Wochenpollenvorhersage Alexander - 28.03.2018

Mittwoch, 28. März 2018

Pollenwolke aus Eibenpollen (Taxus baccata) © Matthias Werchan

Wenig allergene Eibe dominiert den Pollenflug - kurze Atempause bei allergenen Pollen

Deutscher

Name

Lateinischer

Name

Tendenz für die nächsten 7 Tage

Eibe

(Taxus)

Erle

(Alnus)

Esche

(Fraxinus)

Hasel

(Corylus)

Pappel

(Pappel)

Ulme

(Ulmus)

Weide

(Salix)

Zypressengewächse

(Cupressaceae)

 

Die Pollensaison verläuft dieses Jahr weiterhin recht ungewöhnlich. Dem sehr zeitigen Beginn der Saison mit schon ersten hohen Konzentrationen der frühblühenden Haseln und Erlen Anfang/Mitte Januar steht die nur sehr zögerlich einsetzende Blüte anderer früh blühender Baumarten gegenüber, die sonst Ende März häufig bereits in Vollblüte stehen. Aktuell endet jedoch die lang andauernde Haselblüte (Corylus). Meist sind deren Pollen nur sporadisch in der Luft und sorgen kaum noch für Belastungen. Ganz im Norden, Osten und in hohen Berglandregionen können in den nächsten Tagen hier und da weiterhin einige Sträucher blühen und lokal auch etwas belasten. Fortschreitend vom Oberrhein bis ins nördliche Tiefland schwächt sich Pollenflug der Erle (Alnus) immer stärker ab. Die Blüte des weitaus größten Teils der Bäume ist bereits beendet, so dass in den kommenden Tagen kaum noch starke Beschwerden zu erwarten sind. Ein größeres Risiko für stärkeren Erlenpollenflug bleibt im Küstenumfeld und in Richtung Nordosten bestehen auch mit der Möglichkeit des Ferntransports von Erlenpollen aus den nördlichen und östlichen Nachbarländern.

Eibenpollen (Taxus) und Pollen der Zypressengewächse (Cupressaeceae) haben in den letzten Tagen bereits vielerorts den Pollenflug dominiert und werden auch bis zum Ende dieses Vorhersagezeitraums noch sehr häufig in der Luft sein. Speziell in den mittleren Landesteilen ist die kurze Blüte der Eibe derzeit auf ihrem Gipfel angelangt (siehe Foto) und nimmt von Süden her bereits wieder ab. Weiter nach Norden hin steht der Höhepunkt wahrscheinlich noch bevor. Das allergene Potential der Eibenpollen wird unterschiedlich bewertet, meist als harmlos angesehen. Jedoch scheint eine Reihe von Menschen auch auf diese Pollen mehr oder weniger stark zu reagieren. Diese Personen sollten, wenn möglich, die unmittelbare Nähe zu den stark stäubenden Pflanzen meiden.

Im Westen und Süden des Landes blühen Ulmen (Ulmus), Pappeln (Populus) und frühe Weidenarten (Salix). Deren moderat allergenen Pollen werden mit jedem milden Tag zahlreicher. Bis die genannten Pflanzen auch im Norden und Osten Deutschlands substanziell zum Pollenflug beitragen, braucht es noch einige Tage, so dass bis zum Beginn des folgenden Prognosezeitraums nur maximal geringe Mengen Blütenstaubs in der Luft nachweisbar sein werden.

Die allergologisch bedeutsame Esche (Fraxinus) ist in den wärmeren Regionen Deutschlands bereits erblüht. Bisher sind die Pollenzahlen jedoch allergologisch nahezu unbedeutend geblieben. Möglicherweise haben die zurückliegenden Fröste Schäden an den Blütenständen verursacht, so dass die zu erwartende, ohnehin unterdurchschnittliche Eschensaison, damit regional sogar noch schwächer ausfällt. In den nächsten sieben Tagen ist ein langsamer Anstieg der Belastungen im Westen und Süden zu erwarten während im kühleren Osten und Norden Deutschlands noch mehrere Tage mit deutlich zweistelligen Höchstwerten nötig sind, um für Blühbeginn und Pollenfreisetzung zu sorgen.

Auf den Beginn der Birkenblüte (Betula) in Deutschland müssen sich Allergiker in den nächsten sieben Tagen (noch!) nicht einstellen. Einzelne Pollen können aber bereits von blühenden Pflanzen in den südlichen Nachbarländern bis nach Deutschland geweht werden.


Ärztliche Hinweise (Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann):

Die im Bericht angekündigten Eschenpollen sind nicht mit den Birkenpollen verwandt, d.h. sie haben ihr eigenes Allergenprofil. Früher ist es vorgekommen, dass Patienten, die auf Birkenpollen im Allergie-Test an der Haut oder im Blut positiv reagiert haben – mit Eschenpollen aber nicht getestet wurden, als reine Birkenallergiker angesehen wurden. Erhielten diese eine Immuntherapie gegen Birkenpollen, dann behielten sie „natürlich“ ihre Symptome beim Flug der Eschenpollen.
Heute sollen bei jedem Verdacht auf einen Heuschnupfen im Frühjahr, d.h. bei fliegenden Baumpollen der verschiedensten Art, die Eschenpollen bei einem Allergie-Test mit getestet werden.
Auch Eschenpollenallergiker können auf Früchte, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte und Gewürze mit Beschwerden im Mund in Form von Juckreiz, Anschwellen der Mundschleimhaut und der Zunge oder Juckreiz der Haut im Sinne eines Oralen Allergie-Syndroms reagieren.

Momentan ist die Außenluft nahezu frei von Schimmelpilzsporen. In den kommenden Tagen sind keine Änderungen zu erwarten.

 

Tägliche Pollenbelastungsvorhersagen der Hasel, der Erle und der Esche für Deutschland finden Sie undefinedhier.

Tägliche Pollenkonzentrationen der Erle in der Luft in Europa finden Sie undefinedhier.

 

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