Wochenpollenvorhersage Frieder - 27.03.2019

Mittwoch, 27. März 2019

Eschenblüte (Fraxinus excelsior) in Berlin © Matthias Werchan

Verhaltener Start in die Birken- und Eschenpollensaison.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Birke

(Betula)

Erle

(Alnus)

Esche

(Fraxinus)

Hainbuche

(Carpinus)

Pappel

(Populus)

Ulme

(Ulmus)

Weide

(Salix)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Wie in unserer letzten Vorhersage bereits beschrieben, hat die Birkenblüte (Betula) in Deutschland begonnen, und für erste Belastungen mit diesem wichtigsten Frühjahrsallergen gesorgt, die besonders im westdeutschen Flachland tageweise auch schon hoch ausfielen. Ansonsten tat sich bei der Birke noch nicht allzu viel, die Pollenbelastung blieb meist gering. Relativ kleinräumige Temperaturunterschiede etwa zwischen dem Zentrum und dem Randbereich einer Großstadt können dabei durchaus den Unterschied ausmachen, der zum entscheidenden Entwicklungsunterschied bei den Birkenkätzchen führt und die Belastungen zuerst im Zentrum spürbar werden lässt, während Stadtrand oder Umland der Stadt noch weitestgehend unbeeinflusst bleiben. Für die kommenden Tage zeigt sich der Frühling (noch) nicht in Bestform. Bei verhaltenen Temperaturen entwickelt sich die Birkenblüte nur verhältnismäßig langsam weiter, so dass für es für die meisten Birkenpollenallergiker wohl kein „plötzliches Erwachen“ geben wird, wie noch im vergangen Jahr. Sofern günstige Pollenflugbedingungen herrschen, werden im westdeutschen Flachland, in den wärmebegünstigten Regionen der Mitte, des Südwestens, in Teilen von Norddeutschland und in den angesprochenen Wärmeinseln der Städte bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums die Warnschwellen für zumindest mittlere Belastungen erreicht. Der Westen und Südwesten Deutschlands hat dabei belastungsmäßig weiter die Nase vorn, mit tageweise auch schon sehr hohen Konzentrationen. In den anderen Flachlandregionen Deutschlands werden „frühe“ Bäume ebenfalls mit ihrer Blüte beginnen und damit kleinräumig für Belastungen sorgen, die durch Pollentransporte aus „blühenden Landschaften“ im Umkreis zu einer zumindest geringen Hintergrundbelastung führen. Im Bergland und im Alpenraum sind weiter ausschließlich ferntransportierte Birkenpollen ein Thema.

Die den Birken allergologisch und phylogenetisch nahestehende Hainbuche (Carpinus) kann durch Kreuzreaktionen ebenfalls im Allergiegeschehen der Birkenpollenallergiker mitmischen. Ihr Pollenflug hat im Prinzip zur gleichen Zeit wie der Birkenpollenflug eingesetzt. So konnte die Hainbuche bevorzugt im Westen bereits deutlich belasten, während die meisten anderen Regionen noch „ihre Ruhe hatten“. Der Blühverlauf in Deutschland in den nächsten Tagen folgt in etwa dem der Birke, obgleich die Konzentrationskurve der Hainbuchenpollen in der Luft nur in extremen Mastjahren Birkenpollen-ähnliche Dimensionen erreichen kann, sonst mehr oder weniger deutlich darunter liegt.

Die durch unsere heimischen Eschen (Fraxinus excelsior) ausgelösten Belastungen mit allergenen Pollen treten in den allermeisten Regionen bei den derzeit kühlen Temperaturen auf der Stelle und überschreiten kaum geringe Warnschwellen. Nur im äußersten Westen sind bisher Konzentrationen aufgetaucht, die zu starken Beschwerden führen können. Da sich die Blüten an vielen Bäumen nun aber weit entwickelt haben, ist an milden Tagen mit Sonnenschein schnell das Stadium der Pollenfreisetzung erreicht mit entsprechend zunehmenden Konzentrationen. Damit sollten sich Allergiker in den nächsten Tagen in immer mehr Gebieten des Flachlandes auf einen Belastungsanstieg einstellen, auf ein mittleres – Richtung Westen teils auch schon hohes Niveau. Im Bergland und im Alpenraum sind Eschenpollen nur in sehr kleiner Menge unterwegs, gespeist aus Ferntransporten.

