Wochenpollenvorhersage Antonia - 09.05.2018

Mittwoch, 09. Mai 2018

männlicher Blütenstand einer stäubbereiten Kiefer (Pinus sylvestris) in Brandenburg © Barbora Werchan

Kiefer sorgt noch für "Schwefelregen" - Gräserpollen auf dem Vormarsch

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Ampfer

(Rumex)

Birke

(Betula)

Eiche

(Quercus)

Fichte

(Picea)

Gräser

(Poaceae)

Holunder

(Sambucus)

Kiefer

(Pinus)

Platane

(Platanus)

Rosskastanie

(Aesculus)

Rotbuche

(Fagus)

Tanne

(Abies)

Walnuss

(Juglans)

Wegerich

(Plantago)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Während der vergangenen Tage hatten nicht nur Allergiker mit Pollen in der Luft zu kämpfen. Auch Nichtallergiker konnten den geradezu unermesslichen Mengen allergologisch unbedeutender Nadelbaumpollen nicht entgehen, die das Land mit einer „dicken“ Blütenstaubschicht überzogen. Damit ist der Höhepunkt der Baumblüte für diese Saison definitiv erreicht bzw. überschritten und der Blick richtet ich nun mehr und mehr auf die voranschreitende Gräserblüte (Poaceae). Die warmen Temperaturen fördern das Ausbilden der Blütenstände bedeutender Wiesengräserarten wie Knäuelgras (Dactylis), Glatthafer (Arrhenatherum), Schwingel (Festuca) oder Rispengras (Poa). Teilweise setzt bereits deren Blüte ein, so dass in den kommenden Tagen bei einem stetig ansteigenden Belastungsniveau örtlich bereits hohe Pollenkonzentrationen erreicht werden können. Zeitweilige Regenfälle sorgen nur kurz für Entspannung. Sobald die Wiesen abgetrocknet sind, werden schnell wieder frische Pollen in die Luft entlassen. Kritisch hohe Pollenwerte können auch an Mahdterminen erreicht werden durch das mechanische Ausschütteln und Aufwirbeln der Pollen.

Birkenpollen (Betula) spielen dagegen für Allergiker kaum mehr eine Rolle. Allenfalls können sich im Norden des Landes über Ferntransporte tageweise nochmals warnrelevante Mengen unter den Luftstaub mischen. Ansonsten treten Birkenpollen nur noch in geringer Zahl auf, in tendenziell weiter abnehmender Menge.

Die Blüte von Rotbuche (Fagus) und Eiche (Quercus) hat ihren Gipfel überschritten. Deren Pollen, die über Kreuzallergien auch Birkenpollenallergiker belasten können, treten nur noch ganz im Norden und in den höheren Mittelgebirgslagen oberhalb 500 m NN in hohen Konzentrationen auf. Insbesondere Eichenpollen können dort weiterhin ein den Birkenpollen vergleichbar hohes Konzentrationsniveau erreichen. In den anderen Regionen muss im Vorhersagezeitraum noch mit einem mittleren Eichenpollen- und einem schwachen Rotbuchenpollenflug gerechnet werden.

Auch die Zahl freigesetzter Fichten- (Picea), Kiefern- (Pinus) und Tannenpollen (Abies) ist nicht unerschöpflich. So hat besonders die Fichte nahezu ihr ganzes „Pulver verschossen“. Die Pollenkonzentrationen vermindern sich bereits spürbar. Noch nicht ganz so weit ist die Kiefer, deren Pollenausstoß momentan auf dem Höhepunkt angelangt ist und erst in einigen Tagen allmählich wieder nachlässt. Besonders Richtung Osten und in den hohen Berglagen fällt daher noch „undefinedSchwefelregen“ und wird auf Autoscheiben, Fensterbänken, Pfützen und Seen sichtbar.

Gleichzeitig mit den Gräsern gedeihen nun Ampfer (Rumex) und Wegerich (Plantago) und blühen in bedeutender Zahl. Der Pollenflug dieser beiden Gattungen erreicht ein wechselndes, meist mäßiges Niveau. 

