Wochenpollenvorhersage Jonathan - 01.05.2019

Mittwoch, 01. Mai 2019

Blütenstand einer Eiche (Quercus) am 19. April 2019 in Berlin © Barbora Werchan

Ruhigere Tage für Pollenallergiker – allergologisch bedeutsame Pollen fliegen nur in Maßen.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Birke

(Betula)

Buche

(Fagus)

Eiche

(Quercus)

Esche

(Fraxinus)

Fichte

(Picea)

Gräser

(Poaceae)

Kiefer

(Pinus)

Platane

(Platanus)

Rosskastanie

(Aesculus)

Tanne

(Abies)

Walnuss

(Juglans)

Weide

(Salix)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Für Birkenpollenallergiker (Betula) gibt es nur noch wenig Grund zur Sorge. Die Blüte ist hierzulande ausgestanden. Einzelne Bäume mit „Restpollen“ entlang der Küsten, der Grenze zu Dänemark und in den Hochlagen der Gebirge können sehr lokal noch für schwache bis mäßige hausgemachte Belastungen sorgen. Der Rest der aktuell messbaren Birkenpollen, stammt aus Ferntransporten die mit Nordwind über unsere Landesgrenzen „schwappen“ oder aus Wiederaufwirbelungen bereits sedimentierter Altpollen. Damit können im Prinzip weiterhin schwache Belastungen hervorgerufen werden, bei starkem Einflug aus Skandinavien kurzzeitig auch höher. Im Vergleich zu den Spitzenwerten der Vorwochen liegen die Messwerte im Schnitt noch bei einem Hundertstel dieser Konzentrationen oder weniger.

Auch Eschenpollenallergiker (Fraxinus) können sich über das baldige Ende ihrer Beschwerden freuen. Die heimischen Eschen (Fraxinus excelsior) sind in den Tieflagen nahezu überall abgeblüht. Ihnen folgen alsbald auch die Nachzügler in den Höhenlagen der Mittelgebirge, des Alpenraums und des Küstenumfelds. Dort im Siedlungsbereich, wo wärmeliebende Blumeneschen (Fraxinus ornus) gepflanzt wurden, kann deren späte Blüte für leichten Eschenpollenflug sorgen. Ansonsten verringern sich die Belastungen durch Eschenpollen weiter und sind nur von wenigen, empfindlichen Allergikern noch spürbar.

Bevor nun die Gräser (Poaceae) das „Allergiezepter“ übernehmen, haben Pollenallergiegeplagte etwas Zeit zum Durchatmen. Die Belastungen durch Gräserpollen steigen aufgrund der vorhergesagten kühlen Temperaturen und zeitweiligen Niederschlägen nur langsam an und kommen auch in den nächsten Tagen kaum über ein geringes Belastungsniveau hinaus. Auf oder in der unmittelbaren Nähe zu naturnahen Wiesen/Wegrändern mit großen Beständen frühblühender Gräsern wie Wiesenfuchschwanz (Alopecurus) oder Ruchgras (Anthoxanthum) können die Belastungen bei Wind und Sonnenschein höher und Allergiesymptome stärker ausfallen. Zu den Gräserpollen gesellen sich – noch unstetig – aber in zunehmenden Maße Kräuterpollen von ersten blühenden Arten des Ampfers (Rumex) und Wegerichs (Plantago).

Rotbuche (Fagus) und Eiche (Quercus) blühen im Tiefland sowie den unteren Gebirgslagen und geben ihre Pollen ab, die über Kreuzreaktionen bei manchem Birkenpollenallergiker zu Symptomen führen. Die Buchenpollensaison läuft der Eichenpollensaison voraus, so dass die Konzentrationen von Buchenpollen in der Luft vermutlich nicht mehr weiter ansteigen, wohingegen die Pollensäcke der Eichen vor allem in Richtung Osten und Norden noch gut gefüllt sind und – sofern die Witterung Pollenflug begünstigt – steigende Belastungen hervorrufen können. Sehr hohe oder gar extreme Buchen- oder Eichenpollenkonzentrationen wurden bisher an keiner unserer Messstationen registriert. Die stärksten Belastungen mit Buchenpollen traten bisher im Nordosten des Landes auf, wo dann am ehesten von einem Mastjahr gesprochen werden kann.

