Wochenpollenvorhersage Arabella - 20.06.2018

Mittwoch, 20. Juni 2018

Pollenflucht zum Ostseestrand.

Gräserpollen weiterhin wichtigstes Pollenallergen in der Luft – erste Beifußpollen fliegen.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Beifuß

(Artemisia)

Brennnessel

(Urtica)

Esskastanie

(Castanea)

Gänsefuß

(Chenopodiaceae)

Gräser

(Poaceae)

Linde

(Tilia)

Wegerich

(Plantago)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Wie vorhergesagt, sank die Zahl gemessener Gräserpollen (Poaceae) in den letzten Tagen in vielen Gegenden auf ein meist mittleres Belastungsniveau ab. Stellenweise traten und treten tageweise jedoch weiterhin oder wieder hohe Konzentrationen auf. Lokale können ungemähte Wiesen, Raine und ähnliche Grünflächen die Belastungen in die Höhe treiben. Auch eine gerade stattfindende Mahd kann Wolken von Gräserpollen in die Luft bringen und zu einem zeitweisen sprunghaften Anstieg der Belastungen im Umfeld führen. Generell begünstigen dabei trockenes Wetter und starker Wind die Ausbreitung der Pollen. Weiterhin verbreitet höher als im Durchschnitt sind die Gräserpollenkonzentrationen in den höheren Berglagen der Gebirge ab etwa 1.000 m ü NN und im äußersten Norden der Republik. Für die kommenden Tage werden sich die Werten ungefähr auf dem Niveau der Vorwoche einpendeln. Ein weiterer Rückgang der Pollenkonzentrationen ist erst zu erwarten, wenn die derzeit potentesten „Mitspieler“ am Blühgeschehen weitestgehend ausgeschieden sind, beispielsweise die Quecken (Elymus), Weidelgräser (Lolium), Zwenken (Brachypodium) oder die Lieschgräser (Phleum). Bessere Bedingungen können Gräserpollenallergiker an den Meeresstränden bei auflandigem Wind erwarten (siehe Foto). Auch das Innere großer, geschlossener Waldbestände und die Zentren bodenversiegelter Ballungsräume bieten ein wenig Linderung.
Achtung! Trotz der zurückgegangenen Gräserpollenkonzentrationen können durchziehende Gewitter Allergiesymptome und Symptome des allergischen Asthmas durch Gräserpollen weiterhin kurzzeitig (zu Beginn des Gewitters) deutlich verstärken. Stichwort: undefinedGewitterasthma! Es gibt in der Fachliteratur auch Hinweise darauf, dass Personen, die allergisch auf Schimmelpilzsporen reagieren, in ähnlicher Weise betroffen sein können.

Bei den Grünlandkräutern der Gattungen Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) bleibt derzeit alles beim Alten. Der Pollenflug bewegt sich auf geringen bis mäßigem Niveau, mit den höheren Werten insbesondere dort, wo die Pflanzen sich in größerer Zahl ungestört bis zur Blüte entwickeln können. Wegerichpollen gilt als kreuzreaktiv zu Gräserpollen und kann daher entsprechend Sensibilisierte zusätzlich beeinflussen.
Die Brennnesselblüte (Urtica) verstärkt sich langsam weiter. Im Verhältnis zu den Spitzenkonzentrationen, die im Juli bis August erreicht werden, bewegt sich der Pollenflug derzeit noch auf einem mittleren Niveau. Allergologisch sind Brennnesselpollen (bisher) wenig auffällig, was möglicherweise auch einer unzureichenden Allergie-Diagnostik geschuldet sein kann.
Der Pollenflug der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae) hat zaghaft begonnen. Es wurden bisher aber nur sehr geringer Pollenflug gemessen, ohne allergologische Relevanz. Allmählich werden die Pollenzahlen ansteigen. Wir erwarten aber auch in den kommenden Tagen kaum mehr als einen geringen Pollenflug dieses Pollentyps.

Die Beifußblüte (Artemisia) bahnt sich nun an. Erste blühende Pflanzen wurden an wärmebegünstigten Standorten bereits gesehen und werden in den kommenden Tagen in steigender Zahl ihre allergenen Pollen abgeben. So kann es in der Nähe größerer Beifußbestände vereinzelt zu geringen Belastungen kommen.

Blühende Bäume sind nun kaum noch zu entdecken. Hier und dort blühen und verblühen die Linden (Tilia), insbesondere Richtung Norden des Landes. Vereinzelter Pollenflug führt nur zu einem sehr schwachen allergologischen Risiko. Einzelne Fälle von Allergien auf Lindenpollen sind in der Fachliteratur beschrieben. Betroffene sollten das Zusammenfegen heruntergefallender Lindenblüten vermeiden. Der wärmeliebende Götterbaum (Ailanthus) ist abgeblüht, ebenso viele der heimischen Esskastanien (Castanea). Vorerst noch können Ferntransporte aus den südlich angrenzenden Ländern die Pollenzahlen tageweise deutlich ansteigen lassen.
Hin und wieder sind und bleiben Pollen der zahlenmäßigen Hauptakteure der Baumpollensaison, wie Birke (Betula), Eiche (Quercus) Kiefer (Pinus) und Fichte (Picea) messbar. Einige, der vor Wochen noch in Massen geflogenen Pollen, können auch noch lange nach der Saison immer wieder aufgewirbelt werden.

Ganz vereinzelt sind Pollen der Rosengewächse (Rosaceae) und der Zypressengewächse (Cupressaeceae) messbar. Ebenso können hin und wieder wenige Pollen von Doldengewächsen (Apiaceae) und diversen insektenbestäubten Korbblütengewächsen (Asteraceae) gemessen werden.

Schimmelpilzsporen sind zahlreich in der Außenluft zu finden. Bei den beiden allergologisch bedeutsamen Gattungen Alternaria und Cladosporium ist im Tiefland nun ein Niveau erreicht, wo entsprechend Sensibilisierte mit dem Auftreten von (auch starken) Allergiesymptomen rechnen müssen. Die Belastungen nehmen weiter zu, liegen momentan aber immer noch mehr oder weniger deutlich unter den zu erwartenden Spitzenbelastungen während der Getreideernte im Juli/August.

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Gräser und des Beifußes für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Gräser und des Beifußes in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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