Hausstaubmilben-Allergie: „Graue Maus“ unter den Allergien

Donnerstag, 20. November 2014

Die Allergie gegen Hausstaubmilben ist nach den Gräserpollen die zweithäufigste. Trotzdem wird sie häufig nicht bemerkt, übergangen oder nicht ernst genommen. Nur etwa jeder zweite Milbenallergiker geht mit seinen Beschwerden zum Arzt.

Und meist dauert es Jahre bis zur ärztlichen Diagnose. Doch die achtbeinige, lichtempfindliche Verwandte von Zecke und Spinne sollte nicht unterschätzt werden: Unbehandelt geht der anfänglich lästige allergische Schnupfen nämlich schnell in folgenschweres chronisches Asthma über. Die Hausstaubmilben-Allergie gilt als die häufigste Ursache für asthmatische Erkrankungen. Daher gilt: Nach etwa 4 Wochen mit erkältungsähnlichen Beschwerden sollte der Weg zum allergologisch geschulten Facharzt führen.

Man sieht sie nicht, man hört sie nicht, man riecht sie nicht. Doch viele spüren sie: Die Hausstaubmilbe. Die mikroskopisch kleinen Spinnentiere leben in jedem noch so sauberen Haushalt im Hausstaub, in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen oder Kuscheltieren. Nicht die Milbe selbst löst Allergien aus, sondern ihr Kot und Teile ihres Panzers besitzen ein hohes allergisches Potenzial.

In der Zeit von Mai bis Oktober, wenn Milben besonders paarungswillig sind, tummeln sich bis zu zwei Millionen Milben in unseren Matratzen. Beginnt die Heizperiode und nimmt die Luftfeuchtigkeit ab, sterben viele Milben und sammeln sich im Hausstaub. Ein Gramm Staub enthält bis zu 100.000 der kleinen Achtbeiner bzw. deren hoch-allergene Eiweißstoffe. Die harte Zeit für Milbenallergiker beginnt. Denn: Von der Heizung aufgewirbelt, verbinden sich die Allergene mit der Atemluft und gelangen so auf die Haut, auf die Schleimhäute von Augen und Nase und werden eingeatmet. Grundsätzlich sind diese Eiweiße völlig harmlos. Das Immunsystem eines Allergikers stuft sie jedoch fälschlicherweise als gefährlich ein. Zur Abwehr wird der Botenstoff Histamin ausgeschüttet, allergische Reaktionen sind die Folge.

Symptome erkennen
Insgesamt leidet bereits jeder vierte Deutsche an einer allergischen Erkrankung, mehr als ein Drittel (37%) davon an einer Hausstaubmilben-Allergie . Damit zählen Milben nach den Birken- und Gräserpollen zu den häufigsten Auslösern von Allergien. Typische Beschwerden sind morgendliche Niesanfälle, ein Schnupfen, der 10 bis 15 Minuten nach dem Aufstehen auftritt und nach mehrmaligen Naseputzen wieder abflaut, sowie Husten bis zu Enge in der Brust. Müde und geschwächt aufgrund von Schlafstörungen, leiden die Betroffenen oft unter erheblichen Einschränkungen in Schule, Beruf und Freizeit. Die beschwerlichen Symptome treten im Gegensatz zu einer Pollenallergie während des ganzen Jahres auf und erreichen im Herbst ihren Höhepunkt.

Die Krankheit ernstnehmen
Obwohl die Hausstaubmilben-Allergie ständig präsent ist, wird sie häufig nicht als Allergie wahr- oder ernst genommen. Nur etwa die Hälfte der Erkrankten findet den Weg zum Facharzt und damit zu einer fundierten ärztlichen Diagnose.1 Der Grund: Die Beschwerden ähneln stark einem im Herbst und Winter häufig vorkommenden, harmlosen grippalen Infekt und werden oft damit verwechselt. Daher kommen viele Betroffene nicht auf die Idee, dass eine Allergie hinter ihren Beschwerden stecken könnte. Andere wiederum haben gelernt, mit den Einschränkungen zu leben. So haben sich acht von zehn Personen mit allergischer Rhinitis mit ihren Beschwerden im täglichen Leben offensichtlich abgefunden.  Die Anzahl an nicht-diagnostizierten und daher unbehandelten Erkrankungen ist dementsprechend hoch. Wenn man sich dann doch zu einer ärztlichen Diagnose entschlossen hat, ist häufig zuviel Zeit vergangen: Im Durchschnitt dauert es rund sieben Jahre, bis eine Allergie behandelt wird.  

Hausstaubmilben-Allergiker haben hohes Asthma-Risiko
Die Unentschlossenheit kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, denn die Symptome verschlechtern sich und Folgeschäden sind vorprogrammiert. Eine Hausstaubmilben-Allergie ist ein chronischer Entzündungsprozess, der sich – unbehandelt - rasch von Augen und Nase weiter in Richtung untere Atemwege ausbreiten kann. Ist die Lunge erst einmal betroffen, kann es allmählich zu Umbauvorgängen in den Atemwegen kommen, die nicht mehr völlig auszuheilen sind. Etwa jeder vierte Hausstaubmilben-Allergiker ist auch asthmakrank.  Vor allem Kinder haben durch das frühe Auftreten der Erkrankung ein fünffach erhöhtes Asthma-Risiko.  Als weltweit häufigste Ursache von asthmatischen Erkrankungen darf eine Hausstaubmilben-Allergie nicht unterschätzt werden.

Anzeichen, die über mehrere Wochen andauern, sollten unbedingt mit einem allergologisch geschulten Arzt abgeklärt werden. Fachärzte für Kinder-, Haut-, Lungen- oder HNO-Krankheiten bzw. eine  Allergie-Ambulanz sind die richtigen Ansprechpartner. Sie können bereits durch einen einfachen Allergietest Klarheit verschaffen. Erst dann können Strategien zur Symptomreduktion umgesetzt werden, die zu besserem Wohlbefinden und mehr Lebensqualität führen.



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