Wochenpollenvorhersage Alisa - 25.03.2020

Mittwoch, 25. März 2020

Blüten von Obstbäumen (Rosaceae) können durch Nachtfröste in Mitleidenschaft gezogen werden. © David W Hughes/Shutterstock.com

Ruhiger Saisonverlauf – Pollenbelastung steigt nur sehr langsam weiter an.

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Birke

(Betula)

Esche

(Fraxinus)

Hainbuche

(Carpinus)

Pappel

(Populus)

Ulme

(Ulmus)

Weide

(Salix)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

Erle

(Alnus)

 

Der vielversprechende Frühlingsauftakt mit Sonnenschein und milden Temperaturen ist in den vergangenen Tagen einem sehr unterkühlten Witterungsabschnitt gewichen, mit teils tieferen Nachttemperaturen als im gesamten vorhergehenden Winter. Die frostigen Temperaturen haben vor allem im Osten, Südosten und Norden Deutschlands die Pollensaison buchstäblich eingefroren. Die in den Startlöchern stehende Birkenpollensaison wartet hier weiter auf ihren Einsatz und konnte auch vom anhaltenden Sonnenschein nicht profitieren. Im Westen und Südwesten, wo es am längsten warm blieb und die Kälte nicht ganz so gnadenlos zuschlug, plagen die Birkenpollen aber bereits auf einem mittlerem bis hohem Belastungsniveau. Auch bei den Eschenpollenbelastungen war und ist Deutschland noch zweigeteilt, mit bis zu hohen Belastungen im Westen und deutlich geringeren ganz Osten. 
Was können Allergiker in den letzten Tagen dieses Übergangsmonats erwarten, sofern sie sich überhaupt in die frische Luft begeben?

Im (Süd-)Westen von Deutschland haben die dortigen Eschen (Fraxinus) – wie oben geschrieben – die Tore zu ihren Pollensäckchen bereits weit geöffnet. Bei Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 10 °C-Marke sind in den kommenden Tagen weiterhin hohe Eschenpollenbelastungen zu erwarten. Weiter nach Osten fliegen Eschenpollen, den phänologischen Entwicklungsunterschieden sei Dank, nach wie vor nur schwach bis maximal mäßig.  Ein rasches Anschwellen der Belastungen ist erst bei einem deutlich höheren Temperaturniveau als dem jetzigen zu erwarten. Dazu sollte auch der kurze Einschub milderer Luft am Freitag/Samstag noch nicht ausreichen. Der neuerliche massive Kaltlufteinbruch zum Sonntag macht eine anhaltend hohe Belastungssituation in Deutschland bis zum Ende des aktuellen Vorhersagezeitraums unmöglich. Allerdings können bei Westwind auch mal größere Pollenzahlen von West nach Ost verfrachtet werden.

Was die Esche an ihrer Entfaltung hindert, macht auch der Birke (Betula) zu schaffen. So ist die Reifung der Birkenkätzchen in all den Regionen, die nicht gerade im Umfeld des Rheinlands liegen, auf dem Entwicklungsstand: „kurz vor der Blüte“ stecken geblieben. Daher werden auch in den kommenden Tagen nur wenige Gebiete von hohen Belastungen mit Birkenpollen heimgesucht. Besonders betroffen ist weiterhin der äußerste Westen und Südwesten Deutschlands. Zögerlich breitet sich die Blüte an milden Tagen (Freitag/Samstag) von dort weiter nach Osten und Norden aus. An flächendeckend hohe Belastungen ist aufgrund der niedrigen Temperaturen bis zum Ende dieser Vorhersagewoche (also bis zum 1. April) nicht zu denken. Städtische Wärmeinseln können allerdings auch weit im Osten zu einem kleinen aber entscheidenden Entwicklungsvorsprung vor dem kühleren Umland führen und innerstädtisch ein etwas größeres (aber keinesfalls hohes) Belastungsniveau hervorrufen als außerhalb. In allen höheren Berglagen, oberhalb von ca. 500 m NN ist der Beginn der Birkenblüte in den nächsten Tagen ebenfalls ausgeschlossen.

