Wochenpollenvorhersage Charlotte - 28.02.2018

Mittwoch, 28. Februar 2018

Bereits weit entwickelte männliche Blütenstände der Eibe (Taxus) am 23.02.2018 in Berlin © Barbora Werchan

Nach dem Frost ist vor dem Pollenflug

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Eibe

(Taxus)

Erle

(Alnus)

Hasel

(Corylus)

 

Wie erwartet, reduzierten die eisigen Temperaturen der vergangenen Tage die Pollenbelastung im ganzen Land. Doch trotz des vielerorts anhaltenden Dauerfrosts waren weiterhin geringe Konzentrationen von Haselpollen (Corylus) und Erlenpollen (Alnus) unterwegs. Daran dürfte die schon kräftige Sonneneinstrahlung einen großen Anteil gehabt haben, da sich die Kätzchen der beiden genannten Arten im Sonnenschein über die Umgebungstemperatur erwärmen können und hier und dort für Pollenfreisetzung gesorgt haben. Mit der Rückkehr deutlicher Plusgrade im Verlauf der kommenden Tage, nimmt auch die Pflanzenentwicklung wieder Fahrt auf. Inwieweit und in welcher Größenordnung blühbereite Kätzchen von Hasel und Erle durch die strengen Fröste geschädigt wurden und damit aus der Pollenbelastungsbilanz herausfallen, lässt sich derzeit nur schwer beurteilen. Zu erwarten ist - insbesondere bei der Erle - mit Beginn der kommenden Woche eine relativ starke und rasche Zunahme der Pollenbelastung. Genügend viele Kätzchen von Erlenbäumen konnten die Frostperiode noch in einem wenig entwickelten Stadium überdauern, so dass die Kälte auf diese Kätzchen nur wenig Einfluss nahm. Trotz der langsam zu Ende gehenden Haselblüte muss auch bei Haselpollen nochmals von einer Zunahme der Belastungen ab dem kommenden Wochenende ausgegangen werden. Lokal sind starke Belastungen im Bereich des Möglichen, meist aber werden nur noch maximal mäßige Konzentrationen erreicht.

Von Hasel und Erle abgesehen, werden auch die Zypressengewächse (Cupressaeceae) und die Eibe (Taxus) von der prognostizierten Erwärmung profitieren. Teilweise sind deren männliche Blütenstände bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium angelangt und „warten“ auf eine letzte Wärmestimulation um ihren Pollen freizusetzten (siehe Foto). Ein rascher Anstieg der Pollenkonzentrationen ist in dem Fall zu erwarten. Blühende Eiben und Zypressen geben bei Berührung oder durch Windstößen ausgelöst, sehr große Pollenmengen auf einmal ab, wodurch Wolken gelben Blütenstaubs in der Luft oder später auf glatten Oberflächen sichtbar werden.

Gelegentlich sind Eschenpollen (Fraxinus), Ulmenpollen (Ulmus) und Pappelpollen (Populus) in der Luft, während der kommenden sieben Tage in meist noch vernachlässigbarer Zahl. Jedoch ist im Südwesten Deutschlands die Vegetation insgesamt am weitesten fortgeschritten. Zusätzlich wird sich hier die Erwärmung eher und intensiver durchsetzen als im Rest des Landes, so dass letztgenannten Pollentypen eventuell bereits im aktuellen Vorhersagezeitraum erstmals in nennenswerter Zahl auftreten können.

Momentan ist die Außenluft nahezu frei von Schimmelpilzsporen. In den kommenden Tagen wird sich daran nichts ändern.

 

Ärztliche Anmerkungen (Prof. Dr. med. K.-C. Bergmann):

In dieser Wochenvorhersage wird erneut auf die Bedeutung der Baumpollen für diejenigen hingewiesen, die einen Heuschnupfen durch Baumpollen haben. Die Birkenpollen sind die wohl wichtigsten Auslöser der allergischen Rhinitis, wie der Heuschnupfen auf „schlau“ genannt wird.
Und wichtig ist, dass etwa jeder 2. Erwachsene mit einer Birkenpollenallergie auch im Laufe der Jahre eine Unverträglichkeit gegen Kern- und Steinobst beim Essen entwickelt, am häufigsten gegen Äpfel. Ein Juckreiz im Mund, ein Anschwellen der Zunge oder der Mundschleimhaut sind Anzeichen für die allergischen Symptome im Mund, die auch als Orales Allergie-Syndrom bezeichnet werden. Es entsteht durch die nahe Allergenverwandschaft der Birkenpollen mit den Allergenen des Apfels, weshalb man von einer Kreuzreaktivität der Allergene spricht.
Unsere Stiftung hat eine interessante Beobachtungsstudie bei Personen mit einer Apfelallergie gemacht, deren Ergebnisse für Apfelallergiker sehr günstig verlief.
Das tägliche Essen eines Apfels mit wenig Allergenen, wie es besonders bei den alten Sorten der Fall ist, führte zu einer Toleranzentwicklung auch gegenüber dem Golden Delicious, einem Apfel mit viel Allergen, der auch als „Provokationsapfel“ bezeichnet werden kann. Schauen Sie doch einmal auf die undefinedWebseite der Stiftung hier finden Sie die Ergebnisse der Studie, die manchem Apfelallergiker zukünftig helfen könnte.

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel und der Erle für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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Ihr Team des Polleninformationdienstes

 

 

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