Während die Platanenblüte (Platanus) im milden Westen und den Wärmeinseln einiger großer Städte bereits über ihrem Zenit ist und die Konzentrationen wieder zurückgehen, hat sie in den kühleren Regionen des Norden teilweise noch nicht einmal begonnen. Daher sind in unserem Land in den kommenden Tagen sowohl regional zunehmende Belastungen als auch regional abnehmende Belastungen möglich. Die Platane führt als Siedlungsbaumart praktisch nur innerorts zu Belastungen, die von "kaum messbar" bis "stark" ausfallen können - je nach Umfang der Anpflanzungen. Die verstärkte Nutzung der Ahornblättrigen Platane (Platanus × hispanica) als «stadtklimafester» Straßenbaum in vielen Gemeinden Deutschlands könnte hierzulande langfristig zu einer Zunahme von Allergien gegen Platanenpollen führen. Zusammen mit den Platanen stehen die Rosskastanien (Aesculus) in voller Blüte. In Parks und Alleen mit zahlreichen Rosskastanien können Pollen in bis zu mittlerer Konzentration auftreten, ansonsten fliegen nur gelegentlich Pollen dieser insektenbestäubten Art durch die Luft. Pollen der Rosskastanie wird ein Sensibilisierungsrisiko zugesprochen.

Die Flugzeit der Weidenpollen (Salix) ist nahezu beendet. Es treten aber noch einzelne Pollen auf, am beständigsten in den Gebirgen.

In Deutschland blühen Fichten (Picea) und Tannen (Abies) bisher ohne allzu große Intensität, was möglicherweise auch mit dem Hitze- und Trockenstress des Vorjahres verbunden ist. Hinzu kommen natürlich Schwankungen im Pollenflug von Jahr zu Jahr, so dass das noch im vergangenen Jahr gut sichtbare Phänomen des „Schwefelregens“ in diesem Jahr weitestgehend unsichtbar bleiben könnte. Ob dies auch für die trockenheitsrobustere Kiefer (Pinus) zutrifft, muss abgewartet werden. Die Blüte der Kiefer hat aktuell begonnen, erste Pollen sind in der Luft. Aber selbst wenn Kiefern, Fichten oder Tannen die Luft um sie herum mit ihren Pollen gelb färben, müssen sich Allergiker nicht sorgen. Eine allergologische Relevanz wird keiner dieser Pollenarten attestiert.

Den unzähligen leuchtend gelben Blüten der großen Rapsfelder (Brassica napus) in unserer Landschaft stehen nur wenige umherfliegende (und dem menschlichen Auge verborgene) Rapspollen in der Luft gegenüber. Die farbliche Pracht ist für die Bestäuberinsekten gedacht. Durch Wind verbreiten sich nur wenige der prinzipiell allergologisch relevanten Rapspollen, so dass das Blütenmeer meist nur in unmittelbarer Nähe der Felder ein für Pollenallergiker spürbares Belastungsniveau hervorruft. Die Pollenkonzentrationen ähneln denen der Vorwoche.

Weitere Pollenarten die noch, bereits oder weiter in kleiner Menge messbar sind, gehören vor allem zu Walnuss (Juglans), Holunder (Sambucus), zu Exoten wie Maulbeerbaum (Morus) oder Ginkgo (Ginkgo) oder zu Zypressengewächsen (Cupressaceae), Rosengewächsen (Rosaceae), Ahorn (Acer), Sauergräsern (Cyperaceae) und Binsengewächsen (Juncaceae).

Die Zahl am Schimmelpilzsporen in der Außenluft ist noch immer niedrig und für die allermeisten Allergiker weiterhin harmlos.

Matthias Werchan, 01.05.2019

 

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Esche, der Birke und der Gräser für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der der Birke und der Gräser in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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