Die Platane (Platanus) steht am Ende ihrer Blüte. Die Pollenkonzentrationen sinken nun rasch wieder auf null. Ein geringes Risiko auf Platanenpollen in der Luft besteht noch am ehesten an den Küsten und ganz im Norden des Landes. Die Blüte der Rosskastanie (Aesculus) ist noch weiter im Gange. In den wärmeren Regionen im Tiefland verblühen bereits die ersten Bäume. Dort wo viele Rosskastanien gepflanzt sind, können Pollen in mittlerer Konzentration auftreten, ansonsten fliegen nur gelegentlich Pollen durch die Luft. Pollen der Rosskastanie wird ein Sensibilisierungsrisiko zugesprochen, welches insbesondere Stadtbewohner betrifft.

Die Blüte einiger Obstbaumarten und anderer Rosengewächse (Rosaceae) hält noch an, vorwiegend in den Höhenlagen der Mittelgebirge. Dabei kann es zu leichtem Pollenflug dieser insektenbestäubten Gewächse kommen. Auf etwa gleichem schwachen Niveau gestaltet sich der Pollenflug der derzeit blühenden, insektenbestäubten Ahornarten (Acer), der etwa zur Mitte dieses Monats beendet ist.
Das gelbe „Leuchten“ der Rapsfelder (Brassica napus) verblasst allmählich. Die prinzipiell allergologisch relevanten Pollen des Raps sind aber weiterhin gelegentlich in der Luft – mit erhöhtem Allergierisiko nahe oder innerhalb eines Rapsfeldes. Der von Rapsblüten abgesonderte intensive Geruch kann von empfindlichen Menschen darüber hinaus als unangenehm wahrgenommen werden.

Die Holunderblüte (Sambucus) hat begonnen. Die ersten Holunderpollen wurden gemessen. Ihnen wird eine gewisse allergologische Potenz zugesprochen. Der Pollenflug kann in der Nähe blühender Holunderbüsche stark sein, weiter entfernt erreicht er meist nur ein recht schwaches Niveau. Die Tendenz ist zunehmend.

Pollen der Zypressengewächse (Cupressaeceae) können weiterhin in der Luft sein, stellen aber aufgrund der sehr geringen Zahl kein Allergierisiko dar.

Die Zahl der Schimmelpilzsporen der allergologisch bedeutsamen Gattungen Alternaria und Cladosporium ist in der Außenluft weiterhin nur gering. Eine allergologische Gefahr geht von diesen Mengen nicht aus. Eine Tendenz hin zu allmählich ansteigenden Werten steht aber bevor.

 

Ärztliche Anmerkungen (Prof. Dr. med. K.-C. Bergmann):

In der Vorhersage wurde das Verhalten von Pollen bei Regen angesprochen.
Geraten, offenbar besonders Gräserpollen, bei einem Gewitter in die ersten Regenwolken, so können die Pollen platzen und ihren Inhalt freigeben. Dann geraten aus den ca. 20 µm großen Pollen die kleinen Allergene in die Luft; und diese haben nur Größen von 1 – 3 oder 4 um Größe und sind damit klein genug, um in die tieferen Atemwege zu gelangen.
Während das heile Gräserpollenkorn mit seinen ca. 20 µm Größe also in der Nase hängen bleibt bzw. dort abgefangen wird, können die kleinen Allergenpartikel asthmatische Symptome auslösen. Menschen mit einem Heuschnupfen durch Gräserpollen können dann erstmalig einen trockenen Husten, ein Engegefühl in der Brust und eine giemende Atmung erleben – das sind typische asthmatische Beschwerden.
Es kann deshalb dazu geraten werden, unmittelbar vor einem Gewitter nicht nach draußen zu gehen und wenn es angefangen hat zu regnen eine halbe Stunde abzuwarten, bis der Regen alle Pollen und Allergene aus der Luft „gewaschen“ hat.

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Esche, der Birke und der Gräser für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Birke und der Gräser in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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