Die Hainbuchenblüte (Carpinus) hat begonnen. Blühende Bäume und dazugehörige Pollen in der Luft finden sich verstärkt dort, wo auch die Birken zu blühen begonnen haben. Stellweise starten die Hainbuchen aber auch ein paar Tage vor den Birken in ihre Saison.  Starker Pollenflug ist in den kommenden Tagen – wenn überhaupt – dann bevorzugt im Westen und Süden bis in die Mitte Deutschlands möglich. Pollen der Hainbuche können aufgrund der engen allergologischen und phylogenetischen Verwandtschaft dieser Baumart zu den Birken auch den klassischen Birkenpollenallergikern zu schaffen machen.

Erlenpollen (Alnus) treten immer noch vereinzelt auf, meist als Luftmassen-Mitbringsel aus dem Norden/Osten Europas oder aus einigen kühlen Hochtälern heimischer Bergländer. Allergologisch gesehen ist die Schwarz-/Grauerlen-Saison (Alnus glutinosa, A. incana) hierzulande Geschichte.

Die Pappeln (Populus), Ulmen (Ulmus) und Weiden (Salix) blühen. Spektakuläres ist hier nicht zu vermelden. Ein ruhiger Saisonverlauf mit mal geringen, mal mittleren Pollenkonzentrationen ist angesichts des Witterungsverlaufs zu erwarten. Tendenziell haben im Vorhersagzeitraum von den drei genannten Pollentypen die moderat allergenen Pappelpollen hinsichtlich der Pollenbelastung die meiste Luft nach oben.

Verschiedene Arten der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae) blühen hierzulande. Einige frühe Arten sind jedoch bereits verblüht, andere dagegen noch (weit) vor ihrer Blüte. Daher sind meist geringe bis maximal mittlere Pollenzahlen in der Luft mit (sehr) begrenztem Einfluss auf Allergiker. Starke Allergiesymptome durch Pollen der Zypressengewächse sind aber durchaus möglich, vor allem dort, wo Zypressen häufig sind und außerdem die als allergen eingestuften Arten, wie beispielsweise Mittelmeer-Zypresse (Cupressus sempervirens) oder Arizona-Zypresse (C. arizonica) wachsen, in Europa besonders im Mittelmeerraum. Dort läuft die Zypressenpollensaison allerdings langsam aus und Ferntransporte aus dem Süden werden durch den kalten Ostwind unterbunden.

Der aus Nordamerika stammende, windblütige Eschenahorn (Acer negundo) belastet derzeit schwach. Innerhalb seines Hauptverbreitungsgebietes im Osten Deutschlands bremst die kalte Luft die weitere Intensivierung des Pollenflugs. In den Auenlandschaften westdeutscher Flussniederungen (einem weiteren Verbreitungsgebiet) kann mehr Ahornpollen fliegen. Im übrigen Land spielt Ahornpollen dagegen kaum eine Rolle und zählt in den kommenden Tagen zu den seltenen Pollentypen in der Luft.

Weitere Pollenarten, die in der aktuellen Vorhersagewoche in kleiner Zahl messbar sind, gehören insbesondere zur Familie der Sauergräser (Cyperaceae) und der Rosengewächse (Rosaceae), zur Lärche/Douglasie (Larix/Pseudotsuga), zur Eibe (Taxus), zur Hasel (Corylus) und zum Buchsbaum (Buxus). Der sehr milde Winter hat an geschützten Orten die ein oder andere Brennnessel (Urtica) oder andere Kräuter überleben lassen. Zusätzlich schieben als Folge des milden Winters und des milden Frühjahrsstarts bereits einzelne Gräser (Poaceae) ihre Blütenstände in die Höhe. Einschränkend ist zu bemerken, dass an vielen Stellen der Frost die Blühbestrebungen bodennaher Gewächse fürs Erste zunichte gemacht hat. Vereinzelte Kräuter- oder Gräserpollen in der Luft sind daher eher im etwas milderen Westen der Republik zu erwarten, denn im fußkalten Osten.

Die Sporenzahl bedeutsamer allergener Schimmelpilzsporengattungen wie Alternaria und Cladosporium sind in der Außenluft weiterhin sehr gering Auch die mit Alternaria verwandten Pleospora sind wieder seltener geworden. Sporen-Allergiker haben also bei Verlassen der Wohnung nichts zu fürchten.

Matthias Werchan, 25.03.2020

  

*** Wir danken der Allergopharma GmbH & Co. KG, der AstraZeneca GmbH und der GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG für das Sponsoring dieser Wochenpollenvorhersage. ***

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel, der Erle, der Esche und der Birke für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationsvorhersagen der Erle und der Birke in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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