Wochenpollenvorhersage Carmen - 12.06.2019

Mittwoch, 12. Juni 2019

Häufige Regenfälle vermindern die Intensität des Pollenflugs.

Achtung! Belastungshöhepunkte bei Gräsern noch nicht vorüber.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Brennnessel

(Urtica)

Esskastanie

(Castanea)

Gräser

(Poaceae)

Holunder

(Sambucus)

Linde

(Tilia)

Roggen

(Secale)

Wegerich

(Plantago)

 

Es herrscht meist warmes Sommerwetter in unserem Land, wobei der Osten dem Westen gegenüber bevorzugt ist. Zusammen mit den derzeit überall auftretenden Regenfällen finden Pflanzen gute Wachstumsbedingungen vor, die auch die (Süß-)Gräser (Poaceae) als Hauptverursacher der Pollenallergie des Frühsommers, begünstigen. Gräserpollen fliegen seit etwa ein bis zwei Wochen reichlich – hohe Belastungslevel werden an sonnenscheinreichen Tagen erreicht – aber bisher nicht überreichlich, was unter anderem auf die regelmäßigen und intensiven „Waschgänge“ der Luft zurückzuführen ist. Der Zenit des Gräserpollenflugs dürfte in den nächsten Tagen in den meisten Regionen erreicht sein, insbesondere dort, wo es auch mal mehrere Tage hintereinander trocken bleibt. Der äußerste Norden und die Höhenlagen der Gebirge „hinken“ naturgemäß ein bis zwei Wochen hinterher. Von den Küsten bis ins höhere Bergland (auch über 1000 m NN) wird an windigen, sonnigen und niederschlagsfreien Tagen die Belastungsskala im (knall)roten Bereich landen. Deutlich besser dürften es Betroffene direkt an den Küsten haben, wenn der Seewind deutlich pollenärmere Luft herbeiweht. Ansonsten blieben das Innere dichter Wälder und die „prächtig“ versiegelte Innenstädte als bevorzugte Ausweichorte für Gräserpollenallergiker. Meiden sollten diese die Nähe ungemähter Wiesen und Wegraine bzw. den Ort und Zeitpunkt an denen solche Wiesen gemäht werden. Den ersten Kulturgräsern geht glücklicherweise bereits wieder das Pulver aus. Die Roggenblüte (Secale) zieht sich in die kühleren Gegenden (Norden, Bergland) zurück, die Belastungen gehen daher fast überall zurück. Andere Kulturgräser, wie der Weizen (Triticum) sind noch aktiv und erhöhen das Gräserpollen-Belastungslevel. Jedoch sind Pollen der Kulturgräser recht groß, so dass deren Ausbreitungsvermögen limitiert ist. Sehr hohe Pollenkonzentrationen sind auf der windabgewandten Seite blühender Getreidefelder möglich, während umgebenden Regionen deutlich weniger zufliegt.

Achtung! Häufig sind gerade zu Beginn durchziehender Gewitterschauer nach einer länger andauernden Schönwetterperiode Allergiesymptome und Symptome des allergischen Asthmas besonders heftig. Stichwort: undefinedGewitterasthma! Daher bitte erst Wohnung oder Büro lüften, wenn der Regen wenigstens 10-15 min angehalten hat. Ab da ist die Luft weitgehend pollen- und allergenfrei.

Die Wiesenkräuter Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) laden in den kommenden Tagen „zuverlässig“ – also gleichbleibend häufig – ihre Pollen in der Luft ab, im Vergleich zur derzeitigen Gräserpollenzahl, allerdings in deutlich geringerer Menge. Ampfer und Wegerich blühen den gesamten Sommer über, wobei besonders Wegerichpollen manch Gräserpollenallergiker durch Kreuzreaktionen reizen kann. Allmählich dominanter zeigen sich die Pollen der Brennnesselgewächse (Urticaeae) in unseren Pollenfallen. Der Pollenflug bewegt sich zu Zeit noch auf einem geringen bis maximal mittleren Niveau. Brennnesselpollen (Urtica) – Glaskrautpollen (Parietaria) eingeschlossen – übernehmen etwa ab Anfang Juli die Dominanz im Luftstaub. Die Tendenz für die kommenden Tage ist weiter zunehmend.
Andere, der später im Sommer häufiger auftretenden Kräuterpollen, können jetzt gelegentlich schon mal mit im Luftstaub herumwirbeln, allen voran die Pollen der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae/Amaranthaceae).

