Wochenpollenvorhersage Lara - 25.09.2019

Mittwoch, 25. September 2019

Herbstbeginn im Buchenwald (Fagus) im Nordosten von Brandenburg © Matthias Werchan

Luft jetzt immer häufiger pollenfrei. Beste Gelegenheit für den Start einer Immuntherapie!

Deutscher

Name

Wissenschaftlicher

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Beifuß

(Artemisia)

Brennnessel

(Urtica)

Gänsefuß

(Chenopodiaceae)

Gräser

(Poaceae)

Traubenkraut

(Ambrosia)

Wegerich

(Plantago)

 

Mittlerweile können selbst besonders empfindliche Pollenallergiker draußen im Wald und auf der Heide wieder befreit durchatmen. Pollen machen hierzulande für die nächsten Wochen keine Probleme mehr. Sofern Pollenflug in den kommenden Tagen überhaupt noch auftritt, sind die Konzentrationen allergieauslösender Pollentypen in der Luft maximal im unteren einstelligen Bereich angesiedelt. Mögliche Symptome, die auf Inhalationsallergene in der Luft hindeuten, sind daher eher auf Pilzsporen zurückzuführen, denn auf Pollen oder können in Innenräumen von beispielsweise Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus und D. farinae) ausgelöst werden. Die durch Hausstaubmilben verursachten Symptome sind im Jahresverlauf gesehen zu Beginn der Heizperiode am intensivsten.

Der letzte allergologisch bedeutsame Vertreter der zu Ende gehenden Pollensaison, das sehr allergene und sich invasiv ausbreitenden Traubenkraut/wiss. Ambrosia, schüttet aktuell auch in den Schwerpunktregionen seiner Verbreitung hierzulande (brandenburgische Niederlausitz) kaum noch Pollen aus. Gelegentliche Regenfälle vermindern selbst das dort lokal noch vorhandene geringe Restrisiko in Richtung Null. Im Rest des Landes ist dementsprechend ebenfalls die Luft raus. Die Nachblüte der Ambrosia hält jedoch trotz allem noch an. Blühende Pflanzen lassen sich – Frostfreiheit vorausgesetzt – durchaus bis Anfang November aufspüren.

Örtliche schwache Blühaktivität und damit einhergehend rarer bzw. vereinzelter Pollenflug ist bei trockenem, mildem Wetter von den langzeitaktiven Sommerkräutern der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae) oder der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae/Amaranthaceae), sowie vom Wegerich (Plantago) zu erwarten. Selbst Gräser- (Poaceae) und Beifußpollen (Artemisia) „verwöhnen“ mit etwas Glück die Augen der aufmerksamen Pollenanalystinnen und Pollenanalysten unseres deutschen Pollenflugmessnetzes bis in den Oktober hinein. Allergierelevanz kann den hier genannten Pollenemittenten für dieses Jahr nicht mehr bescheinigt werden.

Mit der späten Blüte der Zedern (z.B. die Atlaszeder, lat. Cedrus atlantica) „liegt in Parks und Gärten mit Zedernbestand nochmals etwas in der Luft“. E werden beachtliche Mengen an gelben Blütenstau abgelagert und somit sichtbar. Eine Verschärfung der Belastungssituation ist jedoch ausgeschlossen – Zedernpollen sind nicht allergen. Auch der Efeu (Hedera) blüht erst spät im Jahr, wodurch hin und wieder Pollen aus dieser Quelle in allergologisch bedeutungsloser Zahl in der Luft und in unseren Messgeräten auftauchen.

Weitere Pollenarten die möglicherweise noch auftreten, gehören vor allem zu Zypressengewächsen (Cupressaceae), Knöterichgewächsen (Polygonaceae) und Senf (Sinapis).
Korbblütlerpollen (Asteraceae) aus der „bunt blühenden Fraktion“ der insektenbestäubten Arten sollen hier nicht vergessen werden, auch wenn deren beste Zeit eindeutig vorbei ist.

Beim Sporenflug allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria, Cladosporium und Epicoccum wird die Latte zur Symptomentwicklung in den nächsten Tagen vorrausichtlich kaum mehr gerissen, ausgeschlossen ist ein tageweises Ansteigen der Sporenkonzentrationen über die Reizschwelle jedoch noch nicht. Die genannten Gattungen machen sich in der Außenluft erst im Spätherbst so rar, wie derzeit bereits die allergenen Pollen.