Die Blüte der Schwarzerle (Alnus glutinosa) und der Hasel (Corylus) hält höchstens noch die Bewohner der Höhenlagen des Alpenlandes in Atem, wo Belastungen ein spürbares Niveau erreichen können. Ansonsten ist die Saison beendet und nur einzelne ferntransportierte oder wiederaufgewirbelte Pollen tauchen in der Luft und in unseren Messgeräten auf.

Pappeln (Populus), Weiden (Salix) und Ulmen (Ulmus) blühen und sorgen für mehr oder weniger steten Pollenflug. Während einige Arten dieser drei Gattungen bereits ihre Blüte beendet haben, nehmen in den nächsten Tagen bzw. Wochen andere Arten ihren Platz ein. Dabei geht in der Regel zuerst den Ulmen das Pulver aus, während die Weiden die größte Spreizung zeigen und bis in den Mai hinein für Pollenflug sorgen. Für die nächsten Tage wird das Konzentrationsniveau der Vorwoche in etwa beibehalten. Am Alpenrand und in den Gebirgslagen liegen die Pflanzen phänologisch noch zurück und der Pollenflug beginnt hier gerade erst. Pollen von Pappel, Weide und Ulme lösen deutlich seltener Allergien aus, als beispielsweise die jetzt in Erscheinung tretenden Pollen der Eschen und Birken. Dennoch können bei einigen Pollenallergikern Allergiesymptome auch in Zusammenhang mit Weiden- und Pappelpollen auftreten, speziell an Orten mit ausgedehnten Vorkommen dieser Gattungen, wobei die Pappelblüten generell die meisten Pollen hervorbringen können.

Von den Zypressengewächsen (Cupressaeceae) blühen einige Arten – besonders intensiv in den klimatischen Vorzugsregionen. Die Zahl dieser Pollen nimmt daher in vielen Landesteilen zu, unterstützt durch gelegentliche Ferntransporte aus dem Süden Europas, wo dieses Jahr stellweise Rekordwerte beim Pollenflug verzeichnet wurden. Die Pollen einiger Arten der Zypressengewächse, beispielsweise die der Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) oder die der Arizona-Zypresse (Cupressus arizonica) gelten im Mittelmeerraum als bedeutende Allergieauslöser. In Deutschland sind diese Zypressenarten meist nur im Siedlungsbereich als Zierpflanzen anzutreffen. Pollenflug in den Dimensionen wie am Mittelmeer ist in Deutschland nicht zu erwarten, meist bleibt der Flug recht schwach, etwa auf dem Niveau von Ulmen oder Weiden.

Der aus Nordamerika stammende windblütige Eschenahorn (Acer negundo) kann insbesondere in Ostdeutschland, wo er sich bisher bevorzugt ausgebreitet hat, für messbaren Pollenflug sorgen. Seine zumindest moderat allergenen Pollen führen zu schwachen bis mittleren Belastungen der Luft mit Pollenflug-Intensitäten die in den betroffenen Regionen durchaus das Niveau einer durchschnittlichen Hainbuchenblüte erreichen können. Hinzu kommen Pollen des windblütigen Silberahorns (Acer saccharinum), der im Siedlungsbereich angepflanzt vorkommt, dessen Blüte aber bereits abklingt.

Weitere Pollenarten die aktuell in kleiner Menge messbar jedoch ohne allergologische Bedeutung sind, gehören zu Lärche/Douglasie (Larix/Pseudotsuga), den Rosengewächsen (Rosaceae) und den Sauergräsern (Cyperaceae).

Weiterhin nur sehr gering ist die Zahl der Schimmelpilzsporen in der Außenluft. In den kommenden Tagen gibt es keine allergologisch bedeutsamen Veränderungen.

Matthias Werchan, 27.03.2019

 

 

*** Diese Pollenflugvorhersage trägt den Namen Frieder. Damit möchten wir unserem guten Kollegen und dem Betreuer der Messstelle in Oberjoch Herrn Frieder Hofmann gedenken, der im März dieses Jahres viel zu früh von uns gegangen ist. ***

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel, der Erle, der Esche und der Birke für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Erle und der Birke in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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