/oder eine Blutuntersuchung führen zur richtigen Diagnose.

 

 

 

*** Wir danken der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel und der Erle für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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