Die „kleine Baumblüte“ der „Spätblüher“ wie Linde (Tilia), Esskastanie (Castanea) und Götterbaum (Ailanthus) beginnt, bzw. ist bereits in vollem Gange (insbesondere im sommerheißen Ostdeutschland). Lindenpollen kann in bis zu mäßigen Konzentrationen fliegen, was offensichtlich ausreicht, um gelegentlich Allergien gegen Lindenpollen auszulösen. Betroffene sollten längere Aufenthalte unter diesen Bäumen meiden. Auch Götterbaumpollen vermag zu sensibilisieren – in der chinesischen Heimat des Götterbaumes reagieren ca. 1/3 der Pollenallergiker im Pricktest auf dessen Pollen. Esskastanienpollen können gelegentlich zu schwachen Reaktionen bei Birkenpollenallergikern führen. Allerdings ist deren Pollenzahl hierzulande im Vergleich zur Pollenzahl der Birke verschwindend gering, da Esskastanien nur in wenigen, meist kleinen Anpflanzungen vorkommen. Ferntransporte aus südlich angrenzenden Ländern sind aber möglich und führen zu kurzzeitigem Anstieg der Pollenzahlen.

Die Holunderblüte (Sambucus) geht im Osten Deutschlands dieser Tage langsam zu Ende. Etwas länger können sich die Bewohner im Norden und Nordwesten sowie im höheren Bergland an den duftenden Blütendolden erfreuen. In der Nähe zu noch blühenden Büschen können die Pollenkonzentrationen hoch sein, im Allgemeinen bewegen sich die Werte aber meist auf nur geringem Niveau, da der überwiegende Teil der Pollen durch Insekten übertragen wird. Holunderpollen – so denn in ausreichender Zahl vorhanden – kann bei einigen Pollenallergikern ebenfalls Symptome hervorrufen.

Weitere Pollenarten die noch, bereits oder weiter in kleiner Menge messbar sind, gehören vor allem zu Birke (Betula), Kiefer (Pinus), Fichte (Picea), Liguster (Ligustrum), zu Zypressengewächsen (Cupressaceae), Rosengewächsen (Rosaceae), Sauergräsern (Cyperaceae), und Doldenblütlern (Apiaceae). Zahlreich blühen die unterschiedlichsten insektenbestäubten Kräuter und Sträucher. Daher können sporadisch Pollen von z.B. Natternkopf (Echium), Pfeifenstrauch (Philadelphus), diversen Korbblütlern (Asteraceae) oder Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) in unseren Pollenflugmessgeräten auftauchen.
In den Alpenregionen setzt sich die Blüte der dortigen Grünerlen (Alnus viridis) in den Höhenlagen der Berge fort, was zu Belastungen mit Erlenpollen führt, die lokal spürbar sein können. Mit Südwind werden einzelne Grünerlenpollen bis in den Norden Deutschlands getragen.

Schimmelpize finden derzeit gute Bedingungen für ihr Wachstum. Die Sporenbelastung der beiden allergologisch wichtigen Schimmelpilz-Gattungen Alternaria und Cladosporium nimmt zu. Allerdings beschränken Regenfälle die Sporenzahl in der Luft. Auch die Getreideernte hat noch nicht begonnen. Erst das Abernten der Felder führt meist zu auffälligen Tagesspitzenkonzentrationen in der Luft. Erwartet werden diese dann für die Monate Juli/August. Die Menge der bereits vorhandenen Sporen im Luftstaub kann entsprechend Sensibilisierte aber bereits jetzt mit Symptomen plagen.


Matthias Werchan, 12.06.2019

 

 

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser und des Roggens für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Gräser in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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