Wochenpollenvorhersage Benjamin - 15.05.2019

Mittwoch, 15. Mai 2019

Blühendes Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Verschnaufpause bei allergenen Pollen vorüber - Gräserpollen im Anmarsch

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Birke

(Betula)

Buche

(Fagus)

Eiche

(Quercus)

Fichte

(Picea)

Gräser

(Poaceae)

Holunder

(Sambucus)

Kiefer

(Pinus)

Platane

(Platanus)

Roggen

(Secale)

Rosskastanie

(Aesculus)

Tanne

(Abies)

Walnuss

(Juglans)

Wegerich

(Plantago)

 

Auch in der vergangenen Woche zeigte sich der Mai hierzulande deutlich kühler als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Häufige Bodenfröste und Schneefälle bis in die mittleren Lagen der Gebirge hemmten das Wachstum der Vegetation und den Pollenflug. Nördliche Winde wehten mehr Birkenpollen aus Skandinavien in unsere Pollenfallen, als Gräserpollen aus „heimischer Produktion“.  Die Prognosen für die nächsten Tage versprechen kein Durchgreifen des Frühsommers, eher setzt sich das teils wechselhafte und meist kühle Maiwetter für die meisten von uns fort – nur dem Osten Deutschlands könnte für einige Tage ein Hauch Frühsommer zufliegen.  
Die witterungsbedingt bisher häufig nur schwache Gräserblüte (Poaceae) gewinnt mit der fortschreitenden Jahreszeit allmählich an Dynamik. Zögerlich zwar, jedoch unabwendbar, reifen die Blüten der unterschiedlichsten Gräserarten. Die breiter werdende Basis möglicher Pollenquellen erhöht mit jedem Tag das allergene Belastungspotential. An Tagen, wo die Bedingungen für Pollenflug stimmen (trocken + windig + mild/warm), treten bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums zumindest mittlere Belastungen immer häufiger auf. Mit dem Frühsommergruß im Osten sind zum Ende erste hohe Belastungen im Tiefland nicht ausgeschlossen. Auf ungemähten Wiesen sind die Belastungen generell am höchsten. Auch im Moment der Mahd können kurzzeitig sehr große Pollenmengen aufgewirbelt werden und lokal zu plötzlichen Allergieausbrüchen führen.  In den phänologisch rückständigen Berglagen oberhalb 800 m NN bleiben Gräserpollen auch in den nächsten Tagen noch die Ausnahme. Ähnliches gilt für die Inseln und Küsten von Nord- und Ostsee bei auflandigem Wind und für das Innere großer Waldgebiete. Zusätzlich zu den Pollen der Wildgräser beteiligen sich im Verlauf erste Pollen der Kulturgräser, wie Roggen (Secale), am Belastungsgeschehen. Im Grünland und an Wegrändern wachsen zudem die verschiedensten Kräuterarten heran, von denen aktuell immer mehr Ampfer- (Rumex) und Wegerichpflanzen (Plantago) blühbereit sind und als Windbestäuber für leichten Pollenflug sorgen mit weiter zunehmender Tendenz. 

Die Blüte des weit verbreitet angebauten Kultur-Krauts Raps (Brassica napus) hat im milden Tiefland die besten Tage hinter sich, das gelbe Leuchten verblasst allmählich. Noch muss jedoch in unmittelbarer Nähe zu den Feldern mit dem Auftreten dieser allergieauslösenden Pollen gerechnet werden. In den Berglandregionen hält die Blüte auch über die nächsten Tage an.

Die heimische Baumblüte ist zu einem guten Teil bereits gelaufen. Die wichtigsten Allergieauslöser, wie Birke (Betula) und Esche (Fraxinus), sind abgeblüht. Andere, mit etwas geringerem oder ungewissem Allergiepotential, wie Platane (Platanus) und Buche (Fagus), spielen zumindest im Tiefland keine Rolle mehr für Allergiker – im höheren Bergland ab 500 m NN muss aber besonders bei der Buche (sofern vorkommend) noch mit mehr oder weniger deutlichen Belastungen gerechnet werden. Die Buche gilt ebenso wie die Eiche (Quercus) als allergologisch kreuzreaktiv zur Birke und kann Betroffene entsprechend reizen. Die Eiche ist im Tiefland noch aktiv, die Blüte klingt aber von West nach Ost/Nord ab. Die Intensität der Eichenblüte fiel in dieser Saison an den meisten Messstationen unterdurchschnittlich aus.

Die gut sichtbare Blüte der heimischen Rosskastanien (Aesculus) wurde durch die kühle Witterung ein wenig konserviert und hält noch immer an, wenn auch im Tiefland erste Ermüdungserscheinungen auftreten. Im Vorhersagezeitraum können in Parks und Alleen mit zahlreichen Rosskastanien weiter Pollen in schwacher Konzentration auftreten, ansonsten fliegen nur gelegentlich Pollen dieser insektenbestäubten Art durch die Luft. Pollen der Rosskastanie wird ein Sensibilisierungsrisiko zugesprochen.

Die Fichten (Picea) und Tannen (Abies) sind im wärmebegünstigten Teil des Tieflands bereits am Ende ihrer Blüte angekommen. Pollenflug ist weiterhin noch im Norden möglich und generell im höheren Bergland, wo die Entwicklung in den letzten zwei Wochen kaum Fortschritte gemacht hat. Daher ist hier lokal/regional ein Aufleben des Pollenflugs möglich. Ansonsten flaut der Pollenflug ab, sofern dieser vorher überhaupt deutlich ausgeprägt war. Aktuell fliegen Kiefernpollen (Pinus). Ob die bereits in der vergangenen Vorhersage postulierte schwache Kieferpollensaison nicht versehentlich verfrüht ausgerufen wurde, wird sich bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums zeigen. Bei langanhaltend starkem Kieferpollenflug wird der Pollen auf glatten Oberflächen, Pfützen und Seen als „Schwefelregen“ sichtbar. Eine allergologische Bedeutung kommt den drei genannten Koniferen-Gattungen nicht zu.

Holunderpollen (Sambucus) können ab jetzt zahlreicher auftreten. Die Blüte des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) beginnt. In der Nähe blühender Büsche sind recht hohe Pollenkonzentrationen möglich, ansonsten kommt es zumindest zu schwachem, unstetem Pollenflug. Holunderpollen wird eine gewisse allergologische Potenz zugesprochen.

Weitere Pollenarten die noch, bereits oder weiter in kleiner Menge messbar sind, gehören vor allem zu Walnuss (Juglans), Ahorn (Acer), Liguster (Ligustrum), (Blumen-)Esche (Fraxinus ornus), zu Zypressengewächsen (Cupressaceae), Rosengewächsen (Rosaceae), Sauergräsern (Cyperaceae), Doldenblütlern (Apiaceae) und Binsengewächsen (Juncaceae). Einzelne Brennnesselpollen (Urtica) können bereits auftreten. In den Alpenregionen setzt lokal erneut allergener Erlenpollenflug ein, ausgehend von den allmählich blühbereiten Grünerlenbeständen (Alnus viridis) der Hochlagen.

Das kühle Wetter ist für Schimmelpilze weniger günstig. Schimmelpilzsporen sind in der Außenluft noch immer in nur geringer Konzentration vorhanden und sollten für die allermeisten Allergiker harmlos sein. Die Sporenzahl der beiden allergologisch wichtigen Gattungen Alternaria und Cladosporium wird voraussichtlich ab etwa Anfang Juni an den ersten Messstationen warnrelevante Werte erreichen.

Matthias Werchan, 15.05.2019

 

 

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Birke und der Gräser für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Birke und der Gräser in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

 

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