Matthias Werchan, 25.09.2019

 

Ärztliche Hinweise (Prof. Dr.med. Karl-Christian Bergmann):

Liebe Leserinnen und Leser der aktuellen Pollenflugvorhersage,

der Pollenflug 2019 ist Geschichte und die rund 11 Millionen Pollenallergiker haben damit nun ein paar Monate Ruhe und eine Zeit ohne die notwendige Einnahme von Medikamenten. Aber, Sie sollten bedenken, dass die nächste Pollensaison bestimmt kommt und es ist jetzt die Zeit, mit dem Allergologen oder allergologisch tätigen Haut-, Haus- oder Allgemeinarzt über die Möglichkeit zu sprechen, eine Immuntherapie zu beginnen. Die Immuntherapie ist am sichersten in der polllenfreien Zeit durchzuführen, denn die möglichen Nebenwirkungen sind hier doch etwas geringer, als in der Pollenflugzeit selbst.

In der letzten Wochenpollenvorhersage Ria hatte ich die sog. Subkutane Immuntherapie erläutert; das ist die „klassische“, weil älteste Form der Immuntherapie. Sie wird seit über 100 Jahren durchgeführt – jetzt natürlich mit wesentlich verbesserten Allergenextrakten. Bei der subkutanen Immuntherapie werden die Allergenextrakte in sehr geringen Dosen mit dünnen Kanülen unter die Haut am Oberarm gespritzt. Empfohlen wird, die Injektionen erfolgen, an drei aufeinanderfolgenden Jahren durchzuführen, um eine Toleranz gegen die Pollen zu erreichen. In den meisten Fällen wird schon durch die Injektionen in nur einem Jahr in der folgenden Pollensaison erreicht, dass die Beschwerden deutlich geringer sind.
Bei der sog. „sublingualen Immuntherapie“ werden die Allergene über den Mund aufgenommen. „Sublingual“ bedeutet dem Wort nach, dass die Allergene unter die Zunge kommen. Das ist in der Praxis anders – die Extrakte werden als Lösung oder noch bequemer als Tabletten in den Mund genommen und die Allergene werden über die gesamte Mundschleimhaut aufgenommen. Auch die Eingabe der Tropfen oder Tabletten direkt hinter die Unterlippe ist ein sicheres und einfaches Verfahren. Im Mund und hinter den Lippen befinden sich Zellen, die sich auf die Aufnahme von Eiweißen spezialisiert haben. Die Allergene werden von diesen sog. „Langerhans-Zellen“ adsorbiert, verarbeitet und dem Immunsystem angeboten. Dieses reagiert mit der Entwicklung einer Toleranz gegen das Allergen nicht nur im Mund sondern im gesamten Körper.
Der Vorteil der sublingualen Immuntherapie ist vielfältig. Auf der einen Seite ergibt sich eine Zeitersparnis für den Patienten (und auch den Arzt), der die Extrakte in der Regel morgens zu Hause einnimmt und damit die Arztbesuche spart und das Risiko für Nebenwirkungen ist geringer. Heute stehen für die Immuntherapie für Birken- und Gräserpollenallergiker bequeme Tabletten zur Verfügung (wie übrigens auch für Hausstaubmilbenallergiker), für andere wichtige Allergene wie z.B.
Katzenallergen Tropfen. Jeden Tag wird vom Patienten eine Tablette oder eine Anzahl von Tropfen in den Mund gegeben, die keinen Einfluss auf andere Medikamente haben. Er sieht seinen Arzt nur etwa alle drei Monate, um sich ein neues Rezept geben zu lassen. Die Einnahme der Tabletten und Tropfen erfolgt am besten morgens und zwar entweder über das ganze Jahr, oder aber für mindestens 4 – 6 Monate im Jahr außerhalb der Pollensaison. In den kommenden Wochenpollenvorhersagen unserer Stiftung werde ich noch mehr über die sublinguale Immuntherapie gegen die Pollenallergie berichten; bleiben Sie
neugierig!

 

*** Wir danken der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***


 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser, des Beifußes und des Traubenkrauts für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Gräser, des Beifußes und des Traubenkrauts in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

Für die Anmeldung unseres wöchentliches Newsletters schreiben Sie bitte eine E-Mail mit dem Betreff „Anmeldung des PID Newsletters“ an barbora.werchan[at]charite.de Dankeschön!

Ihr Team des Polleninformationsdienstes

 

 

 

 

 

 

 

 

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